<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Leipziger Kritiken &#187; Musik</title>
	<atom:link href="http://www.leipziger-kritiken.de/category/musik/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.leipziger-kritiken.de</link>
	<description>Lose Blätter für Theater, Bücher und Musik</description>
	<lastBuildDate>Sun, 05 Feb 2012 10:19:56 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.9.2</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Am Rio Jarama – eines der bewegendsten Lieder!</title>
		<link>http://www.leipziger-kritiken.de/2011/11/am-rio-jarama-%e2%80%93-eines-der-bewegendsten-lieder/</link>
		<comments>http://www.leipziger-kritiken.de/2011/11/am-rio-jarama-%e2%80%93-eines-der-bewegendsten-lieder/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 09 Nov 2011 19:26:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.leipziger-kritiken.de/?p=4224</guid>
		<description><![CDATA[
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe width="442" height="353" src="http://www.youtube.com/embed/yRkn0wYD-wE" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.leipziger-kritiken.de/2011/11/am-rio-jarama-%e2%80%93-eines-der-bewegendsten-lieder/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Venceremos!</title>
		<link>http://www.leipziger-kritiken.de/2011/11/venceremos/</link>
		<comments>http://www.leipziger-kritiken.de/2011/11/venceremos/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 09 Nov 2011 19:22:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.leipziger-kritiken.de/?p=4222</guid>
		<description><![CDATA[
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe width="442" height="353" src="http://www.youtube.com/embed/l6eWowTSLwM" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.leipziger-kritiken.de/2011/11/venceremos/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Vasilis Papakonstantinou: Che Guevara – 2</title>
		<link>http://www.leipziger-kritiken.de/2011/08/4025/</link>
		<comments>http://www.leipziger-kritiken.de/2011/08/4025/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 16 Aug 2011 20:05:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.leipziger-kritiken.de/2011/08/4025/</guid>
		<description><![CDATA[
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe width="442" height="353" src="http://www.youtube.com/embed/R0kj7m4fEWU" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.leipziger-kritiken.de/2011/08/4025/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Vasilis Papakonstantinou: Che Guevara – 1</title>
		<link>http://www.leipziger-kritiken.de/2011/08/vasilis-papakonstantinou-%e2%80%93-che-guevara/</link>
		<comments>http://www.leipziger-kritiken.de/2011/08/vasilis-papakonstantinou-%e2%80%93-che-guevara/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 16 Aug 2011 19:53:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.leipziger-kritiken.de/?p=4023</guid>
		<description><![CDATA[
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe width="442" height="353" src="http://www.youtube.com/embed/5YQOB8prYD0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.leipziger-kritiken.de/2011/08/vasilis-papakonstantinou-%e2%80%93-che-guevara/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Maria – die Erhabene, die Reine und Schöne</title>
		<link>http://www.leipziger-kritiken.de/2011/05/maria/</link>
		<comments>http://www.leipziger-kritiken.de/2011/05/maria/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 16 May 2011 15:21:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.leipziger-kritiken.de/?p=3731</guid>
		<description><![CDATA[Ein Oratorium aus Leipzig
Von Anette Runge

„Unmittelbar neben mir sah ich einen Engel in vollkommener körperlicher Gestalt. Der Engel war eher klein als groß, sehr schön, und sein Antlitz leuchtete in solchem Glanz, daß er zu jenen Engeln gehören mußte, die ganz vom Feuer göttlicher Liebe durchleuchtet sind; es müssen jene sein, <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2011/05/maria/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.leipziger-kritiken.de/wp-content/uploads/2011/05/foto_wikipedia.jpg"></a>Ein Oratorium aus Leipzig</strong></p>
<div class="mceTemp"><em>Von Anette Runge</em></div>
<div class="mceTemp">
<div id="attachment_3738" class="wp-caption alignleft" style="width: 209px"><a href="http://www.leipziger-kritiken.de/wp-content/uploads/2011/05/foto_wikipedia.jpg"><img class="size-medium wp-image-3738" title="foto_wikipedia" src="http://www.leipziger-kritiken.de/wp-content/uploads/2011/05/foto_wikipedia-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Die Verzückung der hl. Teresa von Avila, Bernini,in Santa Maria della Vittoria, Rom</p></div>
<p><em>„Unmittelbar neben mir sah ich einen Engel in vollkommener körperlicher Gestalt. Der Engel war eher klein als groß, sehr schön, und sein Antlitz leuchtete in solchem Glanz, daß er zu jenen Engeln gehören mußte, die ganz vom Feuer göttlicher Liebe durchleuchtet sind; es müssen jene sein, die man <a title="Seraph" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Seraph">Seraphe</a> nennt. In der Hand des Engels sah ich einen langen goldenen Pfeil mit Feuer an der Spitze. Es schien mir, als stieße er ihn mehrmals in mein Herz, ich fühlte, wie das Eisen mein Innerstes durchdrang, und als er ihn herauszog, war mir, als nähme er mein Herz mit, und ich blieb erfüllt von flammender Liebe zu Gott. Der Schmerz war so stark, daß ich klagend aufschrie. Doch zugleich empfand ich eine so unendliche Süße, daß ich dem Schmerz ewige Dauer wünschte. Es war nicht körperlicher, sondern seelischer Schmerz, trotzdem er bis zu einem gewissen Grade auch auf den Körper gewirkt hat; süßeste Liebkosung, die der Seele von Gott werden kann.“ (Autobiografie)</em></p>
</div>
<p>Die Wiege des deutschen Oratoriums ist Leipzig, dank Johan Sebastian Bach bekannt in aller Welt. Heike Henning, die Spezialistin für außergewöhnliche Opern- und  Tanzinszenierungen holt das Oratorium mit Händel und Scarlatti über Halle wieder nach Leipzig zurück – als Film. Am 8. Juni 2010 erstmalig zu den Händel Festspielen in Halle (Saale) zu sehen, konnte das Leipziger Publikum das Oratorium ihr genreübergreifendes Ensemble HEIKE HENNIG &amp; Co mit internationaler Besetzung am Sonntag, den 15. Mai als Film im Centraltheater erleben.</p>
<p>Es war eine Anbetung (Oratorium vom lateinischen orare, beten). Und ein Ausbruch aus der Form, eine Dekonstruktion des ursprünglich kirchlichen, geistlich nur in Text und Musik dargebotenen Genres. Es ist eine grenzüberschreitende Erfahrung, wenn eine Choreografin dem Dirigenten des Barockorchesters Wolfgang Katschner das Tanzen beibringt, der Countertenor Yosomeh Adjei auf  Breakdance-Erfahrungen aus seiner Jugend zurückgreift,dazu die Leipziger Soundkünstlerin CFM den Sound macht  oder die Streicherinnen nicht genug davon bekommen, mit den 10 Tänzern/Sängern auf die Bühne zu stürmen. Es hieß nämlich erst: „Das schaffst Du nie!“<br />
Abgesehen von der ungewöhnlichen szenischen Präsenz ausnahmslos aller fast 30 Mitspieler, war jede Einzeldarstellung an Professionalität kaum zu überbieten. Jeder Protagonist hatte <em>seinen</em> Part – <em>die</em> Rolle seines Bühnendaseins als Geliebte(r), Extatische(r), Hungrig(e), Verdorbene(r), Vergebende(r) … als Maria XXX.</p>
<p><em>Das Objekt der Anbetung:</em></p>
<p>Wer ist Maria XXX? Maria ist eine schon lang studierte Liebe der Choreografin: „Mein Thema ist die ätherische Kontur vergeistigter Musik – und der Leib. Ich bin hinter der Grenze aufgewachsen, ich wollte sie schon immer aufbrechen … Hierarchien aufbrechen.“ Sie interessierte sich schon lange für die Geschichte der Maria. Die Figur der Jungfrau und Gottesmutter Maria ist im Laufe der abendländischen Kulturgeschichte zur Symbolfigur und Projektionsfläche von Weiblichkeitsvorstellungen avanciert. In der Aufführung hat sich die Choreografin also ganz konsequent für folgende Deutung des Namens nach dem Hebräischen entschieden: die Widerspenstige.</p>
<p>Dazu die Frontalskulptur aus weißem Carraramarmorvon Bernini, geschaffen Mitte des 17. Jahrhunderts, über die ganze Wand.  Die heilige Theresia im Augenblick ihrer Vision, bei der ihr ein Engel mit dem Pfeil der göttlichen Liebe das Herz durchbohrt. Face to face. Der Gerichtsmediziner und Sexualforscher Richard von Krafft-Ebing führte das Werk in seiner Psychopathia sexualis als Beispiel für die „oft konstatierte Verwandtschaft von Religion, Wollust und Grausamkeit“ an. (Krafft-Ebing, Fuchs Psychopathia Sexualis, 14. Auflage, S. 10)</p>
<p>Marienkantaten und -arien von Händel und Alessandro Scarlatti bieten das Material für das Fest der Sinne. Das Barockorchester LAUTTEN COMPAGNEY Berlin und die Soundkünstlerin DJ CFM transportieren die Vorstellung in die Wirklichkeit der Bühne. Körper. Stimmen. Licht. Töne. Füße tanzen nackt auf dem unberührt-weißen Untergrund, Drehung, Biegung, Berührung, Faltenwurf, Dynamik  von Körpern a lá Michelangelo. Der Film vonHagen Wiel fasst die Dichte dieses Bühnen-Ereignisses in eindringlichen Bildern zusammen, ein eigenständiges Kunstwerk, keine Dokumentation, der Live-Mitschnitt an drei Drehtagen mit sechs Kameras aus neun Perspektiven.</p>
<p>Es war eine große Herausforderung für die Choreografin: „So viele Körper auf der Bühne, das war wichtig für mich als Künstlerin.“ Jetzt ist sie auch sehr glücklich mit „nur“ drei Künstlern und einem Wagnerstück. Das sei etwas einfacher: Am 20. Mai zu den Wagner-Festtagen im Hotel de Pologne in Leipzig.</p>
<p><strong><a href="http://www.heikehennig.de/Productions/Maria/maria.html " target="_blank">Weitere Informationen</a></strong></p>
<p><strong>Foto: Foto_Wikipedia_CC-2,0_Flickr</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.leipziger-kritiken.de/2011/05/maria/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Zauberflöte</title>
		<link>http://www.leipziger-kritiken.de/2010/11/die-zauberflote/</link>
		<comments>http://www.leipziger-kritiken.de/2010/11/die-zauberflote/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 28 Nov 2010 13:25:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.leipziger-kritiken.de/?p=2369</guid>
		<description><![CDATA[Viele Farben, beste Musik, perfekte Leistungen
Mit diesen wenigen Worten läßt sich die gestrige Vorstellung „Die Zauberflöte“ unter der Regie von Michael Höppner umschreiben. Nach Wikipedia ist diese Mozart-Oper „leicht zugänglich &#8230;“, daher „wird sie gelegentlich so inszeniert, daß sie sich ganz gezielt an jugendliche Zuschauer wendet.“ Auf diese Weise kann <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2010/11/die-zauberflote/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Viele Farben, beste Musik, perfekte Leistungen</strong></p>
<p>Mit diesen wenigen Worten läßt sich die gestrige Vorstellung „Die Zauberflöte“ unter der Regie von Michael Höppner umschreiben. Nach Wikipedia ist diese Mozart-Oper „leicht zugänglich &#8230;“, daher „wird sie gelegentlich so inszeniert, daß sie sich ganz gezielt an jugendliche Zuschauer wendet.“ Auf diese Weise kann man sehr wohl Jugendliche, aber hier besonders Kinder für die theatralischen Inszenierungen begeistern, sei es in der Oper oder wie im gestrigen Falle für das Theater.</p>
<p>Jedes Jahr, einige Wochen vor dem Weihnachtsfest, werden in Leipzig im Centraltheater für Kinder, unter die sich manche Jugendliche mischen, entsprechende Werke inszeniert und aufgeführt. Zum Glück für die Kinder sind solche Inszenierungen meist so gestaltet, daß die Kinder nicht als Deppen betrachtet werden, denen man mit erhobenem Zeigefinger theaterpädagogisch daherkommt.</p>
<p>Die Inszenierung zeichnete sich erst einmal durch ein sehr gut durchdachtes und ausgeführtes Bühnenbild aus; auch die Kostüme, besonders das des Papageno, waren sehr gut gelungen.</p>
<p>Auch daß die Schauspielerinnen und Schauspieler (besonders Andrej Kaminsky, Raimund Widra und – Hanna Werth) sehr gut singen können, machte diese Veranstaltung neben einem Augen- auch zu einem Ohrengenuß.</p>
<p>Die Geschichte dreht sich um Liebe und Haß, Loyalität und Verrat, also die üblichen Plagen der Menschheit, letztendlich geht um das Gute und das Böse, wobei das Verhältnis beider zueinander so was von relativ ist, daß man es vernachlässigen sollte. Schon Max Stirner brachte es auf den Punkt: „Was gut, was böse! Ich bin ja selber Meine Sache, und Ich bin weder gut noch böse. Beides hat für Mich keinen Sinn.“ Denn diejenigen, die scheinbar böse sind oder dafür gehalten werden, sind die „Guten“ und umgekehrt.</p>
<p>Zu Beginn der Aufführung tritt Monostatos (Andrej Kaminsky) auf und gibt Erläuterungen, stottender Weise, zur Oper als solche ab. Da hie und da ein Kind laut spricht, „verbittet“ er sich solche Unterbrechungen und warnt mit einer großen Beruhigungspille. Vor ihm im Graben sitzt ein junger Mann im Frack mit zwei Becken in den Händen und wartet darauf, diese aneinander schlagen zu dürfen, kommt jedoch nicht zum Einsatz.</p>
<p><a href="http://www.leipziger-kritiken.de/wp-content/uploads/2010/11/drache.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2376" title="drache" src="http://www.leipziger-kritiken.de/wp-content/uploads/2010/11/drache.jpg" alt="" width="250" height="168" /></a>Plötzlich taucht ein Drache auf, der ihn beinahe verspeist (auch eine Möglichkeit, Personalprobleme zu lösen). „Befreit“ wird er von der Königin der Nacht (Barbara Trommer), die den jungen Mann – zufällig stellt sich heraus, daß er ein Prinz ist (wir wundern uns nicht!) und Tamino heißt (Benjamin Lillie) –, ins Reich des Sarastro (Dieter Jaßlauk) schickt, um ihre Tochter (Carolin Haupt), selbstredend eine Prinzessin, zurückzuholen samt einen Schatz, der viel Macht verleiht. So wie die Königin diesen Mann, diesen Sarastro, beschreibt, scheint er der Böse in dieser ganzen Geschichte zu sein. Daß dies sich als Irrtum, ja als absichtliche Denunziation herausstellt, erfahren wir später. (Ein interessanter Hinweis darauf, daß man sich nicht vom ersten Schein beeindrucken lassen sollte, ist doch dieser – philosophisch ausgedrückt – die Umkehrung, das Gegenteil des Wesens.)</p>
<p>Begleitet wird Tamino von Papageno (Raimund Widra), halb Vogel, halb Mensch, der nur eines will: genießen, nämlich Wein, Weib und Gesang (daher ungeeignet, die späteren Prüfungen zu bestehen, die nur ein guter Prinz bestehen kann – wir wundern uns wieder!).</p>
<p>Wenn wir uns die einzelnen Figuren betrachten, konnten besonders dank ihrer Rolle nur wenige glänzen: Andrej Kaminsky, der eine Ähnlichkeit mit Nosferatu hatte (Glatze, abstehende Ohren, hoher aufgeschlagener Kragen); Papageno dank seiner Ängste, seiner Genüßlichkeit, das macht ihn besonders menschlich; die Königin der Nacht, die Tamino nur benutzt, um an den Schatz des Sarastro zu kommen. Ihr geht es weniger um die Tochter, die, wie sich später herausstellt, gar nicht entführt wurde, sondern eine Art Erziehungsaufenthalt macht, denn Sarastro versprach es dem Vater der Prinzessin, sich um sie zu kümmern. Sie sollte erst dann den Schatz erhalten, wenn sich ein Jüngling findet (besagter Prinz), der ihrer würdig ist.</p>
<p>Daß die anderen wie der Prinz und Papagena nicht so toll glänzen konnten, lag weniger an ihren schauspielerischen Fähigkeiten, sondern an ihren Rollen. Zwar bekommt in den meisten Fällen ein Prinz seine hübsche Prinzessin, aber gute Prinzen haben es nun mal an sich, <em>gut</em> zu sein. Daher weisen sie kaum Ecken und Kanten auf, man kann „diese Guten“ kaum greifen. Sie rutschen durch die Finger, als seien sie mit Öl eingeschmiert.</p>
<p>Auf Papagena trifft diese Einschätzung leider auch zu, dafür aber konnte sie eine Menge aus sich herausholen, als sie sang. Das war mit eines der besten Einsätze des Stückes.</p>
<p>Die Prinzessin liegt dazwischen. Sie war irgendwie – <em>gut</em>, auch ein wenig <em>naiv</em> (denn wie kann man sich in jemand verlieben, den man noch nicht kennt), daher die Notwendigkeit, durch Sarastro für das Leben erzogen zu werden. Sie konnte aber ab und an etwas zickig sein, eben typisch Prinzessin, und dadurch ihrer Rolle etwas Ecken und Kanten geben.</p>
<div id="attachment_2377" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://www.leipziger-kritiken.de/wp-content/uploads/2010/11/kaminsky.jpg"><img class="size-full wp-image-2377" title="kaminsky" src="http://www.leipziger-kritiken.de/wp-content/uploads/2010/11/kaminsky.jpg" alt="" width="250" height="374" /></a><p class="wp-caption-text">Carolin Haupt und Andrej Kaminsky</p></div>
<p>Die wohl tragischste Gestalt des Stückes ist Monostatos, daher das Beste am ganzen Stück. Seinem Aussehen nach nicht schön, liebt er die Prinzessin, die ihn aber nicht ernst nimmt. So gedenkt Monostatos auf andere Weise sich der Prinzessin zu bemächtigen. Er verrät seinen Herren an die Königin der Nacht und – verliert alles.</p>
<p><em>Diese Oper ist ein Glanzstück in diesem Jahr und beendet es erfolgreich für das Centraltheater.</em></p>
<p><em>Kurt W. Fleming<br />
</em>28. November 2010</p>
<p><strong>Weitere Aufführungen: 29.11., 3., 5.-9., 12.-17., 19.-23., 26.12.2010</strong></p>
<p>Fotos: R. Arnold/Centraltheater</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.leipziger-kritiken.de/2010/11/die-zauberflote/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gründung der Initiative !mehrTANZ</title>
		<link>http://www.leipziger-kritiken.de/2010/10/grundung-der-initiative-mehrtanz/</link>
		<comments>http://www.leipziger-kritiken.de/2010/10/grundung-der-initiative-mehrtanz/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 27 Oct 2010 10:00:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.leipziger-kritiken.de/?p=2150</guid>
		<description><![CDATA[Initiative !mehrTANZ in Leipzig gegründet
Mitteldeutsche Initiative fördert professionelle zeitgenössische Tanzszene

Leipzig, 26. Oktober 2010 – Aus dem Leipziger Tanztheater (LTT) ist eine neue Initiative mit dem Namen !mehrTANZ hervorgegangen. Hauptziel der Initiative ist die Verankerung des zeitgenössischen Tanzes in Mitteldeutschland. Der Impuls für die Arbeit von !mehrTANZ kommt aus Leipzig. Hier <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2010/10/grundung-der-initiative-mehrtanz/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Initiative !mehrTANZ in Leipzig gegründet<br />
Mitteldeutsche Initiative fördert professionelle zeitgenössische Tanzszene<br />
</strong><br />
Leipzig, 26. Oktober 2010 – Aus dem Leipziger Tanztheater (LTT) ist eine neue Initiative mit dem Namen !mehrTANZ hervorgegangen. Hauptziel der Initiative ist die Verankerung des zeitgenössischen Tanzes in Mitteldeutschland. Der Impuls für die Arbeit von !mehrTANZ kommt aus Leipzig. Hier engagieren sich derzeit Irina Pauls, Ronald Schubert, Katja Barufke und Theresa Jacobs innerhalb von vier Arbeitsbereichen, über die sich eine professionelle Tanzszene in Mitteldeutschland etablieren und vernetzen soll.</p>
<p>Zeitgenössischer Tanz zählt zu den wichtigsten Kunstformen der Gegenwart. Über ihn können nicht nur verschiedene Lebenseinstellungen und Werte, sondern insbesondere aktuelle gesellschaftliche Tendenzen widergespiegelt und mit dem Publikum kommuniziert werden. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass sich in Mitteldeutschland noch immer keine professionelle Tanzszene im Bereich des zeitgenössischen Tanzes etablieren konnte. Die Idee für das Projekt !mehrTANZ ist im Laufe der 3-jährigen Zusammenarbeit von Choreografin Irina Pauls und LTT-Geschäftsführer Ronald Schubert unter dem Dach des LTT gewachsen. Nun steht fest: Die bisher an Pauls gebundene Profi-Arbeit des LTT wird in !mehrTANZ verlagert. Initiiert aus dem LTT, soll die Initiative zukünftig Stück für Stück in die Selbständigkeit wachsen.</p>
<p>!mehrTANZ stützt sich auf vier konkrete Arbeitsbereiche, die Irina Pauls, Ronald Schubert, Katja Barufke und Theresa Jacobs im Austausch mit anderen Künstlern, Pädagogen und Wissenschaftlern des zeitge- nössischen Tanzes gemeinsam aufbauen: !mehrTANZ schaffen zielt auf die Ansiedlung von professionellen Tänzern und Choreografen in der Region. Dies soll über regelmäßige zeitgenössische Tanztrainings, Künstlerresidenzen sowie Eigenproduktionen erfolgen. !mehrTANZ in der Kommune hat die Aufgabe, den zeitgenössischen Tanz in alle gesellschaftlichen Ebenen zu tragen und Künstler mit Kindern, Jugendlichen, Senioren und Menschen mit Behinderung oder Migrationshintergrund zusammenzuführen.</p>
<p>!mehrTANZ wissen versteht sich als Schnittstelle zwischen Tanzwissen und künstlerischer Arbeit und dient der Verknüpfung beider Ebenen. Für diese drei Arbeitsbereiche ist es wichtig, einen Ort zu schaffen, an dem sich in der Region ansässige Tänzer, Choreografen und Wissenschaftler treffen und austauschen können. Dieses Ziel verfolgt der vierte Arbeitsbereich !mehrTANZ haus.</p>
<p>Nähere Informationen finden Sie im Internet unter <a href="http://www.mehrtanz.org/"><strong>www.mehrtanz.org</strong></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.leipziger-kritiken.de/2010/10/grundung-der-initiative-mehrtanz/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Protest gegen die Novellierung des Kulturraumgesetzes</title>
		<link>http://www.leipziger-kritiken.de/2010/10/protest-gegen-die-novellierung-des-kulturraumgesetzes/</link>
		<comments>http://www.leipziger-kritiken.de/2010/10/protest-gegen-die-novellierung-des-kulturraumgesetzes/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 02 Oct 2010 09:43:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.leipziger-kritiken.de/?p=1690</guid>
		<description><![CDATA[Gemeinsame Pressemitteilung von Oper, Gewandhaus und Centraltheater Leipzig
Leipzig, 1. Oktober 2010
In einem gemeinsamen Appell haben sich der kommissarische Opernintendant Alexander von Maravic, Gewandhausdirektor Prof. Andreas Schulz und Centraltheater-Intendant Sebastian Hartmann heute an die Bürger der Stadt Leipzig gewandt. Darin richten sie sich entschieden gegen die für Dezember 2010 geplante Novellierung <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2010/10/protest-gegen-die-novellierung-des-kulturraumgesetzes/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Gemeinsame Pressemitteilung von Oper, Gewandhaus und Centraltheater Leipzig<br />
Leipzig, 1. Oktober 2010</strong></p>
<p>In einem gemeinsamen Appell haben sich der kommissarische Opernintendant Alexander von Maravic, Gewandhausdirektor Prof. Andreas Schulz und Centraltheater-Intendant Sebastian Hartmann heute an die Bürger der Stadt Leipzig gewandt. Darin richten sie sich entschieden gegen die für Dezember 2010 geplante Novellierung des sog. Kulturraumgesetzes durch den Sächsischen Landtag.</p>
<p>In einem <strong><a href="http://www.leipziger-kritiken.de/Offener_Brief.pdf" target="_blank">Offenen Brief</a></strong> betonen Maravic, Schulz und Hartmann die dramatische Lage, wonach die mit der Novellierung beabsichtigte Kürzung von Mitteln in Millionenhöhe in gleicher Höhe von der Stadt an die drei großen Kultureigenbetriebe Leipzigs weitergegeben werden soll. Zugleich verweisen Sie auf die drastischen Konsequenzen, die eine Änderung des Gesetzes von der Reduzierung des künstlerischen Angebots bishin zur Schließung ganzer Sparten verursachen würde.</p>
<p>Die Bürger sind aufgerufen, sich in Unterschriftenlisten einzutragen, die vom sächsischen Ministerpräsidenten Tillich und dem Sächsischen Landtag fordern, die Abänderung des Kulturraumgesetzes zu verhindern. Gleichsam wird an Leipzigs Oberbürgermeister Jung und die Mitglieder des Stadtrats appelliert, die drohende Mittelkürzung abzuwenden und dauerhaft die künstlerische Vielfalt in Oper, Gewandhaus und Centraltheater zu sichern.</p>
<p>Die Unterschriftenlisten liegen ab sofort in allen drei Kulturstätten aus. Sie können auch hier <a href="http://www.leipziger-kritiken.de/Unterschriftenliste.pdf" target="_blank"><strong>heruntergeladen</strong></a> werden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.leipziger-kritiken.de/2010/10/protest-gegen-die-novellierung-des-kulturraumgesetzes/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die &#8220;Tocotronics&#8221; – anspruchsvolle Texte verpackt in einem soliden Rock</title>
		<link>http://www.leipziger-kritiken.de/2008/10/die-tocotronics-%e2%80%93-anspruchsvolle-texte-verpackt-in-einem-soliden-rock/</link>
		<comments>http://www.leipziger-kritiken.de/2008/10/die-tocotronics-%e2%80%93-anspruchsvolle-texte-verpackt-in-einem-soliden-rock/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 15 Oct 2008 14:02:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kurt W. Fleming</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.max-stirner-archiv-leipzig.de/leipziger-kritiken/?p=254</guid>
		<description><![CDATA[Gestern Abend gastierte die Indierock-Band Tocotronic im Leipziger   Centraltheater. Daß jetzt neben Filmen auch Konzerte gegeben werden, ist   insoweit eine gute Idee, weil auch auf diese Weise das Theater gefüllt   werden kann.

So drängelten sich gestern Abend, nachdem schon ab 20 Uhr Einlaß   <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2008/10/die-tocotronics-%e2%80%93-anspruchsvolle-texte-verpackt-in-einem-soliden-rock/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern Abend gastierte die Indierock-Band Tocotronic im Leipziger   Centraltheater. Daß jetzt neben Filmen auch Konzerte gegeben werden, ist   insoweit eine gute Idee, weil auch auf diese Weise das Theater gefüllt   werden kann.</p>
<p><a href="http://www.leipziger-kritiken.de/wp-content/uploads/2008/10/tocotronic1-225x300.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-673" title="tocotronic1" src="http://www.leipziger-kritiken.de/wp-content/uploads/2008/10/tocotronic1-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a></p>
<p>So drängelten sich gestern Abend, nachdem schon ab 20 Uhr Einlaß   gewährt wurde, schon zig mehr junge Menschen besonders in den Fluren, um   schnell die besten Sitzplätze zu ergattern. Das Durchkommen war sehr   schwer.</p>
<p>Einige Fans trugen T-Shirts mit dem Namen der Gruppe; auf der Rücke   dieser Bekleidungsstücke stand noch der Text &#8220;Fuck it all&#8221; – eine Zeile,   die zu dem Text &#8220;Kapitulation&#8221; gehört, der auch gestern gesungen  wurde.</p>
<p>Nicht nur das Parkett, auch der Rang war komplett ausverkauft. An der   Kasse wurde man darauf aufmerksam gemacht, daß Fotografieren nicht   erwünscht sei. Später konnte man aber auf einem Zettel lesen, daß   Fotografieren <em>mit</em> Blitz nicht erwünscht sei, was aber dennoch   sehr viele nicht davon abhielt, diesen doch einzusetzen.</p>
<p>Das Einlaßpersonal war sichtlich bemüht, Ordnung in die Unordnung zu   bringen, so als viele Getränke mit hineinbringen wollten. Manche   versuchten doch, Getränke reinzuschmuggeln, was aber mißlang. Später   jedoch war auch dies nicht mehr beherrschbar.</p>
<p>Der Beginn des Konzertes war für 21 Uhr angesagt. Jedoch begann es   exakt 18 Minuten später. Das Publikum nahm diese Wartezeit ruhig in   Kauf, wußten sie doch, daß sie mit ihrer Musik, die sie von dieser   Gruppe zu hören gewöhnt sind, entschädigt werden.</p>
<p><a href="http://www.leipziger-kritiken.de/wp-content/uploads/2008/10/tocotronic2-225x300.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-674" title="tocotronic2" src="http://www.leipziger-kritiken.de/wp-content/uploads/2008/10/tocotronic2-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a></p>
<p>Einige wenige ZuschauerInnen plazierten sich gleich auf den   Treppenstufen. Und als später der Frontman Dirk von Lowtzow in die Menge   rief: &#8220;Heute ist alles erlaubt, also steht auf!&#8221;, taten das seine  Fans.  Und wenn man dann noch von den Musikern etwas sehen wollte, mußt  man  auch aufstehen. Irgendwann, es dauerte nach dieser eben genannten   Aufforderung nicht sehr lange, drangen viele ZuschauerInnen von hinten   nach vorne. Sie bewegten die Köpfe und den Körper rhythmisch mit. Manche   gar hüpften laut und reckten geballte Fäuste nach oben.</p>
<p>Daß diese Geste recht häufig, auch von den Musikern, auftauchte, mag   auch darin begründet liegen, daß diese Gruppe sich selbst im weitesten   Sinne in das linke (auch Musik-) Spektrum einordnet.</p>
<p>Allein schon die oben genannte Bezeichnung &#8220;Indie&#8221; zeigt die Richtung   auch dieser Band. Indie ist das Kürzel für &#8220;independence&#8221;   (Unabhängigkeit), die Unabhängigkeit von den großen Plattenfirmen.</p>
<p>Tocotronic als Gruppe entstand Ende 1993 und stammt aus Hamburg. Sie   werden der Hamburger Schule zugeordnet, eine lose Musikbewegung, die   Ende der 80er sich Geltung zu verschaffen versuchte. Sie knüpft an die   Neue Deutsche Welle an und verbindet Punk, Grunge und Pop miteinander.   Besonderes Anliegen ist auch, den deutschsprachigen Rock zu entwickeln.</p>
<p><a href="http://www.leipziger-kritiken.de/wp-content/uploads/2008/10/tocotronic3-225x300.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-675" title="tocotronic3" src="http://www.leipziger-kritiken.de/wp-content/uploads/2008/10/tocotronic3-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a></p>
<p>Neben ihren Konzerten mischt diese Gruppe – wie schon angedeutet –   politisch mit. Besonders wendet sie sich gegen gesellschaftlich   zunehmende Nationalisierungstendenzen, die in der deutschen Popkultur um   sich greifen. So sah sich die Gruppe veranlaßt, auf ihrer Homepage  sich  von der ihnen erst im Nachhinein bekannt gewordenen Tatsache zu   distanzieren, wonach der Musikvideosender mtv auf seiner Internetseite   unter der überschrift &#8220;Heimatmelodien&#8221; ein Voting startete, zu dem auch   die Gruppe Tocotronic mit ihrem Titel &#8220;Irritationen&#8221; gezählt wurde. Ihr   Kommentar: &#8220;Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, daß wir nichts,   aber auch gar nichts von unserer Teilnahme an dieser höchst   zweifelhaften Aktion gewußt haben und wir auch nichts von solchen   heimatduseligen Lyrikwettbewerben halten. Im Gegenteil: Eine solches   Voting repräsentiert so ziemlich das genaue Gegenteil der von uns   propagierten Inhalte.&#8221;</p>
<p>Die Arrangements basieren auf einem soliden Rock, jedoch haben diese –   von den Texten mal abgesehen – kaum Unterschiede. Das ist zum einen  ein  sehr hoher Wiedererkennungswert, andererseits – wenn man selbst  guten  Rock aus den Endsechziger und Siebziger Jahren gewohnt ist –  wirkt es  aber irgendwie &#8220;langweilig&#8221;. Aber das ist nur eine  Einzelmeinung. Die  gestrigen ZuschauerInnen waren echt begeistert. Und  darauf kommt es wohl  auch an.</p>
<p>Kurt W. Fleming<br />
18.10.2008, Centraltheater</p>
<p><a href="http://www.tocotronic.de/" target="_blank">www.tocotronic.de</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.leipziger-kritiken.de/2008/10/die-tocotronics-%e2%80%93-anspruchsvolle-texte-verpackt-in-einem-soliden-rock/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Michael von zur Mühlen hat Wagners &#8220;Holländer&#8221; flügge gemacht – Oder: Ein Beinah-Aufstand Leipziger Spießer</title>
		<link>http://www.leipziger-kritiken.de/2008/10/michael-von-zur-muhlen-hat-wagners-hollander-flugge-gemacht-%e2%80%93-oder-ein-beinah-aufstand-leipziger-spieser/</link>
		<comments>http://www.leipziger-kritiken.de/2008/10/michael-von-zur-muhlen-hat-wagners-hollander-flugge-gemacht-%e2%80%93-oder-ein-beinah-aufstand-leipziger-spieser/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 11 Oct 2008 14:00:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kurt W. Fleming</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.max-stirner-archiv-leipzig.de/leipziger-kritiken/?p=249</guid>
		<description><![CDATA[Wer die Broschüre zu Wagners &#8220;Fliegenden Holländer&#8221; liest, die die  Leipziger Oper dem Publikum zur Information anbot, wird sich dadurch  wohlbehütet glaubend auf diese Oper mental und psychisch vorbereitet  haben, von den feinen Roben, die so manche trugen, abgesehen.
Wer also dem roten Faden folgte, den man in <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2008/10/michael-von-zur-muhlen-hat-wagners-hollander-flugge-gemacht-%e2%80%93-oder-ein-beinah-aufstand-leipziger-spieser/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer die Broschüre zu Wagners &#8220;Fliegenden Holländer&#8221; liest, die die  Leipziger Oper dem Publikum zur Information anbot, wird sich dadurch  wohlbehütet glaubend auf diese Oper mental und psychisch vorbereitet  haben, von den feinen Roben, die so manche trugen, abgesehen.</p>
<p>Wer also dem roten Faden folgte, den man in dieser kleinen und dünnen  Broschüre nachlesen konnten, wird sich auf einen typisch  wagnerisch-gemütlichen Abend gefreut haben. Aber vielleicht hätten  einige vorab sich erkundigen sollen, daß gerade diese Oper eine von der  Sorte war, mit der Wagner seine weltanschaulichen Probleme, seine Suche  auszudrücken versuchte. Allein das hätte so manche – besonders manche  braven, pseudo-moralistischen Leipziger Spießer mit ihrem antiquierten  Wagner-Bild – vorsichtig werden lassen müssen.</p>
<p>Aber erst einmal ein paar Bemerkungen zu der Geschichte, wie sie  ursprünglich zu sein schien: Daland (James Moellenhoff) ist mit seinem  Schiff unterwegs – dabei ist dies eher ein Gewirr von kleinen  Wolkenkratzern, zwischen denen sich ein Highway schlängelt. Er  beauftragt seinen Steuermann (Dan Karlström), Wache zu schieben, was  dieser locker ausführen möchte. Doch statt dies zu tun, bekommt er  erotische Träume. Denn plötzlich taucht eine Tänzerin (Peggy Plätzer)  auf, wunderschön anzusehen. Nicht nur daß sie grazil tanzt, beginnt sie,  sich zu entkleiden. An heutigen deutschen Theaterstätten nichts mehr  Besonderes. Der Steuermann hält in seinen Händen ein gekrümmtes Gummi,  das aussieht wie ein übergroßer Penis, wohl Sinnbild seiner erotischen  Träume.</p>
<p>Bis dahin hält das Publikum still. Ja, es gibt so manche &#8220;Spanner&#8221;,  die ihre Operngläser zücken, um die Schöne näher betrachten zu können.  Die Tänzerin entpuppt sich als Striptease- und Table-Tänzerin, also eine  Frau, die sich &#8220;verkauft&#8221;. Daß der Spießer dagegen nicht protestiert,  ist klar: denn wenn dieser eine Moral hat, dann ist sie doppelt, sprich:  sie ist geheuchelt.</p>
<p>Während der gesamten Aufführung wird ein Video auf einer großen  Leinwand geworfen, zusammengestellt von Stefan Bischoff. Am Anfang sehen  wir Lichtspuren schnell rasender Autos. Dann sehen wir à la Google aus  Satelliten-Perspektive diverse Städte, wobei die Bilder bis ins kleinste  Detail heran gezoomt werden. Wir sehen Nachrichten des Fernsehkanals  Bloomberg mit seinen Berichten von der Börse. Wenig später sehen wir  zerfallene, leer stehende Häuser, eine Müllhalde mit darauf streunenden  Hunden. Dann – das hätte den ersten Schock geben sollen, aber die  Leipziger Spießer mucken nicht auf – sehen wir zwei Hunde, die  miteinander, nein, die gegeneinander kämpfen. Sie haben sich fest  ineinander verbissen, wobei ein Hund dominiert, während der andere nicht  einmal mehr mit einer Unterwerfungsgeste daraus befreien kann. Und  diese Filmszene wird viele Minuten lang gezeigt.</p>
<p>Irgend wann taucht der Holländer (James Johnson) auf, heftet sich  zwei Flügel an – er ist ja auch der FLIEGENDE Holländer –, das die  ZuschauerInnen zum Lachen bringt, was er mit einem Schulterzucken und  Augenzwinkern quittiert, so nach dem Motto: &#8220;Was soll’s!&#8221;</p>
<p><a href="http://www.leipziger-kritiken.de/wp-content/uploads/2008/10/hollaender3.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-678" title="hollaender3" src="http://www.leipziger-kritiken.de/wp-content/uploads/2008/10/hollaender3.jpg" alt="" width="190" height="283" /></a></p>
<p>Die Geschichte ist bekannt: Der Holländer bietet dem Kapitän seinen  ganzen Reichtum an, wenn seine Tochter Senta (Edith Haller) ihm Treue  bewahrt bis zum Tode, damit er von seinem Fluch erlöst werde.</p>
<p>Die Geschichte nimmt ihren weiteren Verlauf und – irgendwann taucht  die Tänzerin auf und bewegt sich grazil tanzend durch die  Zuschauerreihen; auch hier schweigen die schon erwähnten Spießer: manche  sagen vernehmbar: &#8220;Hoffentlich kommt sie auch hier her&#8221;; und als sie  dies auch tat, hört man die Bemerkung: &#8220;Ich dachte schon, ich sitze auf  der falschen Seite&#8221;.</p>
<p>Aber nach diesem Spiel – es ist die Szene, als Daland und der  Holländer singen – erscheinen auf der Leinwand Bilder von getöteten oder  halbtoten Rindern, wie sie aus einem Container entleert, mit Wasser  überspritzt, dann an den Hinterbeinen hochgehievt und abtransportiert  werden. Diese Bilder wiederholen sich und dann – der plötzliche  Aufschrei magenempfindlicher Spießer. Sie rufen: &#8220;Genug damit!&#8221;, &#8220;Weg  mit diesen Bildern!&#8221; usw. Denn wir alle sehen, wie ein Metzger mit einem  Hammer gegen den Kopf einer Kuh schlägt, um sie auf diese Art und Weise  zu töten.</p>
<p><a href="http://www.leipziger-kritiken.de/wp-content/uploads/2008/10/hollaender2.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-679" title="hollaender2" src="http://www.leipziger-kritiken.de/wp-content/uploads/2008/10/hollaender2.jpg" alt="" width="190" height="283" /></a></p>
<p>Zugegeben: das sind Bilder, die niemand unberührt lassen. Daher diese  Buh-Rufe, aber auch zum Glück solche, die da rufen: &#8220;Wenn es euch nicht  gefällt, dann geht doch!&#8221; oder &#8220;Ruhe!&#8221;</p>
<p>Wenn man sich dieses Spektakel näher betrachtet, fällt so einiges  auf:</p>
<ul>
<li><em>Die Buh-Rufer haben kein Problem, wenn in Gestalt der Tänzerin  eine Frau ihren Körper verkauft, um männlichen Gelüsten zu genügen.</em></li>
<li><em>Sie haben kein Problem, als die Szene mit den beiden Hunden  gezeigt wird, wo der eine den anderen fast tot beißt.</em></li>
<li><em>Die Buh-Rufer kümmern sich mit Sicherheit nicht darum, wie das  Fleisch der Rinder in die Kühltruhen von Discount-Läden gelangt, also  wie diese Tiere tatsächlich zu Tode kommen.</em></li>
</ul>
<p>Diese Buh-Rufer entrüsten sich immer an der Stelle, wo sie sich  selbst verraten, sprich: wo ihre doppelbödige Moralität durch alle ihre  Poren strömt trotz ihrer feinen Gewänder, die sie sich anlegten, als sie  zur Oper eilten, um einen gemütlichen Abend zu genießen.</p>
<p>Sie hätten sich übrigens auch darüber informieren sollen, daß es  Michael von zur Mühlen ist, der diese Oper inszenierte. Wie Sebastian  Hartmann vom Central-Theater schockiert und polarisiert, zumindest ist  das sein Anliegen, so tut dies auch von zur Mühlen. Und er tut dies mit  brachialer Gewalt. Es wundert nicht, wenn er zu scheinbar obskuren  Mitteln greift, um seine Interpretation des durch ihn flügge gewordenen  Holländer in Szene zu setzen:</p>
<p>Am Anfang der Männer-Chor: die Männer entledigen sich ihrer Hemden  und malträtieren sich – wie christliche und muslimische Gläubige – mit  dem Schlips, indem sie diesen auf ihren Rücken schlagen. (Man fragt sich  zwischendurch, wer später diese Hemden wegräumen wird.)</p>
<p>Als der Frauen-Chor auftritt und Senta ihre große Stunde hat, bewegt  auch sie sich – über die Sitzreihen hinweg – singend durch das Publikum.  Und dann – der nächste Schocker für die übersensibelten und heuchelnden  Spießer – holt sie einen Eimer, der schon andeutet, was aus ihm fließen  wird: Theaterblut. Mit diesem beschmiert Senta die Hemden und zieht  sich einige davon an. (Man fragt sich zwischendurch, wie sie das Blut an  ihre Händen wieder los wird.)</p>
<p><a href="http://www.leipziger-kritiken.de/wp-content/uploads/2008/10/hollaender1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-680" title="hollaender1" src="http://www.leipziger-kritiken.de/wp-content/uploads/2008/10/hollaender1.jpg" alt="" width="190" height="283" /></a></p>
<p>Doch die Antwort zeigt sich schnell am Beispiel einer auf die Bühne  gezogenen Duschkabine, in die Senta verschwindet, während ihr Verlobter  Erik (Michael Baba) versucht, ihr dorthin zu folgen, was Senta ihm aber  verwehrt. Erst als sie diese verläßt, steigt er hinein, behält aber  seine Unterwäsche an und duscht sich in dieser. Das wird mit viel  Gelächter quittiert. Die Spießer genießen diesen Anblick. Man darf  dreimal raten, warum!</p>
<p>Irgendwann taucht dann noch des Holländers Mannschaft auf, die sich  mit einer undefinierbaren schmierigen Flüssigkeit übergießt,  anschließend das gesamte Bühnenbild (Natascha von Steiger) zerschlägt,  und auf der großen Leinwand sehen wir, wie diese wild gewordene Horde  durch die Oper rennt, gipserne Büsten zerschlägt, auf den Platz vor die  Oper rennt und ein Auto abfackelt. Dann stürmen sie in ein Kaufhaus,  plündern es, werfen alles durcheinander, zertrümmern Fernsehapparate, um  zuguterletzt den Leipziger Hauptbahnhof zu stürmen – und alles unter  den Augen von mitgefilmten Gaffern, die nicht wissen, was da eigentlich  passiert.</p>
<p><a href="http://www.leipziger-kritiken.de/wp-content/uploads/2008/10/hollaender4-300x200.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-681" title="hollaender4" src="http://www.leipziger-kritiken.de/wp-content/uploads/2008/10/hollaender4-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a></p>
<p>Wenn man sich nun diesen Abend, diese Inszenierung Revue passieren  läßt, so kann man dazu stehen wie man will – manche Spießer buhten ja  nicht nur, einige wenige davon verließen entrüstet den Zuschauerraum und  warfen noch zudem die Tüten laut ins Schloß, was wiederum viele zum  Lachen und zum Kopfschütteln brachte.</p>
<p>Andere klatschten zwischendrin Beifall, um ihr Gefallen mit der einen  oder anderen Szene auszudrücken.</p>
<p>Jetzt stellt sich noch die Frage, warum die meisten entrüsteten  Spießer blieben. Da gibt es zwei Antworten, die irgendwie zusammen  gehören: <em>erstens</em> haben sie eine Menge Geld bezahlt, um zu  genießen; <em>zweitens</em>, weil aus diesem Genuß nichts wurde, hoben sie  ihre Empörung auf, um diese zum einen (warum auch immer) James Johnson  ins Gesicht zu schleudern. (Er war der einzige Künstler, der von einigen  ausgebuht wurde.) Und zum anderen eben – Michael von zur Mühlen, der  dann noch provokativ seine linke Hand ans linke Ohr hielt, so als wolle  er das Buhen und Meckern besser hören.</p>
<p>Sicherlich: je nach Neigung mag man dieses und jenes. Die einen, die  hier die Spießer geheißen wurden, wollten eine klassische Darbietung:  eine tolle Abenteuergeschichte mit &#8220;schöner&#8221; Wagner-Musik. Die anderen,  die frenetisch Beifall spendeten, liebten diese Provokation.</p>
<p>Jetzt bleibt noch die Frage offen, ob z.B. einige Szenen (besonders  die Video-Sequenzen) aus der Inszenierung herausgenommen werden. Wir  können nur hoffen, daß – nicht!</p>
<p><em>Kurt W. Fleming</em>, 11. Oktober 2008<br />
Oper Leipzig</p>
<p><span style="font-size: x-small;">Fotos: Andreas Birkigt</span></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.leipziger-kritiken.de/2008/10/michael-von-zur-muhlen-hat-wagners-hollander-flugge-gemacht-%e2%80%93-oder-ein-beinah-aufstand-leipziger-spieser/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

