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	<title>Leipziger Kritiken &#187; Bücher</title>
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	<description>Lose Blätter für Theater, Bücher und Musik</description>
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		<title>Erfurter Programme – neue Ausgabe „Marxistische Blätter“</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Dec 2011 21:45:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>

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		<description><![CDATA[In dem folgenden Themen-Schwerpunkt ist von vielen Programmen die Rede. Ist es die anhaltende kapitalistische Krise, das polit-ökonomische Experimentieren der Herrschenden, die Suche nach Alternativen, die dieses intensive Interesse am Programmatischen erzeugt?
Wie steht es da um den Satz des alten Karl Marx, „jeder Schritt wirklicher Bewegung ist wichtiger als ein <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2011/12/erfurter-programme-%e2%80%93-neue-ausgabe-%e2%80%9emarxistische-blatter%e2%80%9c/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4344" class="wp-caption aligncenter" style="width: 289px"><img class="size-full wp-image-4344 " title="mb_6_11" src="http://www.leipziger-kritiken.de/wp-content/uploads/2011/12/mb_6_11.png" alt="Erfurter Programme" width="279" height="400" /><p class="wp-caption-text">Marxistische Blätter Heft 6/11: <br />Erfurter Programme</p></div>
<p>In dem folgenden Themen-Schwerpunkt ist von vielen Programmen die Rede. Ist es die anhaltende kapitalistische Krise, das polit-ökonomische Experimentieren der Herrschenden, die Suche nach Alternativen, die dieses intensive Interesse am Programmatischen erzeugt?</p>
<p>Wie steht es da um den Satz des alten Karl Marx, „jeder Schritt wirklicher Bewegung ist wichtiger als ein Dutzend Programme“? Man kann ihm wohl schlecht eine Geringschätzung programmatischer Gedanken unterstellen, der mit Friedrich Engels das Kommunistische Manifest und seine berühmten Randglossen zum Gothaer Programm verfasst hat. Umso gewichtiger ist der Hinweis: das Kriterium für die Politik ist die Praxis.</p>
<div id="artikel">
<p>Aber hier geht’s erstmal um die konzeptionelle Entwicklung von Politik. Es war eine vernünftige Überlegung, auf das Erfurter Programm von 1891 zurück zu gehen. Mit ihm hatte der Marxismus in der deutschen Sozial demokratie Fuß gefasst – und es war von vorbildlicher Kürze (weshalb wir es ohne Umstände im Original abdrucken). Vier Vorträge der Tagung „Das Erfurter Programm 1891. Historische Wirkung und aktuelle Bedeutung“ bilden den Grundstock unseres Schwerpunkt. Robert Steigerwald gibt einen Überblick über die Entwicklung sozialdemokratischer Programme von Eisenach 1868 bis zu Godesberg 1959; die Vorträge von Eckhard Trümpler über die programmatisachen Grundlagen der SED, von Nina Hager über die programmatische Debatte in der DKP und Klaus Höpcke über die Programmatik der Partei DIE LINKE schlagen den Bogen bis in die Gegenwart. Mit Bedacht war die Linkspartei mit ihrem Programmparteitag zum 120. Jahrestag des Erfurter Programms Ende Oktober diesen Jahres in die thüringische Metropole gegangen. Zu diesem Parteitag haben wir in den Schwerpunkt eine Einschätzung der Kommunistischen Plattform der Linkspartei aus der Feder von Ellen Brombacher und eine Betrachtung unseres Redakteurs Gerd Deumlich, der für die Marxistischen Blätter in Erfurt war, aufgenommen.</p>
</div>
<p><strong><a href="http://www.neue-impulse-verlag.de/shop/contents/de/d3.html" target="_blank">Weiter&#8230;</a></strong></p>
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		<title>Widukind De Ridder gegen Stirner</title>
		<link>http://www.leipziger-kritiken.de/2011/12/widukind-de-ridder-gegen-stirner/</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Dec 2011 15:39:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein nachträglicher Kommentar
Von Joán Ujházy, Budapest
Widukind de Ridder schrieb für die linke Zeitschrift „Das Argument“ im letzten Jahr eine Kritik zur von Bernd Kast kommentierten Studienausgabe von Stirners Buch „Der Einzige und sein Eigentum“. Es ist insoweit eine übliche wie auch typische Kritik, die De Ridder an dieser Werkausgabe übt, mehr <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2011/12/widukind-de-ridder-gegen-stirner/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein nachträglicher Kommentar</strong></p>
<p><em>Von Joán Ujházy, Budapest</em></p>
<p>Widukind de Ridder schrieb für die linke Zeitschrift „Das Argument“ im letzten Jahr eine Kritik zur von Bernd Kast kommentierten Studienausgabe von Stirners Buch <strong><a href="http://www.verlag-alber.de/einzeltitel/details_html?k_tnr=48342&amp;k_onl_struktur=1420077" target="_blank">„Der Einzige und sein Eigentum“</a></strong>. Es ist insoweit eine übliche wie auch typische Kritik, die De Ridder an dieser Werkausgabe übt, mehr noch an Stirner selbst. Zugleich ist neben diesem Typisch-Sein diese Kritik auch untypisch für die neue Zeit, wo doch aller ideologische und politische Druck seitens der alles wissenden Arbeiterparteien aus dem real-existierenden Sozialismus weggefallen ist und wir uns allesamt auf die Vergangenheit neu einlassen können, nicht ideologisch verbissen, sondern bei aller nötigen Parteilichkeit doch – wissenschaftlich. Insoweit ist es auch jetzt noch angetragen, seine Kritik ein wenig zu kommentieren. De Ridders Buchbesprechung ist nachzulesen auf der Internetseite der <strong><a href="http://www.msges.de/max_stirner.html" target="_blank">Max Stirner-Gesellschaft</a></strong> unter der Rubrik <strong>Ältere Publikationen von und über Max Stirner</strong>.</p>
<p>Wie bei vielen, die sich mit Stirner schwer tun, kann es auch Widukind De Ridder nicht lassen, unkommentiert (!) all jene Bezeichnungen aufzuführen, die man Stirner anhängte, nämlich Anarchist zu sein (Engels), dann das Verdikt der Kleinbürgerlichkeit (Marx) und Prorofaschist (Helms, ein pseudmarxistischer Stirner-<strong><em>Ver</em></strong>kenner).</p>
<p>Daß heute noch in marxistischen Kreisen Max Stirner nach wie vor keine Lobby hat, ist eigentlich erklärlich (der Übervater Marx scheint permanent zu grüßen), wenn auch zugleich nicht mehr nachvollziehbar.</p>
<p>Auch ein De Ridder kann es sich nicht verkneifen, mit ironischen (?) Injurien auf einen Mann zu treten, der nach wie vor auf dem „unakademischen“ Boden liegt. Es hat schon nichts mehr mit Marxismus zu tun, wenn De Ridder Stirners Hauptwerk auf den Vormärz <em>beschränkt</em>, nur weil sich z.B. Duchamp und Ernst auf Stirner beriefen.</p>
<p>Da trägt er die berühmten Eulen nach Athen. Natürlich ist Stirners Buch nur aus dem Vormärz erklärbar. Ist das aber nicht ebenso Marx? Mindestens bis zu seiner Abfassung des „Kommunistischen Manifestes“? Durch De Ridders sehr unhistorische Einlassung wird also Stirner unterstellt, für die heutige Zeit keine Bedeutung (mehr) zu haben. (Siehe auch unten De Ridders Vehemenz gegen eine Gegenwartsbezogenheit des Stirnerschen Werkes.)</p>
<p>Mit dieser Pseudokritik geht De Ridder alles andere als marxistisch vor. Allein eine historische Einordnung eines philosophischen Werkes macht noch keinen Marxisten, vergleichbar mit der berühmten Schwalbe. Und es macht ein Argument deswegen nicht überzeugender.</p>
<p>Selbst Helms ist da etwas „weiter“, als er Stirner zum Vorläufer von Hitler machte, also Stirner nicht auf den Vormärz beschränkte, sondern ihm sehr wohl zugestand, bis ins 20. Jahrhundert hineingewirkt zu haben. Daß dabei Helms aber den bisher größten Bock abschoß, als er schrieb, daß trotz einiger oberflächlicher Widersprüche Stirner und Hitler „vollkommen miteinander zu vereinbaren“, auch wenn Hitler den „Einzigen“ nicht gekannt haben mag. (Die anonyme Gesellschaft, S. 5, 481), sei nur erwähnt. Leider zählt auch Helms zu den stalinistisch verquasten Pseudomarxisten, die heute noch solch horrenden Unsinn verbreiten, so 2006, als er seine These von Stirner-Hitler dahin gehend „kreativ weiterentwickelte“, „dass heute George W. Bush als mächtigster Exponent des Stirnerianismus anzusehen sei.“ (<strong><a href="http://www.lsr-projekt.de/miscams.html#helms" target="_blank">Siehe LSR-Projekt!</a></strong>)</p>
<p>Nochmals zu De Ridder: Sinn seiner „Argumentation“ ist es also, Stirner auf das 19. Jahrhundert zu beschränken, wie es viele Anti-Marxisten mit Marx’ „Kapital“ taten. Hier müßte De Ridder doch stutzig werden! (Wird er aber leider nicht!!!) Weiterer Sinn ist, Stirner jeglichen Einfluß auf die nach ihm folgende Zeit auszublenden. Wir sollen also annehmen, daß Stirner für unsere Zeit völlig unaktuell sei, oder gar dergestalt „Alltagsphilosophie“ (siehe Stulpe, Achenbach etc.), daß es keinen Sinn mehr mache, über Stirner auch nur ein Sterbenswörtchen zu verlieren. Dabei rede ich gar nicht, was ein eigenes Kapitel ist, daß nach wie vor von marxistischer Seite die Tatsache ausgeblendet wird, daß Stirners Buch und Marx’ Lektüre desselben letzteren dazu bewegte, die philosophische Enge des Feuerbachismus zu überwinden, um zu seinem eigentlichen Standpunkt zu kommen: zum dialektisch-historischen Materialismus.</p>
<p>Und schon gequält, aber deswegen nicht überzeugend, ist De Ridders Hinweis, wonach z.B. Bernd Kast mit seiner kommentierten Stirner-Ausgabe eine „akademische Glaubwürdigkeit“ pro Stirner erzwingen wolle. Ich denke, das hat Kast nicht nötig. Umgekehrt müßte man alle mit dem Verdikt der „akademischen Glaubwürdigkeit“ versehenen Philosophen auf ihre Zeit beschränken, reduzieren, so wie es De Ridder mit Stirner versuchte. Daß das mit Wissenschaft nichts mehr zu tun hat, sei nur am Rande bemerkt.</p>
<p>Aber er läßt ohnehin am Ende seiner Buchbesprechung die Katze aus dem Sack: „Anstatt immer nur die Frage nach irgendeiner <strong>‚Gegenwartsbezogenheit‘</strong> zu stellen, sollte stärker versucht werden, Stirners Verabschiedung der gesamten Philosophie im Hinblick auf die politischen Dimensionen und emanzipatorischen oder moralischen Ansprüche der Junghegelianer zu deuten.“ [Von mir hervorgehoben, J. U.]</p>
<p>Und was heißt das? Stirner ist tauglich genug, wenn man ihn behandelt, meinethalben akademisch, auf seine Zeit reduziert, aber bloß nicht auf die Gegenwarts bezogen. Es könnte dabei herauskommen, daß er für uns ebenso wichtig ist wie das Gesamtwerk von Marx, sicherlich nicht wichtiger als Marx, aber auf hohem theoretischen Niveau.</p>
<p>Mit dieser ungewollt (?) herausgelassenen Katze fällt De Ridders Kartenhaus eigentlich in sich zusammen; nur, er merkt es nicht. Dumm ist sein „Argument“ nicht; es ist aber mehr so etwas wie Bauernschläue. Der kann man mit einem tatsächlichen Argument nicht beikommen, nicht einmal in einer Zeitschrift, die sich so nennt. Wer kennt nicht den Spruch: Was der Bauer nicht kennt, daß ißt er nicht.</p>
<p>Das kann man nur bedauern.</p>
<p>Was uns hier De Ridder bietet, ist eben die Fülle von absichtlichen [!] Mißverständnissen, gegen die Kast versucht anzugehen, wohl vergeblich, wenn wir uns die De Riddersche Kritik auf der Zunge zergehen lassen. In einem scheint De Ridder aber Recht zu haben: Bernd Kasts Bemühen, bisherige Rezeption von Stirners Einzigen gerade zu rücken, wirkt insoweit defensiv, weil es dem Ausschöpfen des Meeres mittels eines Siebes gleichkommt, wollte man versuchen, solchen „Besserwissern“ wie De Ridder und Co. von ihrer Arroganz mit solchen, den Kastschen Bemerkungen, eines Besseren belehren.</p>
<p>Statt also defensiv zu agieren, sollten wir Stirner nicht gegen jene verteidigen, die von ihren Vorurteilen nicht wegzubekommen sind, sondern wir können Stirners Bedeutung nur dadurch herausarbeiten, indem wir uns nicht mehr auf ein Verteidigungsgeplänkel einlassen, sondern durch eigene Studien nachweisen, was wir tatsächlich an Stirner haben.</p>
<p>De Ridder gehört übrigens, wie es scheint, immer noch zu den Marxisten, die auch eine Kleinigkeit nicht zur Kenntnis nehmen wollen, daß nämlich Max Stirner <strong>nicht</strong> G. Edward ist. [De Ridder hat den gegen Kuno Fischer gerichteten Artikel von G. Edward ins Englische übersetzt, welche in Saul Newmans Buch „Max Stirner (Critical Explorations in Contemporary Thought)“ abgedruckt wurde. Bei der Nennung des Autors werden Stirner und Edward als ein und dieselbe Person genannt.] <strong><a href="http://www.max-stirner-archiv-leipzig.de/max_stirner.html#edward" target="_blank">Siehe hier!</a></strong></p>
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		<title>Interessantes Buch: Im Mörderlager Dachau von Hans Beimler</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Dec 2011 09:11:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe dieses Buch innerhalb von zwei Tagen gelesen und kann es nur weiterempfehlen. Nicht nur der Beimler-Bericht ist erschütternd, auch die angehängte Biographie ist sehr gut . Der Herausgeber ist ehrlich bemüht, die bisherige Darstellung von Beimlers Leben in Ost und West gerade zu rücken.
Während im Westen Deutschlands Beimler <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2011/12/interessantes-buch-im-morderlager-dachau-von-hans-beimler/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4299" class="wp-caption aligncenter" style="width: 475px"><img class="size-full wp-image-4299 " title="beimler" src="http://www.leipziger-kritiken.de/wp-content/uploads/2011/12/beimler.jpg" alt="" width="465" height="374" /><p class="wp-caption-text">Hans Beimler in Spanien</p></div>
<p>Ich habe dieses Buch innerhalb von zwei Tagen gelesen und kann es nur weiterempfehlen. Nicht nur der Beimler-Bericht ist erschütternd, auch die angehängte Biographie ist sehr gut . Der Herausgeber ist ehrlich bemüht, die bisherige Darstellung von Beimlers Leben in Ost und West gerade zu rücken.</p>
<p>Während im Westen Deutschlands Beimler totgeschwiegen wurde und nur dann das Licht der westdeutschen Öffentlichkeit erblickte, wenn er gegen die DDR und die UdSSR instrumentalisiert werden konnte, so ist der Umgang mit seiner Person in der DDR schon etwas kultartiges. Wer denkt dabei nicht an den Mehrteiler des DDR-Fernsehens &#8220;Hans Beimler, Kamerad&#8221; (1969), in dem man ihn heroisierte, ja nicht einmal davor zurückgeschreckt wurde, einige Fakten zu fälschen, wobei das Ältermachen seiner zweiten Frau Centa nur die kleinere Manipulation war.</p>
<p>Erwin Geschonneck schrieb in seiner Autobiographie, wie er und andere ehemalige KZ-Insassen erzürnt war(en), weil sie nicht, wie verabredet, vor der Abnahme des Films noch einmal hinzugezogen wurden.</p>
<p>Besonders regte sich Geschonneck darüber auf, wonach Beimler vor den KZ-Insassen in Dachau die &#8220;Internationale&#8221; gesungen haben soll. Geschonneck, der selbst in Dachau war, aber lange nach Beimler, hat nie von einem solchen Auftreten gehört.</p>
<p>Geschonneck erwähnt in seinem Buch, daß er sich gerade auch gegen solche künstlerischen Darstellungen wendete; und er erhielt Zuspruch z.B. von Franz Dahlem: &#8220;Ich war angenehm überrascht, daß Du den Mut gefunden hast, einige der unmöglichen Stellen in dem Hans-Beimler-Film&#8217; offen zu kritisieren.&#8221; Dahlem schrieb weiter, daß &#8220;nicht nur die KZler, sondern auch die Spanienkämpfer ein Interesse daran haben, bei solchen Themen ihre sachverständige Meinung zu äußern.&#8221;</p>
<p>Jetzt, wo aller ideologische und politische Druck entfällt, kann die Geschichte also so dargestellt werden, wie sie tatsächlich abgelaufen ist. Das vorliegende Buch leistet dazu einen kleinen und wichtigen Beitrag.</p>
<p><strong>Hans Beimler: Im Mörderlager Dachau. Hg. und um eine biografische Skizze ergänzt von Friedbert Mühldorfer. PapyRossa, Köln 2011. 195 ., br., 12,90 €.</strong></p>
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		<title>Spurensuche als PDF</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Oct 2011 14:42:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer die &#8220;Spurensuche&#8221; als PDF wünscht, um sie auszudrucken, der folge diesem Link:
Spurensuche
Ansonsten siehe auch hier!
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer die &#8220;Spurensuche&#8221; als PDF wünscht, um sie auszudrucken, der folge diesem Link:</p>
<p><strong><a href="http://www.pol-oek.de/spurensuche_Teil1.pdf">Spurensuche</a></strong></p>
<p><strong>Ansonsten siehe auch <a href="http://www.leipziger-kritiken.de/2011/10/spurensuche/">hier</a>!</strong></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Spurensuche</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Oct 2011 18:38:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine digitale Studienreise in „Das Kapital“ von Karl Marx – eine spannende Lektüre; schade nur, daß sie nicht auch als Buch vorliegt!
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.pol-oek.de/#spurensuche.html" target="_blank"><strong>Eine digitale Studienreise in „Das Kapital“ von Karl Marx</strong></a> – <em>eine spannende Lektüre; schade nur, daß sie nicht auch als Buch vorliegt!</em></p>
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		<title>Sozialismus statt Marktwirtschaft</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Sep 2011 11:30:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>

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		<description><![CDATA[
Eine Auseinandersetzung mit Sahra Wagenknechts Buch „Freiheit statt Kapitalismus“
In einer aktuell erschienenen Broschüre setzt sich Lucy Redler mit den neuen Thesen Sahra Wagenknechts auseinander. Sahra Wagenknechts Buch „Freiheit statt Kapitalismus“ erschien im Mai 2011. Wagenknecht kritisiert darin den heutigen Kapitalismus, entwirft eine „neue Eigentumsordnung“ und verspricht einen „kreativen Sozialismus“.
Dieser „kreative <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2011/09/sozialismus-statt-marktwirtschaft/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://shop.sozialismus.info/.media/963072754536.png" alt="" /></p>
<p><strong>Eine Auseinandersetzung mit Sahra Wagenknechts Buch „Freiheit statt Kapitalismus“</strong></p>
<p>In einer aktuell erschienenen Broschüre setzt sich Lucy Redler mit den neuen Thesen Sahra Wagenknechts auseinander. Sahra Wagenknechts Buch „Freiheit statt Kapitalismus“ erschien im Mai 2011. Wagenknecht kritisiert darin den heutigen Kapitalismus, entwirft eine <em>„neue Eigentumsordnung“</em> und verspricht einen <em>„kreativen Sozialismus“</em>.</p>
<p>Dieser <em>„kreative Sozialismus“</em> entpuppt sich bei genauerem Hinschauen jedoch als eine gemischte Wirtschaft mit großen staatlichen Konzernen, vielen Genossenschaften und kleinen und mittleren privaten Unternehmen. Sie schlägt die Verstaatlichung eines großen Teils der Konzerne oder Umwandlung in Mitarbeitergesellschaften vor, unter Beibehaltung des bürgerlichen Staats und der Marktwirtschaft.</p>
<p>Sahra Wagenknechts zentrale Botschaft lautet:<em>„Es gibt Marktwirtschaft ohne Kapitalismus und Sozialismus ohne Planwirtschaft.“</em></p>
<p>Ihre Absicht:<em> „Es wird Zeit, den typischen FDPlern, die von Ökonomie nicht mehr verstehen als die auswendig gelernten Sprüche aus ihren eigenen Wahlwerbungsprospekten, entgegen zu halten, wie Marktwirtschaft tatsächlich funktioniert. Und es wird Zeit zu zeigen, wie man, wenn man die originären marktwirtschaftlichen Ideen zu Ende denkt, direkt in den Sozialismus gelangt, einen Sozialismus, der nicht Zentralismus, sondern Leistung und Wettbewerb hochhält.“</em></p>
<p>Diese Positionen aus der Feder einer bekannten Parteilinken verblüffen. Was beabsichtigt Sahra Wagenknecht mit ihrer positiven Bezugnahme auf die Marktwirtschaft und Ludwig Erhard?</p>
<p>Lucy Redler setzt sich mit den Thesen und Argumenten Sahra Wagenknechts vor dem Hintergrund der Programmdebatte innerhalb DIE LINKE auseinander und zieht Parallelen zu Diskussonen, die bereits Rosa Luxemburg und August Thalheimer führten.</p>
<p>Kann es Marktwirtschaft ohne Kapitalismus geben? Sind die Planwirtschaften im Osten an zentraler Planung oder an fehlender Demokratie gescheitert? Bietet die Theorie der Wirtschaftsdemokratie und des Dritten Wegs einen Ausweg aus der globalen Krise des Kapitalismus?</p>
<p>Auf diese Fragen sucht Lucy Redler Antworten, die auch interessant sind, wenn man Sahra Wagenknechts Buch nicht gelesen hat.</p>
<p><em>Sozialismus statt Marktwirtschaft. Eine Auseinandersetzung mit Sahra Wagenknechts Buch „Freiheit statt Kapitalismus“, </em>Broschüre, 44 Seiten, 3 Euro plus Versand, zu bestellen im <a href="http://shop.sozialismus.info/shop/article_662/Sozialismus-statt-Marktwirtschaft.html"><strong>shop der SAV</strong></a><a href="http://shop.sozialismus.info/shop/article_662/Sozialismus-statt-Marktwirtschaft.html"><strong> unter www.shop.sozialismus.info</strong></a> oder 030/24723802</p>
<p>Die Autorin: Lucy Redler wurde 1979 geboren und lebt in Berlin. Sie war bei den Abgeordnetenhauswahlen 2006 in Berlin Spitzenkandidatin der WASG Berlin und vor der Fusion Mitglied des WASG-Bundesvorstands. Sie ist heute Mitglied der Partei DIE LINKE und Bundessprecherin der Sozialistischen Alternative (SAV).</p>
<p><strong>Quelle: sozialismus.info</strong></p>
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		</item>
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		<title>Innovationsdynamik und Technology Assessment</title>
		<link>http://www.leipziger-kritiken.de/2011/07/innovationsdynamik/</link>
		<comments>http://www.leipziger-kritiken.de/2011/07/innovationsdynamik/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 04 Jul 2011 17:21:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.leipziger-kritiken.de/?p=3913</guid>
		<description><![CDATA[Zur Geschichte der Technikbewertung
Von Gerhard Senft
 Im Oktober 1957 gelangte ein neues Medikament mit dem Wirkstoff Thalidomid auf den Markt. Das Beruhigungs- und Schlafmittel wurde in den Apotheken unter den Bezeichnungen „Contergan“ und „Softenon“ angeboten. Die immer wieder betonte Ungefährlichkeit und die angeblich gute Verträglichkeit – die Werbung versprach gar Augenblicke <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2011/07/innovationsdynamik/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zur Geschichte der Technikbewertung</strong></p>
<p><em>Von Gerhard Senft</em></p>
<p> Im Oktober 1957 gelangte ein neues Medikament mit dem Wirkstoff Thalidomid auf den Markt. Das Beruhigungs- und Schlafmittel wurde in den Apotheken unter den Bezeichnungen „Contergan“ und „Softenon“ angeboten. Die immer wieder betonte Ungefährlichkeit und die angeblich gute Verträglichkeit – die Werbung versprach gar Augenblicke „voll natürlicher Harmonie“ – führten auch zur Einnahme durch schwangere Frauen. Das Präparat wurde zum Welterfolg, allein in der Bundesrepublik Deutschland gingen mehr als eine halbe Million Packungen über die Ladentische. Auffällig war zu jener Zeit aber die zunehmende Zahl missgebildeter Neugeborener. In Großbritannien, Deutschland und Australien begannen mehrere Forschergruppen unabhängig voneinander nach den Ursachen der Fehlbildungen bei den Säuglingen zu suchen. Es dauerte mehrere Jahre, bis ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Thalidomid und den gehäuften Verkrüppelungen nachgewiesen werden konnte. &#8230; <strong><a href="http://www.leipziger-kritiken.de/senft1.pdf">Weiter&#8230;</a></strong></p>
<p><strong>Quelle: Peter Berger, Peter Eigner, Andreas Resch (Hg.): Die vielen Gesichter des wirtschaftlichen Wandels. Beiträge zur Innovationsgeschichte, Festschrift für Dieter Stiefel. Reihe: <em>Veröffentlichungen der Österreichischen Gesellschaft für Unternehmensgeschichte</em> Bd. 29, LIT Verlag Berlin-Münster-Wien-Zürich-London 2011, S. 101-120.</strong></p>
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		<title>Geheimdienstgülle</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Jul 2011 12:42:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Buch über den Spiegel und andere Agenten
Von Diether Dehm
Als ich ihn kennenlernte, schenkte mir Peter Sodann „Wer die Zeche zahlt“ von Frances Saunders. Mit haarkleinen Belegen, wie US-Geheimdienste und BND seit den 50ern Medienkampagnen steuerten, gegen den sowjetischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch, den Maler Pablo Picasso, gegen Bertolt Brecht. Und <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2011/07/geheimdienstguelle/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein Buch über den Spiegel und andere Agenten</strong></p>
<p><em>Von Diether Dehm</em></p>
<p>Als ich ihn kennenlernte, schenkte mir Peter Sodann „Wer die Zeche zahlt“ von Frances Saunders. Mit haarkleinen Belegen, wie US-Geheimdienste und BND seit den 50ern Medienkampagnen steuerten, gegen den sowjetischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch, den Maler Pablo Picasso, gegen Bertolt Brecht. Und gegen andere, die schon von Goebbels und McCarthy verfolgt worden waren. „Verschwörungstheorien“? Wo Verschwörungen sind, braucht’s auch Theorie dazu.</p>
<p>Später las ich Erich Schmidt-Eenbooms „Der BND“ und „Undercover. Wie der BND die deutschen Medien steuert“. Selbst Spiegel- und Zeit-Mitarbeiter, ja sogar Marion Gräfin Dönhoff, wurden schnöde BND-IMs. Nahkampfziel des Altnazi Reinhard Gehlen: linksliberal reputierte Meinungsmultiplikatoren in den Griff zu kriegen.</p>
<p>Der einstige Spiegel-Redakteur Peter-Ferdinand Koch liefert nun in „Enttarnt“ anderes Material hinzu, wobei er möglicherweise einigen im Ministerium für Staatssicherheit der DDR (MfS), wie Markus Wolf und Werner Großmann, herrschendes Unrecht tut. Aber: Warum soll einer die DDR nach ihrem Untergang noch zu lieben beginnen? Mir hatte dies das Schikane- und Gewaltmonopol der SED zu ihren Lebzeiten schon schwer genug gemacht. Aber wenigstens war die DDR befreit von Auschwitzfinanziers der Deutschen Bank und NS-Staatsterroristen Konrad Adenauers.</p>
<p>Seit April mußte Koch noch keine Zeile schwärzen. Das mag MfS-seitig daran liegen, daß niemand mehr klagen kann. Aber daß weder des Spiegels journalistische Rufmordschwadronen bislang eine einzige einstweilige Verfügung erwirkt haben noch der BND, deutet auf geringe Fehlerquoten. Auch wenn Koch oft räuberpistolig wird („MfS-Oberst Franz Gold … vormaliger Fleischermeister, der dem Schauspieler Gert Fröbe verblüffend ähnlich sah.“).</p>
<p>Der eigentliche Aufbauer des MfS, Rote-Kapelle-Mitgründer Hans Fruck, hingegen genießt Kochs Respekt („Lichtblick… aufopferungswürdig mitfühlend; … legendäre Figur, bekannt als „Arbeitergeneral“… konnte … über Mielke oder Honecker ungestraft herziehen … weiser Mann … brillante Menschenkenntnisse“).</p>
<p>Die „friedliche“ „Revolution“ erfreut sich bei Koch auch nicht vorgestanzten Jubels: Koch nimmt die DDR-Gründungsidee partiell in Schutz: „Fruck bemerkte vor allem dies: Als 1945 Europa in Trümmern lag, sollte ein zweiter Adolf Hitler niemals mehr zugelassen werden … Doch auf Beförderung wie Gehaltszulagen fixierte Karrieristen gewannen zunehmend die Oberhand. Diese augenfällige Veränderung, registrierte Hans Fruck, setzte ein, als sich mit Honeckers Aufstieg auch das Ausleseverfahren des MfS wandelte. Rangerhöhungen wurden nicht mehr über Kriterien nachrichtendienstlicher Kompetenz verfügt, das Vorwärtskommen entschied die genossenschaftliche Cliquen- und Vetternwirtschaft.“ (Fassadenzynismus, antifaschistischen Rentnern kubanische Winkelemente in die Hand zu drücken, um die Wahl junger, in ideenlose, angepaßte Regierungsarbeit strebender Karrieristen beklatschen zu lassen, ist ja im linken Lager heute noch nachzuschmecken.)</p>
<p>Von besonderem Kaliber aber ist, was Koch gegen BRD-Geheimdienste abfeuert. Namentlich genannte Nazischergen, wie der Häscher der kleinen Anne Frank, Karl Josef Silberbauer, waren für Organisation Gehlen und BND nichts als „kompetente Köpfe“. Oder: „Jeder Geheimdienst, der etwas auf sich hält, verfolgt dieses Ziel: einen Vertrauten beim Spiegel zu plazieren.“ Oder: „Weil Wilfried von Oven in diesen braunen Kreisen verkehrte, avancierte er zum Südamerika-Korrespondenten des Spiegel. Augstein nutzte ihn als Bindeglied zur NS-Kolonie. Dann hofierte das Magazin… Karl Friedrich Grosse, NSDAP-Mitglied, seit 1931 Chef des Auslandspresseclubs unter Ribbentrop.“ Oder: „Altnazis, die sich da im Spiegel artikulierten, mochten ihr Drittes Reich nicht aus dem Gedächtnis streichen… Winfried Martini wollte 1966 wohl eine noch offene Rechnung mit Carl von Ossietzky begleichen, dessen Weltbühne er – ohne Aufschrei des Spiegel– zur ‚wöchentlichen Beleidigung des deutschen Volkes‘“ erklärte. Oder: Altnazi „Franz Alfred Six beschäftigte sich mit einer Europäischen Union – allerdings unter der Zuchtrute des Dritten Reichs mit seinem geliebten Führer … als Sklavenhalter.“ Der Spiegel über die „neue Six-Botschaft: ‚Die Autoren haben einen Typ globaler strategischer Buchreportage entwickelt, … von der Kritik durchweg freundlich aufgenommen‘ … Und wer lieferte die nationalsozialistischen Ladenhüter aus? Der Darmstädter Verlag C. W. Leske, wo Franz Alfred Six den Geschäftsführer gab. … Die nunmehrigen Spiegel-Redakteure Mahnke und Wolff empfahlen den Spiegel-Lesern 1954 ihr aufgefrischtes NS-Produkt, freilich um eine militärpolitische Variante ergänzt: Die Hilfsvölker der Weltmachtgiganten würden an strategischer Bedeutung verlieren.“</p>
<p>Und weiter: „Geheimdienste jedweder Couleur kamen am Spiegel nicht vorbei. … Auf das konspirative Gewerbe wirkte das Magazin wie ein Magnet, denn beim Spiegel hatte sich versammelt, was die Lebensgeister jedes gestandenen Nachrichtendienstes aktivierte, Alkohol, Schulden, Mätressen … Nötigungen … waren die Folge …, wie die des einstigen NS-Hauptsturmführers Horst Mahnke. Er arbeitete seit 1948 für die Organisation Gehlen unter dem Decknamen Klostermann … nebenher Redakteur des Spiegel.“</p>
<p>Von Koch erfahren wir auch, wie „Nachrichtendienste den Spiegel bis heute (!) als exklusives Forum begriffen“, daß der frühere Chef der Deutschen Bank und Adenauer-Berater, Hermann Josef Abs (1901-1994), einen hochkarätigen NS-Beamten namens Piepenbrock als Führungsoffizier hatte und wie Altnazi Gehlen unter dem IM-Namen „Rusty“ vom CIA in die neue antikommunistische Frontarbeit eingeführt wurde. Und auch, wie konkret der Sturm auf die „Stasi“-Zentrale in der Normannenstraße stattfand: „Der Verdacht, die CIA hätte Regie geführt, erhärtete sich. Die Amerikaner hatten das Steuerruder ohnehin längst übernommen.“</p>
<p>Kochs belegbare Fakten sollten unsere werden, auch wenn er von antikommunistischem Weltbild und snobistischem Spiegel-Stil nicht ganz lassen kann: „Mit Errichtung der DDR im Oktober 1949 fielen antikommunistische Rechthaber aus dem Westen in Massen in den deutschen Rumpfstaat ein … eine Art antikommunistische RAF … aufgestachelt von rund 50 geheimdienstlichen Organisationen, die sich ihre Wühltätigkeit von den Amerikanern oder Engländern fürstlich bezahlen ließen. Sie alle wollten dasselbe: Ulbrichts Gebilde in die Knie zwingen &#8230; Die Expansion des MfS war lediglich die Reaktion auf diese gigantische Invasion … Die geheimdienstliche Gülle, die der Westen da über die DDR-Felder goß, förderte die Aggression der Kommunisten. Während im Osten von der Gestapo verfolgte KP-Widerständler endlich ihren Traum von einem kommunistischen Deutschland verwirklicht sahen, versuchten ihre einstigen Verfolger die am Leben gebliebenen Ehedem-Gegner erneut auszuschalten.“</p>
<p>Dann, gegen Ende des Buches, steht schier Unglaubliches: Der „Übergang“ zu Honecker im Jahr 1971 war kein gewaltloser Putsch. Vor Ulbrichts Amtssitz Dölln kam es zum Schußwechsel, bei dem eine Frau den Tod fand. Wie dies zum Eifersuchtsmord ihres Mannes mit vollstrecktem Todesurteil umgetuscht wurde, dürfte selbst hartgesottenen MfS-Fans die Kotze hochtreiben.</p>
<p>Ausgerechnet der Arrangeur diesen Justizterrors, Edgar Braun, „den andere MfS-Genossen zum ‚Himmler der Staatssicherheit‘ ernannt hatten“, wurde 1989 für BRD-Geheimdienstchef Eckart Werthebach zum MfS-Abwickler und Verfolger seiner früheren Kollegen, zum „Wendewerkzeug“. Und damit nicht genug: Brauns Liebesmordstory wurde als „BND-Schauermärchen, … eines betrogenen Tages bitter ernst genommen – vom heutigen Chefredakteur des Spiegel – von Georg Mascolo“.</p>
<p>Eine Schmonzette? Oder doch nur bitterer Beleg für blutige Wendehalsigkeit, wie sie in allen Geheimdiensten wohnt: „Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, daß er nicht dabei zum Ungeheuer wird.“ (Nietzsche)</p>
<p><strong>Peter-Ferdinand Koch: Enttarnt &#8211; Doppelagenten: Namen, Fakten, Beweise. Ecowin Verlag, Salzburg 2011, 472 Seiten, 24,90 Euro</strong></p>
<p><strong>Mit freundlicher Genehmigung des Autors.</strong></p>
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		<title>Mossad-Legenden</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Jun 2011 13:53:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Buch über Adolf Eichmann, das die Version des israelischen Geheimdienstes nachplappert.
Von Gaby Weber
Selten hatte ein Sachbuch eine derart gute Presse wie Bettina Stangneths „Eichmann vor Jerusalem“. Bild war begeistert, andere beten nach. Wer aber über den Eichmann-Komplex urteilen will, begibt sich auf dünnes Eis. Viel Material ist fragwürdig, das <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2011/06/mossad-legenden/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein Buch über Adolf Eichmann, das die Version des israelischen Geheimdienstes nachplappert.</strong></p>
<p><em>Von Gaby Weber</em></p>
<p>Selten hatte ein Sachbuch eine derart gute Presse wie Bettina Stangneths „Eichmann vor Jerusalem“. Bild war begeistert, andere beten nach. Wer aber über den Eichmann-Komplex urteilen will, begibt sich auf dünnes Eis. Viel Material ist fragwürdig, das meiste stammt von Geheimdiensten. In einem Punkt ist Frau Stangneth erfreulich klar: Sie feiert unbeirrt die Version des Mossad von der „heldenhaften Entführung“. Aus neuen Erkenntnissen pickt sie sich Passendes heraus, den aktuellen Forschungsstand ignoriert sie, meine eigenen Recherchen über Hintergründe im Kalten Krieg erwähnt sie nicht.</p>
<p>Sie schreibt gegen die These von der „Banalität des Bösen“, die von der Philosophin Hannah Arendt über den Organisator des Holocaust aufgestellt wurde. Dementsprechend stellt sie ihn als „diabolischen Täter“, „Satan in Menschengestalt“, „Caligula“, „Großinquisitor“ und „erbarmungslose Bestie“ dar, eine Art Einzeltäter des Holocaust – so, als habe er bei der Wannsee-Konferenz nicht das Protokoll geführt, sondern selbst Entscheidungen getroffen. Die Autorin klittert und fälscht Tatsachen.</p>
<p>Beispiel: Eichmann war fünf Jahre lang, bis Mitte 1933, bei Standard Oil in Linz angestellt (wie sein letzter Arbeitgeber, Mercedes-Benz-Direktor William Mosetti). Daraus wird bei Stangneth: „Benzinvertreter in Ober­österreich“. Gemeinsame Interessen von Hitler und Rockefeller hält sie für „Verschwörungstheorie“. Ohne darauf einzugehen, bestreitet sie, daß es „von Anfang an eine geheime Allianz gegen die Araber und zwischen Zionisten und Nationalsozialisten gegeben habe“. Daß Eichmann auf Einladung des Nachrichtendienstes Hagana 1937 in den Nahen Osten gereist war, um die Siedlungen der Emigranten zu besichtigen – sein Bericht liegt im Bundesarchiv – kommentiert Stangneth so: „… und läßt sich sogar von einem Juden zu einem Palästina-Besuch einladen“.</p>
<p>Ein weiteres Beispiel: Kein Historiker hat bisher behauptet, daß sich die Nazis in Südamerika an ihren jüdischen Nachbarn gestört oder sie gar verfolgt hätten. Für Stangneth aber hat Eichmann darunter gelitten, daß „immer noch Juden auf der Welt (seien), er hatte noch eine Rechnung offen“. Das ist blanker Unsinn. Nicht nur die Akten des BND sagen ihm „vorzügliche Beziehungen zu in Argentinien angesehenen Juden“ nach. Die Juden, Emigranten wie die Nazis, traf man beim Bäcker und im Konzert, und an der Werkbank von Mercedes-Benz arbeitete Eichmann einträchtig mit jüdischen Kollegen.</p>
<p>Von den von mir herausgeklagten BND-Dokumenten erwähnt Stangneth nur die, die ihre These untermauern. Begründung: „Ich traue keiner Geheimdienstakte ohne Gegenbeleg, und dieser BND-Akte schon gar nicht. Das klingt für mich nach Kalter-Krieg-Propaganda.“ Was der Mossad aber in alle Welt posaunt – u.a. durch den langjährigen BND-Spitzel Wilhelm Dietl – hält sie für vertrauenswürdig. Dabei war die BND-Akte nie für Propaganda gedacht.</p>
<p>Selbst recherchiert hat sie nicht, sondern sich auf „Quellenstudium“ verlassen, d.h. abgeschrieben, Fehler inklusive. Geburtsdaten werden erfunden, Quellen falsch zitiert, Ortsangaben nicht geprüft. Tucumán liegt bei ihr statt 1200 Kilometer „zwölftausend Kilometer von der Hauptstadt entfernt“. Für sie war Eichmann wohlhabend, einer, der reiste und ein eigenes Haus baute, „eine gescheiterte Existenz sieht anders aus“. Tatsächlich war sein Haus eine Bruchbude am Rande der Müllkippe.</p>
<p>Ihre zentrale Quelle sind die sogenannten Argentinien-Papiere, Kopien zweifelhafter Herkunft. Einen Teil soll Eichmann verfaßt haben, ein anderer Teil stammt von dem Journalisten Willem Sassen, der Holocaust-Leugner David Irving hat ebenfalls etwas dem Koblenzer Bundesarchiv vermacht. Letzterer wollte die Anzahl der in den Konzentrationslagern Ermordeten herunterrechnen, im Sassen-Interview hingegen soll Eichmann mit den sechs Millionen Toten geprahlt haben. Das bestritt er vor Gericht in Jerusalem, nicht die Zahl, sondern seinen ungebrochenen Stolz.</p>
<p>Bei einigen der „Argentinien-Papiere“ muß es sich also um Fälschungen handeln. In den wenigen verwertbaren, weil verstehbaren Kassettenaufnahmen vernimmt man Eichmanns Rechtfertigungen für seine Beteiligung an den Transporten in die Konzentrationslager. Zuvor habe er aber nach Alternativen für die Auswanderung gesucht, leider ohne Unterstützung der zionistischen Anführer.</p>
<p>Die CIA hält bis heute das Sassen-Interview geheim. Man weiß, daß der damalige CIA-Chef Allen Dulles bei der US-Illustrierten Life dafür gesorgt hatte, daß in dem veröffentlichten Teil der Name des Staatssekretärs im Bonner Bundeskanzleramt Hans Globke nicht erscheint. Stangneth will auch hier die Geschichte zurechtrücken: „Viel Druck hätte es dazu gar nicht gebraucht. Der Name Globke kommt nämlich in den Argentinien-Papieren gar nicht vor. Es gab nichts, das Dulles bei Life mit Nachdruck verhindern mußte.“ Daß der Name Globke in den Archiven des Kanzleramts und des Auswärtigen Amtes auftaucht, verschweigt sie. Sie will Originale der Sassen-Papiere in Israel eingesehen haben, wo, verrät sie nicht.</p>
<p>Ihr Kronzeuge ist Sassen, den sie als „SS-Kriegsberichterstatter“, „charismatischen Mann“ und „vielseitigen Lebemann“ beschreibt, der „gern feierte, voller Talente war“. Am Rande erwähnt sie, daß er „Zeuge von Kriegsverbrechen gewesen sein soll“. Über seine beiden Verurteilungen in Belgien und Holland als Kriegsverbrecher verliert sie kein Wort. Warum sie das verschweigt? „Ich konnte keine Urteile finden“, antwortete sie. Eine Anfrage in den Nationalarchiven in Brüssel und Amsterdam hätte geholfen.</p>
<p>Der „charmante und sprachbegabte“ Sassen sei zwar „selber ein überzeugter Nationalsozialist und Rassenantisemit (gewesen), aber er hielt das Mordprojekt für ein Verbrechen und war zu selbstreflektiert, um Leugnung für eine Lösung zu halten“. Daß Sassen regelmäßig in der US-Botschaft zum Rapport antrat, wie es in den BND-Akten heißt, unterschlägt sie ebenso wie seinen plötzlichen Reichtum nach Eichmanns Verhaftung.</p>
<p>Eichmann wurde nicht vom Mossad aufgespürt, sondern von Lothar Hermann aus Quirnbach, Jude, aber nicht Zionist. Er half 1935, jüdisches Eigentum ins Ausland zu verbringen, während die zionistischen Organisationen mit dem Hitler-Regime 1933 das Haavara-Abkommen abgeschlossen hatten, um jüdisches Geld nach Palästina zu überweisen. Die Gestapo verhaftete ihn wegen Devisenvergehens, er landete im KZ Dachau. 1937 floh er nach Südamerika, wo sein Bruder Hugo lebte. Dort wurde vier Jahre später seine Tochter Silvia geboren, und mit ihr sammelte der inzwischen an den Folgen seiner Folter Erblindete Informationen über die Nazis. 1957 schrieb er an Fritz Bauer, Generalstaatsanwalt in Frankfurt am Main, mit dem zusammen er Jura studiert hatte, daß Eichmann im selben Stadtviertel Olivos wie er wohne. Bauer versuchte, die israelische Regierung zum Eingreifen zu bewegen.</p>
<p>Statt dem jüdischen Antifaschisten ein Denkmal zu setzen, schmäht Jerusalem bis heute seinen Namen. Als jüngst das Nationalarchiv einige Dokumente zum Eichmann-Prozeß veröffentlichte, wurde Hermann auf der Homepage als Trittbrettfahrer dargestellt, der nur eine finanzielle Belohnung gefordert habe.</p>
<p>„Nach vielen Mahnungen hat er die Belohnung erhalten“, so Liliane Hermann, Enkelin von Hugo, Lothars Bruder. Die 40jährige ist über den im Juli 2010 in der ARD ausgestrahlten Film „Eichmanns Ende“ empört. Der Untertitel „Liebe, Verrat, Tod“ versprach Quote, sei aber „eine bösartige Lüge“. An dem NDR-Streifen hatte Bettina Stangneth mitgearbeitet, die auch in ihrem neuen Buch behauptet, daß „Eichmann über das Liebesleben seines Sohnes stolpert. Eine Freundin erinnert sich, daß Silvia den fünf Jahre älteren Klaus in der Schule kennengelernt, sich in ihn verliebt und ein Foto von ihm aufgehoben habe. Es gibt viele, die es gesehen haben, weil es sogar bei den Hermanns an der Wand gehangen haben soll“. Wer diese „Freundin“ und die „vielen“ anderen waren, verschweigt die Autorin.</p>
<p>Die 14jährige Silvia hatte Klaus Eichmann in der Clique des Stadtviertels kennengelernt. Mehr war da nicht, weder ein „Liebesleben“ noch eine Schwärmerei, so Liliane, die mit ihrer in den USA lebenden Tante in Kontakt steht. Der NDR habe sie belästigt und Geld für Details angeboten. Laut Stangneth wurde die Sexstory vom Mossad-Chef Isser Harel in die Welt gesetzt, denn „Nazis und Sex gehen immer“. Als Hermann in Argentinien von der Version Harels hörte, reagierte er fassungslos: die Geschichte Harels sei größtenteils „absolut falsch“, man habe „absichtlich und öffentlich“ die Fakten verdreht. Doch das Buch Harels erschien 1975, Hermann war ein Jahr zuvor verstorben und konnte sich nicht mehr wehren.</p>
<p><strong>Bettina Stangneth: Eichmann vor Jerusalem &#8211; Das unbehelligte Leben eines Massenmörders. Arche Verlag, Hamburg 2011, 656 Seiten, 39,90 Euro</strong></p>
<p><strong>Mit freundlicher Genehmigung der Autorin.</strong></p>
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		<title>Von Ulbricht zu Erhard</title>
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		<pubDate>Mon, 30 May 2011 15:34:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Georg Fülberth
In ihrem Buch »Freiheit statt Kapitalismus« äußert Sahra Wagenknecht nichts Falsches und kaum Neues, aber viel Vernünftiges und verbindet dies alles mit einer Marketingidee, über deren Nutzen und Nachteil man sich dann halt ein paar Gedanken machen wird. Dem Vernehmen nach soll in Teilen ihrer Partei die neue <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2011/05/von-ulbricht-zu-erhard/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Georg Fülberth</em></p>
<p>In ihrem Buch »Freiheit statt Kapitalismus« äußert Sahra Wagenknecht nichts Falsches und kaum Neues, aber viel Vernünftiges und verbindet dies alles mit einer Marketingidee, über deren Nutzen und Nachteil man sich dann halt ein paar Gedanken machen wird. Dem Vernehmen nach soll in Teilen ihrer Partei die neue Position der Autorin mit einigen ihrer älteren Auffassungen verglichen und die dabei festgestellte Differenz ihr vorgehalten worden sein. Diesen Effekt wird sie als Werbenutzen einkalkuliert haben. Wer sich für das interessiert, was sie der Sache nach zu sagen hat, sollte sich von solchem Geräusch nicht ablenken lassen, sondern nachsehen, was im Buch drinsteht. Erzählen wir es also erst einmal nach.</p>
<p><strong><a href="http://www.jungewelt.de/2011/05-28/030.php" target="_blank">Weiter&#8230;</a></strong></p>
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