Auch bei den Vorstellungszahlen, Gastspielen, theaterpädagogischen Veranstaltungen sowie den Eigeneinnahmen sind Steigerungen zu verzeichnen | Überraschender Publikumsrenner: George Taboris „Mein Kampf“
Mit Steigerungen bei den Vorstellungs- und Besucherzahlen sowie Eigeneinnahmen am Theater der Jungen Welt in Leipzig hat sich die Leistungsfähigkeit des „kleinen“, selbstständigen Stadttheaters für Kinder und Jugendliche zum wiederholten Male eindrucksvoll bestätigt. Wichtig dabei: Die Effizienz ging keineswegs auf Kosten der künstlerischen Qualität.
„Ort der Vielfalt“ ist das Theater der Jungen Welt nicht nur seit der jüngsten Auszeichnung seines Engagements gegen Rechtsextremismus und seines Einsatzes für Toleranz. Ort der Vielfalt ist das Leipziger Jugendtheater auch hinsichtlich seines großen Angebots und der Besuchernachfrage. In der Spielzeit 2009/2010 kam die Rekordzahl von 48.812 Zuschauern – eine Steigerung um mehr als 3.700 (+8%) – zu einer der 734 Vorstellungen des Theaters der Jungen Welt. Dies bedeutet die höchste seit 15 Jahren erreichte Zahl.
Ort der Vielfalt ist das Theater der Jungen Welt aber auch in seinem theaterpädagogischen Programm. Durch die 2008 erfolgte Etatanpassung konnte seinerzeit auch eine Aufstockung der Mitarbeiter von zwei auf drei feste Kräfte sowie zusätzliche Honorarkräfte veranlasst werden. Wie sinnvoll diese Investition in die kulturelle Bildung war, lässt sich allein an den über 550 Veranstaltungen (+168) mit 8.800 (+1.650) größtenteils jungen Teilnehmern erahnen.
Durch die gestiegenen Vorstellungs- und Gastspielzahlen (+12), darunter eine Gastspieltournee von „Fische und Süßer Brei“ [ab 2] in Süddeutschland und Österreich, sowie Vorstellungen u.a. in München, Krakau und beim Heidelberger Stückemarkt, konnten auch auf der Erlösseite erstmals über 230.000 EUR eingenommen werden. Diese Quote, die bei gegenüber Erwachsenentheatern um ein Vielfaches geringeren Kartenpreisen (zwischen 9 und 4 EUR) zustande kommt, darf als erstaunlich hoch bezeichnet werden.
Inhaltlich hat sich in der Spielzeit 2009/2010 die Balance, die in den letzten Jahren zu einer Akzentuierung des Theaters für Kinder und des Puppentheaters tendierte, nun leicht zugunsten des Jugendtheaters (221 Vorstellungen; +94) einschließlich des Abendprogramms entwickelt (Kindertheater: 237; Puppentheater: 265). Doch auch das Familienprogramm am Wochenende mit mehreren Vorstellungen für unterschiedliche Altersstufen bleibt ein großer Renner. Im Bereich Abendprogramm/Jugendtheater gibt es einen, auf den ersten Blick überraschenden, aber ganz klaren Publikumssieger: George Taboris „Mein Kampf“ in der Inszenierung von Jürgen Zielinski (94% Auslastung).
Matthias Schiffner
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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