Wenn Broder angeblich wegen seiner Anti-Augstein-Äußerung dramatisiert hat, so sollte er sein publizistisches Tun aufgeben und – Dramatiker werden, wobei nicht heraus ist, ob seine Dramen auch spielbar sind.

Es gibt bei vielen, meist rechts angesiedelten Politikern, solche Ausraster, die dann, so denken diese Damen und Herren, durch eine Entschuldigung aus dem Wege geräumt wären. Dem ist aber nicht so. Denn Broder hetzt pro-zionistisch weiter gegen Menschen, die die Politik der jeweiligen Regierungen in Israel kritisieren, nicht aber das israelische Volk, wie Broder wider besseren Wissens unterstellt.

Letzteres ist nur insoweit zu kritisieren, daß es immer wieder solche zionistischen Ultras, die nicht gewillt sind, mit den Palästinensern endgültig Frieden zu schließen, in die politische Unverantwortlichkeit wählt. Denn Leidtragende dieser zionistischen, friedensfeindlichen Initiativen sind nicht nur die Palästinenser, sondern auch die Mehrheit der Israelis.

Ihnen sei, wie einst von Karl Liebknecht getan, zugerufen: Der Feind steht im eigenen Land. Eigentlich müßten die israelischen Soldaten und Offiziere, die ihr Leben geben müssen in einem Krieg, den man nur unselig nennen kann, die Waffen umkehren und die politische, kriegstreibende Klasse stürzen.
Aber wann wird das sein? Bis es keine Palästinenser mehr gibt oder sich beide Völker gegenseitig vernichtet haben?

Nachtrag: wenn es stimmt, wie ich einst hörte, daß Broder und Gysi befreundet sind, müßten bei letzterem die Alarmglocken läuten. Man stelle sich vor, Gysi würde ähnlich wie Augstein sich äußern, was wohl nicht zu erwarten ist, dann stünde Gysi vielleicht auf der Liste vom Simon Wiesenthal Center noch vor Augstein.

Lieber Genosse Gysi, Verwandte kann man sich nicht aussuchen, Freunde schon.

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