Geboren wurde Leipzigs wohl derzeit bekanntester Gegenwartsphilosoph in der DDR des Jahres 1953. 41 Jahre später gründete er das Max-Stirner-Archiv. Dazwischen liegen Bände einer durchaus verrückten, sympathischen Biographie. Auszüge daraus liefert Kurt W. Fleming mit seinem jüngsten Buch: Ein SCHWEJK in der NVA. Der Autor verhinderte unabsichtlich einen Regimentsalarm, beförderte als Soldat einen Soldaten zum Gefreiten, trat für ca. 10 Minuten als Major auf, mußte den 12stündigen Verlust seiner Waffen „beklagen“ usw. usf. Morgana fragte nach.
Guten Tag, Kurt. In deinem DDR-Lebenslauf klafft 1972 eine interessante Lücke: „Kurzzeitarbeitsloser, 1972“. Wie wurde man im Arbeiter- und Bauernstaat denn mit diesem Status gesegnet?
Diese Bezeichnung gab ich mir selbst. Nach Beendigung meiner Bauarbeiterlehre in Jena kehrte ich in meinen Heimatort zurück. Ich wollte in der benachbarten Kreisstadt an der Abendschule mein Abitur machen. Tja, und ich hielt es für normal, tagsüber einer Arbeit nachzugehen, und zwar in meinem erlernten Beruf als Stahlbetonbauer.
Ich bewarb mich bei einigen Baufirmen. Kurioser Weise bekam ich immer wieder die Antwort: kommen Sie in 14 Tagen wieder. Naiv wie ich war, dachte ich mir nichts dabei und erschien nach 14 Tagen. Dann hieß es wieder, daß ich Tage später erneut kommen solle. Das zog sich dann aber Woche um Woche, Monat um Monat hin. Insgesamt waren das 4 Monate – die ich aber intensiv genoß.
Mitte November holte mich mein Vater früh aus dem Bett und sagte mir, er habe Arbeit für mich in der Kreisstadt gefunden. Die Firma hieß damals VEB Elektroinstallation Sondershausen. Ich wurde „Sachbearbeiter für Leergut“.
Meine Aufgabe bestand darin, leere Kartons, leere Container, leere Kisten, leere Säcke etc., an die Lieferfirmen zurückzuschicken – eine extrem „aufregende“ Geschichte. Wenn ich nichts zu tun hatte, las ich Bücher. Diese Arbeit als Sacharbeiter hielt ich dann auch 2 Jahre durch. Das bedeutete aber für mich: jeden Tag früh 4 Uhr aufstehen, denn eine halbe Stunde später schon fuhr der Bus in die Kreisstadt. Gegen 5.45 Uhr kam ich an: die Arbeit selbst begann aber eine Stunde später. Nach der Arbeit – dreimal in der Woche – ging ich in die Abendschule und kehrte gegen 23 Uhr nach Hause zurück. Gegen 24 Uhr lag ich wieder im Bett und schlief meine 4 Stunden.
Sacharbeiter für Lehrgut, das gemahnt sehr an Kishon oder Loriot. Mit welchen Büchern hast du dir die Zeit vertrieben?
Leergut, nicht Lehrgut… da kommt bei mir wieder einmal der Lehrer durch – immer am Korrigieren…
Du hast mir soeben die Überschrift vermacht…
… ich hatte damals einen Schub an revolutionärer Romantik, die an einem Sonntag im Oktober 1969 begann. Damals wurde im westdeutschen Fernsehen ein Dok-Film über Che Guevara angekündigt, den ich mir dann auch ansah. Dieser Mann faszinierte mich derart, daß ich alles über ihn wissen wollte. So begann mein Interesse an Lateinamerika, und während meiner Lehre in Jena stieß ich auf das Buch „Ein General kommt aus dem Dschungel“ von B. Traven (alias Ret Marut).
Über den Autor Traven stieß ich auf die von Rolf Recknagel verfaßte Traven-Biographie – erschienen 1971 –, weniger Biographie, als vielmehr der gelungene Nachweis, daß Marut und Traven identisch waren. In diesem Buch fiel mir zum ersten Mal der Namen Max Stirner auf, den ich aber erst viel später las, und auch der von Oskar Maria Graf, einem bayerischen anarchischen Urgestein. Von Recknagel – mit dem ich dann einige Zeit in Briefwechsel stand – stammte auch eine sehr gut geschriebene Jack-London-Biographie, die ich damals las. Und weil ich mich in diesem Gemenge von Che und Traven und Jack London und Oskar Maria Graf befand, las ich alles querbeet, dessen ich von diesen Leuten habhaft wurde.
Ches Buch über den Guerillakrieg schrieb ich damals in Ermangelung eines Kopierers komplett ab. In mir spukte der revolutionsromantische Gedanke, den Tod von Che zu rächen (weswegen ich vergebens versuchte, über die Eltern von Ches Kampfgefährtin Tamara Bunke nach Kuba zu kommen, um mich dort zum Guerillero ausbilden zu lassen), den Yankee-Imperialismus zu bekämpfen, und anschließend, wie Londons und Travens Figuren, durch die Welt zu wandern: als Seemann, als Baumwollpflücker, als Goldgräber – aus heutiger Sicht ganz schön naiv. Ich versuchte damals, wenn auch erst einmal vergeblich, Kants „Kritik der reinen Vernunft“ zu verstehen. Aber es fehlte mir wohl eine Portion von Verstand für solch eine kritisierte reine Vernunft. – Ich war eher ein Tagträumer.
Und das in der – zumindest gen Westen – eingemauerten DDR. Die Kunst der Träumer ist es ja, Sehnsüchte zu verkompliziereren. Verbessere mich, wenn du’s anders siehst. Stichwort: Max Stirner. Bis heute ein Geheimtipp philosophischer Zusammenhänge?
Stirner ist tatsächlich so etwas wie ein Geheimtipp, oder wie der Nürnberger Stirner-Forscher Bernd A. Laska eines seiner Bücher über Stirner nannte: „Ein heimlicher Hit“ (1994). Das jetzt in seiner Gänze auszuführen, würde den Rahmen dieses kleinen Heftes sprengen. Da empfehle ich, diese Broschüre von Laska zu lesen, das Informativste über Stirner und seine Wirkungsgeschichte. Es sei nur soviel gesagt, daß Stirner von Anfang an – damals wie heute – die meisten Leser seines Buches stark verwirrte, ja sogar verunsicherte, weil sie mit vorgefaßten, hier religiös verbrämten Ansichten, fixiert in solchen Begriffen wie Ehre, Moral, Ethik, Gewissen und all diesem religiösen Mumpitz, an dieses Buch herangingen. Das Buch wurde damals in allen deutschen Ländern sofort verboten. Sachsen bildete insoweit eine Ausnahme, als es ca. 2 Wochen später das Verbot mit der Begründung aufhob, das Buch sei zu absurd, um ernst genommen zu werden. Eine immense Fehleinschätzung. Dieses Buch sorgte so oder so derart für Furore, daß es – und das ist kein Widerspruch dazu – bis heute, wie Laska schrieb, „ein ganz außerordentliches, hochinteressantes und in einem nichttrivialen Sinn als singulär zu bezeichnendes Bücherschicksal“ hat.
Das Buch führte dazu, daß Feuerbach seine moralisierende Kritik endgültig ablegte und kaum noch publizierte. Und Marx brachte seine Verunsicherung, die Stirner ihm verursachte, darin zum Ausdruck, daß er eine Kritik gegen Stirner schrieb, die noch dicker war als das Buch selbst. Stirner legte seinen kritischen Finger in die Wunde aller Theorien, die Gefahr laufen, das Individuum im Namen solch fixer Ideen wie Freiheit, Gerechtigkeit, Humanität usw. zu opfern. Daß eine proletarische Revolution zwingend mehr Freiheit brächte, hat Stirner schon damals verneint – angesichts der nach Freiheit rufenden Französischen Revolution, die nicht nur den Terror brachte, sondern die alte Diktatur [den Monarchen] durch eine neue Diktatur [den Staat bzw. die Nation] ersetzte.
So ist Stirner nicht nur für den Marxismus ein bleibender Unruheherd, sondern für alle auf fixen Ideen beruhende Gedankenkonstruktionen (einschließlich heute existierender Religionen, die an die Stelle des Einzelnen die Idee setzen und im Namen dieser Idee Verbrechen begehen). Es sei jedem selbst anheimgestellt, sich durch das Buch Stirners durchzuarbeiten. Stirner selbst hat aber vor seinem Buch gewarnt: „Macht damit, was Ihr wollt und könnt, das ist eure Sache und kümmert mich nicht. Ihr werdet vielleicht nur Kummer, Kampf und Tod davon haben, die Wenigsten ziehen daraus Freude.“
Diese Philosophie sollte man manch’ anderem Autoren auch in die Waagschale werfen. Was gab für dich den Anreiz, die Leipziger Max-Stirner-Gesellschaft zu gründen, und – by the way – in welche Gesellschaft begibt man sich da?
Der Gründung der Max-Stirner-Gesellschaft ging ein regelmäßig-unregelmäßiges privates Treffen voraus. Das erste Mal traf ich mich – aus Wien kommend – am 5. Februar 1996 mit dem schon genannten Bernd A. Laska in der Nähe des Nürnberger Kreuzes. Im darauffolgenden Jahr stieß mein neuer Freund Bernhard Piegsa, ein begnadeter, wenn auch jetzt leider arbeitsloser Historiker und Autor, dazu. So erweiterte sich von Jahr zu Jahr der Kreis derer, die über meine Zeitschrift „Der Einzige“ und mein Archiv Kontakt zu mir aufnahmen. Vorher waren wir nur Einzelkämpfer. 2001 entschlossen wir uns, im darauffolgenden Jahr diese Gesellschaft zu gründen. Wir kommen aus verschiedenen Berufen und Denkrichtungen. Uns eint aber der Gedanke, die Philosophie Max Stirners – wenn auch leider bislang noch nicht sehr erfolgreich – aus dem unverschuldeten Exil in das öffentliche Denken zurück zu holen.
Leider hatten wir schon ein Jahr später das Pech, daß die Deutsche Forschungs-Gemeinschaft mit sehr merkwürdigen Begründungen unseren Antrag ablehnte, die Herausgabe einer „Kritischen Studienausgabe“ zu finanzieren. Die Ablehnung ist derart unglaublich, daß man ohne Übertreibung sagen kann, daß Stirner immer noch einige Leute stark beunruhigt. So wurden an den Haaren „Gründe“ herangezogen, die der DFG bei anderen ähnlichen Projekten keine Probleme bereiteten. Aber das ist ein Kapitel für sich, das in Bälde in einem umfangreichen Artikel der „Süddeutschen Zeitung“ beleuchtet wird. Ob wir noch in diesem Jahr, dem Stirner-Jahr (Stirners 150. Todes- und 200. Geburtstag), Geld auftreiben können für diese Kritische Studienausgabe – ich weiß es nicht. Wir versuchen derzeit, erst einmal Geld für eine internationale wissenschaftliche Konferenz zu bekommen, die Ende Oktober in Berlin stattfinden wird. Ich habe durch Stirner neue Freunde gefunden, die meisten – kurioserweise? – aus dem Westen. Als wir unsere Gesellschaft gründeten, waren gerade mal 2 Ossis dabei. Da war schon etwas zusammen, das nicht zusammenwachsen brauchte.
Neben der Gesellschaft gibt es den Verlag Max-Stirner-Archiv. Kannst du kurz skizzieren, was da alles ans Licht gehoben wird?
Die Verlagsgründung war wie eine sich zufällig durchsetzende Notwendigkeit. Ich wollte einige von den ca. 2000 gesammelten und digitalisierten Texten über Stirner neu herausgeben. Bernhard Piegsa riet mir, dafür die nötigen ISBN zu besorgen, damit diese Publikationen weltweit bestellt werden können. Die aber bekommt man nur bei Gründung eines Verlages.
Das geschah am 1.1.1998. Bisher diente er nur dazu, Stirner bekannter zu machen. Seit dem 1.12.2004 versuche ich aber davon zu leben.
Dafür etablierte ich die neue Reihe: edition unica, dessen Namensgeber Bernhard Piegsa war. – Neben Stirner fühle ich mich besonders dem Stirner-Forscher Rolf Engert (1889-1962) verpflichtet, der leider wie sein Vorbild Stirner lange Zeit unbeachtet blieb. Ich bin seit Jahren dabei, peu à peu, bisher Unveröffentlichtes aus seinem Nachlaß herauszugeben. Ich gebe aber auch Romane heraus, z.B. Hartmuth Malornys ersten Roman „Die schwarze Ledertasche“ [ganz im Geiste von Charles Bukowski) und jetzt ganz aktuell der Stirner-Roman von Sabine Scholz.
Weiterhin sind es Sachbücher über Religionskritik und Sozialpädagogik, eine sehr interessante Arbeit über den „Wahren und falschen Shakespeare“. Gedichte (demnächst) und Erinnerungen. wie z. B. auch meine eigenen: „Ein SCHWEJK in der NVA“. Die anderen unerwähnten Publikationen sind auf meiner Verlagsseite zu finden.
Stichwort: Ein SCHWEJK in der NVA. Kurt W. Fleming, späterer Herausgeber philosophischer Schriften, stellte sich der Bürgerpflicht und wurde Soldat. Wie paßte das, so rein vom damaligen Gefühl, zusammen?
Von Bürgerpflicht kann keine Rede sein. Ich habe, warum auch immer, den Gang zur NVA nie in Frage gestellt. Der war für mich so unvermeidbar wie das Älterwerden. Hätte ich nicht dorthin gehen müssen, hätte ich das genauso hingenommen. Ich war außerdem zu der damaligen Zeit als angehender Guerillero [wie ich naiv dachte, bald einer zu werden] kein Pazifist.
Das wurde ich erst später. Und außerdem wollte ich die Armeezeit als eine Möglichkeit mitnehmen, mir genügend militärische Kenntnisse anzueignen, mit einer Ausnahme: das sich-unterwerfen-müssen.
Damit hatte ich von Anfang an meine Schwierigkeiten. Das zeigte sich schon zwischen meinem 19. und 21. Lebensjahr, wo ich der Obrigkeit in meinem Heimatort auf die Nerven fiel. Ich ließ mir nichts gefallen und empfahl anderen, sich nicht wie Duckmäuser zu benehmen, sondern sich zu wehren. Als mich mal Schüler fragten, was sie machen könnten wegen einer sich ungerecht verhaltenden Lehrerin, sagte ich nur: „Ihr müßt euch wehren!“ Daraus wurde beinahe das, was man dann einen Schüler„streik“ nannte, der aber schon nach wenigen Sekunden zusammenbrach. Und der angeblich Schuldige wurde schnell ausgemacht: ICH. Das brachte damals den 2. Bürgermeister meines Heimatortes dazu, den Eltern besagter streikender Schüler mitzuteilen, ich wäre aus der Lehre geflogen und hätte obendrein im Knast gesessen, weswegen es ratsam wäre, diesen Kindern den Umgang mit mir zu verbieten – obwohl ich damals der FDJ-Sekretär meines Heimatortes war. Die Vorwürfe dieses Mannes waren natürlich Mumpitz. Aber es verschaffte mir einen angenehm schlechten Ruf, nach dem Motto: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Die einzige Person, die das richtig stellen wollte, war meine Mutter, die den 2. Bürgermeister beinahe verprügelt hätte, hätte er nicht die Flucht ergriffen.
Ich war übrigens auch nicht tragbar, 1973 an den Weltfestspielen teilzunehmen. Ich bekam keine Reiseerlaubnis. Daß ich mich dann mehr oder weniger „schwejkisch“ benahm, lag wohl auch an der besonderen Situation in der NVA. Sie wurde sozusagen die Hefe für mein anarchisches Verhalten, mein permanentes Empören gegen alle Ungerechtigkeiten. Und jede Armee ist ja geradezu prädestiniert, anarchische Menschen zu produzieren, wenn sie dies Verhalten auch anzunehmen bereit sind. Heute wäre ich Totalverweigerer, und ich kann nur jeden vernünftig denkenden Menschen dazu raten, auf alles Armeeistische zu scheißen. Für die Armee habe ich nur noch die schlanke Gestalt meines Mittelfingers übrig.
Du warst seinerzeit auf den Hartz-IV-Montagsdemos sehr aktiv. Da gibt es doch dieses eine Pressefoto, das dich mit Oskar Lafontaine, dem Heilsbringer aus Saarbrücken, zeigt…
Heilsbringer? Nee. Das ist Quatsch. Er ist kein Jesus, oder so ähnliches (selbst der änderte nichts an der Lebenssituation der Menschen und verschwand ans Kreuz).
Und übrigens: nicht ICH war auf vielen Fotos mit Lafontaine sehen, sondern Lafontaine mit MIR. – Fleming schmunzelt und zwinkert mit den Augen. – Ich stand schon lange in der ersten Reihe, bevor Lafontaine von seinen Kumpels von der WASG in die erste Reihe gedrängelt wurde, eingepulkt von einer Horde von Paparazzi, die den Beginn des Marsches verzögerten. Dieses Gedränge wurde so groß, daß einige übereifrige Polizisten meinten, Lafontaine beschützen zu müssen, statt uns vor diesen Fotografen. So forderten wir lautstark die Polizisten dazu auf, die Fotoreporter peu à peu zurückzudrängen, damit wir endlich losgehen konnten. Einige der Polizisten begriffen diese schlichten Worte aus dem Volke – und der Marsch konnte beginnen. Kurz darauf entdeckte ich auf dem Rücken von Lafontaines Anzug einen glänzenden Fleck. Ich wußte bis dato nichts von dem geworfenen Ei, und er berichtete mir kurz davon. Ich versicherte ihm, daß ihm jetzt nichts mehr passieren würde; einige andere fügten hinzu, daß wir auf ihn aufpassen würden. Da ich damals während des Marsches schwarze Klamotten trug und dazu meine bei Tageslicht immer dunkel werdende Brille, müssen einige wohl gedacht haben, ich sei sein Bodygard. – Während des Marsches bis zur Oper versuchte ich ihn in ein Gespräch zu verwickeln, was aber nur zögernd zustande kam. Ich fragte ihn, ob dieses Marschieren, unser wöchentliches Protestieren, auf Schröder Eindruck machen würde. Er bejahte und verwies auf einige kleinere Änderungen in der Hartz-Gesetzgebung. Aber ich hatte da meine Zweifel, die sich dann auch bald bestätigten. Ich fand’s auch traurig, daß nach der sächsischen Landtagswahl der Protest abebbte. Manchmal habe ich das Gefühl, daß das ganze Protestieren nicht reicht, daß wir vielleicht eine effektivere RAF benötigen. Freilich nicht die der ersten und nachfolgenden Generationen. Eben eine andere, bessere, effektivere.
Abschließende Frage: Welchem berühmten Maler, tot oder lebendig, würdest du zutrauen, dich zu portraitieren?
Max Ernst. Das deshalb, weil er 1925 eine wunderbare Frottage mit Bleistift auf Papier machte mit dem bezeichnenden Titel: l’unique et sa propriété [Der Einzige und sein Eigentum, das Buch Max Stirners]. Denn wie Max Ernst von Stirner beeinflußt war, so bin ich von Max Stirner beeindruckt. Ich denke, da schließt sich der Kreis.
Morgana bedankt sich für das Gespräch.



