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	<title>Leipziger Kritiken &#187; Philosophie</title>
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		<title>Heraus aus Stalins langem Schatten</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 10:37:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Kampf für einen neuen gesellschaftlichen Aufbruch gegen die Herrschaft des Kapitals, der auch ein zukunftstaugliches Sozialismuskonzept erfordert, ist es für Sozialisten und Kommunisten höchste Zeit, den langen Schatten Stalins der Vergangenheit zu überlassen. Der Begriff »Stalinismus« ist ein Kampfbegriff zur Diffamierung der Sozialismusversuche im 20. Jahrhundert – somit inakzeptabel. <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2012/01/heraus-aus-stalins-langem-schatten/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Kampf für einen neuen gesellschaftlichen Aufbruch gegen die Herrschaft des Kapitals, der auch ein zukunftstaugliches Sozialismuskonzept erfordert, ist es für Sozialisten und Kommunisten höchste Zeit, den langen Schatten Stalins der Vergangenheit zu überlassen. Der Begriff »Stalinismus« ist ein Kampfbegriff zur Diffamierung der Sozialismusversuche im 20. Jahrhundert – somit inakzeptabel. Dies war der Grundgedanke von Hans Kalt in seinem gleichnamigen berühmten Buch.</p>
<p>Das neue Heft 65 der Reihe »Marxistisches Forum« knüpft bewußt daran an. Es reiht sich ein in die recht lebhafte Debatte zur inhaltlichen und organisatorischen Formierung der antikapitalistischen Linken in der BRD.</p>
<p>Ingo Wagner referiert die wesentlichsten Erkenntnisse von Kalt und wirft sehr konkret die Frage nach der notwendigen Weiterentwicklung des Marxismus auf. Siegfried Kretzschmar argumentiert zur Rolle des Bürokratieproblems im Rahmen der Niederlagenanalyse des europäischen Sozialismus. Ekkehard Lieberam befaßt sich mit der Kommunismusdebatte im Januar 2011 als »Tiefpunkt politischer Kultur in Deutschland«. Herbert Münchow geht der Frage »DKP und Parteiproblem« nach. Werner Roß untersucht die verheerende Rolle der Zersplitterung der marxistischen Linken für die Schaffung einer marxistischen Partei mit Masseneinfluß.</p>
<p>Das Heft schließt mit dem Gespräch zwischen Ingo Wagner und Arnold Schölzel »Wir müssen über Sozialismus reden« (jW, 14/15. 04. 2007).</p>
<p>Marxistisches Forum, Heft 65: Heraus aus Stalins langem Schatten. Für ein zukunftstaugliches Sozialismuskonzept, Januar 2012, 62 Seiten, 5 Euro. Bezug: GNN-Verlag, Badeweg 1, 04435 Schkeuditz, Tel.: 034204/65711, Fax: 034204/65893, E-Mail: <a href="mailto:zentrale@gnn-verlag.de">zentrale@gnn-verlag.de</a></p>
<p><strong>Quelle: jungewelt.de</strong></p>
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		<title>Hans Heinz Holz ist gestorben</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 11:45:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[
Der über die Grenzen unseres Landes hinaus als Politiker und Philosoph berühmte Professor Dr. Hans Heinz Holz, Mitglied der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP), ist nach schwerer Krankheit wenige Wochen vor seinem 85. Geburtstag gestorben. Zum Tode von Hans Heinz Holz, der Autor und Mitherausgeber der Marxistischen Blätter war, hat Robert <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2011/12/4355/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><em><img class="aligncenter" src="http://www.kommunisten.eu/images/stories/2010/kommentar/hans_heinz_holz_MB0611.jpg" alt="hans_heinz_holz_MB0611" width="250" height="292" /></em></p>
<p><em>Der über die Grenzen unseres Landes hinaus als Politiker und Philosoph berühmte Professor Dr. Hans Heinz Holz, Mitglied der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP), ist nach schwerer Krankheit wenige Wochen vor seinem 85. Geburtstag gestorben. Zum Tode von Hans Heinz Holz, der Autor und Mitherausgeber der Marxistischen Blätter war, hat Robert Steigerwald, auch im Namen von Verlag, Redaktion und Herausgeberkreis der MB, nachfolgenden Nachruf verfasst.</em></p>
<p>Wir sind uns dessen sicher, sein Werk wird weiter wirken. Und allen Genossinnen und Genossen, aber auch manchem, der uns gar nicht so nahe stand, werden sein Temperament, seine Bücher und Vorträge – die alles andere als professorenhaft waren – im Gedächtnis bleiben. Sie werden sich dankbar oder – die uns ferner standen und stehen – wenigstens achtungsvoll seiner erinnern. Wir aber, seine Genossinnen und Genossen, haben von ihm gelernt und sind in der Pflicht, das Gelernte weiter zu vermitteln.</p>
<p>Der 26. Februar 2012 sollte ein Grund sein, Hans Heinz’ 85. Geburtstag zu feiern. Wir waren uns nicht sicher, ob es zur Feier werde kommen können, denn wir wussten um seinen prekären Gesundheitszustand, doch hofften wir und bereiteten uns auf die Feier vor – die nun seine Totenfeier werden muss.</p>
<p>Liebe Silvia, wir stehen in der sehr langen Reihe derer, die Dir das Beileid aussprechen und Hans Heinz das letzte Geleit geben wollen. Du hast lange am Krankenbett von Hans Heinz mitgelitten. Es waren dies wohl die schwersten Jahre Deines Lebens. Worte der Trauer wirst Du empfangen, aber wir wissen auch, sie können nicht wirklich trösten und die übliche Rede, die Zeit heile alles, ist nur ein billiger Trost. Wir können und müssen mehr über Hans Heinz sagen.</p>
<p>Ich bin in dieser Reihe der Trauernden wohl derjenige, der Hans Heinz am längsten kannte. Wir kommen aus derselben Stadt, haben am selben Tag an derselben Universität zu studieren begonnen, haben manchen Strauß mit anderen, aber auch miteinander ausgefochten. So denke ich über die Jahre nach, in denen auch ich auf verschiedenste Art politisch und philosophisch von ihm „profitieren“ konnte – und wofür ich dankbar bin.</p>
<p>Marxist, Kommunist zu werden war Hans Heinz nicht in die Wiege gelegt, ihm, dem Sohn eines Diplom-Ingenieurs. Er ging aufs Gymnasium, machte Abitur. Und da war sie dann auch zur Stelle, die Politik und das war vor der Philosophie. Antifaschistisch hat er gearbeitet und geriet – siebzehnjährig – in die Fänge der Gestapo. Da hatte er zwei Mal Glück: sein erstes Glück bedeutete Unglück für die Druckerei und den Drucker, dessen Material er unter die Leute gebracht hatte, denn Drucker und Druckerei starben im Bombenhagel, der die materiellen Beweise vernichtete, die man gegen Hans Heinz suchte. Und das zweite Glück? Sie schleppten ihn nicht ins KZ, wie das damals üblich war, sondern ließen den jungen Burschen nach monatelanger Haft laufen, es war ihm nichts nachzuweisen.</p>
<p>Dann hat er in Mainz Philosophie studiert, doch auch da war gleich wieder die Politik zur Stelle in Gestalt des Professors Bollnow, der ein ebenso eingefleischter Heideggerianer wie politischer Konservativer – um es nicht schärfer zu formulieren – war. Die Konflikte waren also vorprogrammiert und sie kamen auch. Was blieb ihm übrig, der zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Bücher – das eine über Sartre, der damals im Westen hoch im Schwange war – veröffentlicht hatte, als den Ort zu wechseln: er ging nach Leipzig, wo Ernst Bloch wirkte. Dort wurde er Mitherausgeber der „Deutschen Zeitschrift für Philosophie“, deren geistiger Kopf Wolfgang Harich war, der aber, wenn nicht gar die Welt, so wenigstens die DDR retten wollte und darüber sich ernste politische Probleme einheimste. Die sich dann auch auf Hans Heinz auswirkten: seine bereits eingereichte Dissertation wurde von der Universität Leipzig nicht mehr bearbeitet.</p>
<p>Wie man sieht, da ging es nicht nur um die Philosophie, die Politik hatte auch immer die Hände mit im Spiel. Als dann Ernst Bloch sich 1961 in den Westen absetzte (ohne zum Renegaten zu werden, genau so verhielt es sich ja dann bei unserem gemeinsamen Freund Hans Mayer) – folgte er Bloch. Dann konnte er später, auch indem sich unser Genosse Alfred Kosing, der damals in Leipzig Dekan war, einschaltete, doch noch seine Promotion in Leipzig abschließen.</p>
<p>Die folgenden Jahre füllte er durch journalistische Tätigkeit aus: Für die „Deutsche Woche“, die „Frankfurter Rundschau“, die Basler „Nationalzeitung“, die „Frankfurter Allgemeine“, das Nachtstudio des Hessischen Rundfunks. Aber es ging nicht nur um Politisches, sondern Hans Heinz hat gründlich das Feld der Kunst- und Kulturkritik beackert – daraus wurden Werke!</p>
<p>Einschneidend in seine Biografie, aber nicht nur für diese, war dann der Kampf um seine Berufung als Professor in Marburg. Ein Marxist, Professor, auch noch für Philosophie und in Marburg. Unvorstellbar. Das erschien den Konservativen und Reaktionären schon als Vorbote des Weltuntergangs.</p>
<p>Also wieder war die Politik zur Stelle! Die Auseinandersetzung fiel mitten hinein in die 68er-Entwicklungen und wurde, gerade auch durch breiten Protest gegen konservative Kräfte, durchgesetzt.</p>
<p>Und die Politik blieb zur Stelle! Schrieb er zur Sprachtheorie und ging dabei auch auf Arbeiten Stalins ein, läuteten die Glocken des Antikommunismus heftig, genauso, als er, zum Anarchismus schreibend, sich auch auf Lenin bezog. Aber ganz schlimm wurde es, als er sich in der tiefen Krise des Sozialismus 1989/90 öffentlich, insbesondere publizistisch, an die Seite der DKP stellte.</p>
<p>Von da an haben sich viele, die ihm vorher noch wenigstens halbwegs beistanden, etwa Rezensionen zu Arbeiten von ihm schrieben, abgewandt. Das waren jedoch „Rechte“. Im Vorfeld seines 85. Geburtstags meldeten sich auch Ultralinke gegen ihn zu Wort, eine seltsame „Einheitsfront“! Ihre Wortführer – beachtet man Ton und Inhalt der Wortmeldungen – sind Leute, die unserer Partei den Teufel an den Hals wünschen und darum ihm, dem Mitgestalter des DKP-Parteiprogramms, zutiefst feindlich gesonnen sind. Sie debattieren auf zwei Feldern, dem politischen und dem philosophischen &#8211; genau genommen ist es nur das politische Feld, denn philosophisch haben sie nichts zu sagen. Zum Thema Philosophie war in einer ihrer Wortmeldungen wenigstens zu lesen, er sei der bedeutendste Philosoph unter den Heutigen. Das wird nicht allen gefallen. Dass es auch unter marxistischen Philosophen nicht nur Übereinstimmung gibt, ist bekannt und es wäre verwunderlich, sähe dies anders aus. Debattenstoff, Arbeit gibt es also genug. Und einmal zusammen zu kommen, um die gegenseitigen Positionen zu diskutieren &#8211; auch wenn man nicht voraussetzen kann, dass da alle Unterschiede aus dem Weg geräumt werden könnten, hätte dennoch der gemeinsamen Sache gut getan. Das muss nun, sollte es zu dieser Debatte kommen, ohne ihn geschehen. Da wird er fehlen!</p>
<p>Was sein politisches Wirken betrifft, so finde ich, dass bei allen Problemen, die es auch gab und gibt, manches an seiner Kritik nicht unbegründet war, dass er sich im Kampf um die Erhaltung der Partei als einer kommunistischen bedeutende Verdienste erworben hat. Ich denke dabei an das erste programmatische Dokument nach der Niederlage des Sozialismus und der damit verbundenen Krise der Partei, an die Thesen zur programmatischen Orientierung der DKP, die wesentlich sein Werk waren, und natürlich an das Parteiprogramm. Sein Mitwirken in der Autorengruppe und sein Ringen um die Suche nach vertretbaren Kompromissen hat wesentlich dazu beigetragen, dass wir 2006 unser jetziges Parteiprogramm beschließen konnten. Sehr wichtig waren auch seine beiden Bücher, „Niederlage und Zukunft des Sozialismus“ und „Kommunisten heute“. In den letzten Jahren hat Hans Heinz die Ernte seines (philosophischen) Lebens in die Scheuer eingefahren, will sagen: Einige grundlegende Bücher zur Philosophie geschrieben, die sich wohl so auf den Zusammenhang bringen lassen: Es gibt zwei große Themen, die sich durch die gesamte Geschichte der Philosophie hindurch ziehen. Da ist einmal die Frage nach der Existenz und dem Charakter des Seins – um für Philosophen verständlich zu reden: die Frage der Ontologie. Und dann das Problem der Bewegung und Entwicklung. Um die beiden wichtigsten Namen zu nennen. Es ging und geht um Heraklit und Zenon von Elea. Aber, da sind wir über zwei Jahrtausende hinweg direkt bei der marxistischen Philosophie angekommen, die diese beiden Entwicklungsstränge zu einer einheitlichen Philosophie auf materialistischer Grundlage vereinigte.</p>
<p>Obgleich wir seine Mitarbeit in den „Marxistischen Blättern“ schon seit einigen Jahren vermissen, sei dennoch an seine früheren Beiträge und die jahrelange Zugehörigkeit zum Herausgeberkreis der Zeitschrift erinnert. Und daran, dass er im Neue Impulse-Verlag nicht nur die beiden oben erwähnten Bücher herausgebracht hat, sondern noch drei weitere: „Sozialismus statt Barbarei“, und zwei Bände „Gesammelte Aufsätze aus 50 Jahren“: „Der Kampf um Frieden und Demokratie“, „Deutsche Ideologie nach 1945“.</p>
<p>Ich bin hier nicht eingegangen auf Hans Heinz Holz’ jahrlange Arbeit in der Internationalen Hegel-Gesellschaft oder jetzt in der Leibnitz-Sozietät, das wären eigens zu behandelnde Aktivitäten gerade auch internationalen Charakters. Hans Heinz wusste, dass es im Lager der marxistischen Philosophie zu manchen der von ihm behandelten Fragen nicht nur Übereinstimmung gibt. Aber wir sind doch Hegelianer, will sagen: Marxisten und wissen um die Kraft der Dialektik, weshalb wir auch „wissen“, dass der Streit – wie Heraklit einst schon sagte: der Vater aller Dinge, will sagen, auch beim Herausfinden dessen ist, was wir am Ende der Debatte über unsere Philosophie &#8211; so sie ein Ende finden sollte -  als gemeinsame Position vertreten werden können.</p>
<p>Wir werden noch lange an Hans Heinz Holz denken, auch an so manchen „Streit“, den wir miteinander hatten, der uns aber nicht auseinander brachte, denn wir waren uns stets dessen bewusst: Wir sind Kommunisten, Genossen und arbeiten auf den gleichen ideologisch-politischen Grundlagen.</p>
<p>Ein kommunistischer Gruß dem toten Genossen und Freund, dem sehr verdienstvollen Politiker und Philosophen Hans Heinz Holz auch im Namen von Verlag, Redaktion und Herausgeberkreis der Marxistischen Blätter von seinem etwas älteren Weggenossen</p>
<p><strong>Quelle: Verlag Marxistische Blätter/kommunisten.de;<br />
s</strong><strong>iehe auch: <a rel="nofollow" href="http://www.jungewelt.de/2011/12-13/018.php" target="_blank">Denker des Ganzen</a>, Nachruf in Junge Welt vom 13. Dezember 2011.</strong></p>
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		<title>Widukind De Ridder gegen Stirner</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Dec 2011 15:39:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein nachträglicher Kommentar
Von Joán Ujházy, Budapest
Widukind de Ridder schrieb für die linke Zeitschrift „Das Argument“ im letzten Jahr eine Kritik zur von Bernd Kast kommentierten Studienausgabe von Stirners Buch „Der Einzige und sein Eigentum“. Es ist insoweit eine übliche wie auch typische Kritik, die De Ridder an dieser Werkausgabe übt, mehr <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2011/12/widukind-de-ridder-gegen-stirner/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein nachträglicher Kommentar</strong></p>
<p><em>Von Joán Ujházy, Budapest</em></p>
<p>Widukind de Ridder schrieb für die linke Zeitschrift „Das Argument“ im letzten Jahr eine Kritik zur von Bernd Kast kommentierten Studienausgabe von Stirners Buch <strong><a href="http://www.verlag-alber.de/einzeltitel/details_html?k_tnr=48342&amp;k_onl_struktur=1420077" target="_blank">„Der Einzige und sein Eigentum“</a></strong>. Es ist insoweit eine übliche wie auch typische Kritik, die De Ridder an dieser Werkausgabe übt, mehr noch an Stirner selbst. Zugleich ist neben diesem Typisch-Sein diese Kritik auch untypisch für die neue Zeit, wo doch aller ideologische und politische Druck seitens der alles wissenden Arbeiterparteien aus dem real-existierenden Sozialismus weggefallen ist und wir uns allesamt auf die Vergangenheit neu einlassen können, nicht ideologisch verbissen, sondern bei aller nötigen Parteilichkeit doch – wissenschaftlich. Insoweit ist es auch jetzt noch angetragen, seine Kritik ein wenig zu kommentieren. De Ridders Buchbesprechung ist nachzulesen auf der Internetseite der <strong><a href="http://www.msges.de/max_stirner.html" target="_blank">Max Stirner-Gesellschaft</a></strong> unter der Rubrik <strong>Ältere Publikationen von und über Max Stirner</strong>.</p>
<p>Wie bei vielen, die sich mit Stirner schwer tun, kann es auch Widukind De Ridder nicht lassen, unkommentiert (!) all jene Bezeichnungen aufzuführen, die man Stirner anhängte, nämlich Anarchist zu sein (Engels), dann das Verdikt der Kleinbürgerlichkeit (Marx) und Prorofaschist (Helms, ein pseudmarxistischer Stirner-<strong><em>Ver</em></strong>kenner).</p>
<p>Daß heute noch in marxistischen Kreisen Max Stirner nach wie vor keine Lobby hat, ist eigentlich erklärlich (der Übervater Marx scheint permanent zu grüßen), wenn auch zugleich nicht mehr nachvollziehbar.</p>
<p>Auch ein De Ridder kann es sich nicht verkneifen, mit ironischen (?) Injurien auf einen Mann zu treten, der nach wie vor auf dem „unakademischen“ Boden liegt. Es hat schon nichts mehr mit Marxismus zu tun, wenn De Ridder Stirners Hauptwerk auf den Vormärz <em>beschränkt</em>, nur weil sich z.B. Duchamp und Ernst auf Stirner beriefen.</p>
<p>Da trägt er die berühmten Eulen nach Athen. Natürlich ist Stirners Buch nur aus dem Vormärz erklärbar. Ist das aber nicht ebenso Marx? Mindestens bis zu seiner Abfassung des „Kommunistischen Manifestes“? Durch De Ridders sehr unhistorische Einlassung wird also Stirner unterstellt, für die heutige Zeit keine Bedeutung (mehr) zu haben. (Siehe auch unten De Ridders Vehemenz gegen eine Gegenwartsbezogenheit des Stirnerschen Werkes.)</p>
<p>Mit dieser Pseudokritik geht De Ridder alles andere als marxistisch vor. Allein eine historische Einordnung eines philosophischen Werkes macht noch keinen Marxisten, vergleichbar mit der berühmten Schwalbe. Und es macht ein Argument deswegen nicht überzeugender.</p>
<p>Selbst Helms ist da etwas „weiter“, als er Stirner zum Vorläufer von Hitler machte, also Stirner nicht auf den Vormärz beschränkte, sondern ihm sehr wohl zugestand, bis ins 20. Jahrhundert hineingewirkt zu haben. Daß dabei Helms aber den bisher größten Bock abschoß, als er schrieb, daß trotz einiger oberflächlicher Widersprüche Stirner und Hitler „vollkommen miteinander zu vereinbaren“, auch wenn Hitler den „Einzigen“ nicht gekannt haben mag. (Die anonyme Gesellschaft, S. 5, 481), sei nur erwähnt. Leider zählt auch Helms zu den stalinistisch verquasten Pseudomarxisten, die heute noch solch horrenden Unsinn verbreiten, so 2006, als er seine These von Stirner-Hitler dahin gehend „kreativ weiterentwickelte“, „dass heute George W. Bush als mächtigster Exponent des Stirnerianismus anzusehen sei.“ (<strong><a href="http://www.lsr-projekt.de/miscams.html#helms" target="_blank">Siehe LSR-Projekt!</a></strong>)</p>
<p>Nochmals zu De Ridder: Sinn seiner „Argumentation“ ist es also, Stirner auf das 19. Jahrhundert zu beschränken, wie es viele Anti-Marxisten mit Marx’ „Kapital“ taten. Hier müßte De Ridder doch stutzig werden! (Wird er aber leider nicht!!!) Weiterer Sinn ist, Stirner jeglichen Einfluß auf die nach ihm folgende Zeit auszublenden. Wir sollen also annehmen, daß Stirner für unsere Zeit völlig unaktuell sei, oder gar dergestalt „Alltagsphilosophie“ (siehe Stulpe, Achenbach etc.), daß es keinen Sinn mehr mache, über Stirner auch nur ein Sterbenswörtchen zu verlieren. Dabei rede ich gar nicht, was ein eigenes Kapitel ist, daß nach wie vor von marxistischer Seite die Tatsache ausgeblendet wird, daß Stirners Buch und Marx’ Lektüre desselben letzteren dazu bewegte, die philosophische Enge des Feuerbachismus zu überwinden, um zu seinem eigentlichen Standpunkt zu kommen: zum dialektisch-historischen Materialismus.</p>
<p>Und schon gequält, aber deswegen nicht überzeugend, ist De Ridders Hinweis, wonach z.B. Bernd Kast mit seiner kommentierten Stirner-Ausgabe eine „akademische Glaubwürdigkeit“ pro Stirner erzwingen wolle. Ich denke, das hat Kast nicht nötig. Umgekehrt müßte man alle mit dem Verdikt der „akademischen Glaubwürdigkeit“ versehenen Philosophen auf ihre Zeit beschränken, reduzieren, so wie es De Ridder mit Stirner versuchte. Daß das mit Wissenschaft nichts mehr zu tun hat, sei nur am Rande bemerkt.</p>
<p>Aber er läßt ohnehin am Ende seiner Buchbesprechung die Katze aus dem Sack: „Anstatt immer nur die Frage nach irgendeiner <strong>‚Gegenwartsbezogenheit‘</strong> zu stellen, sollte stärker versucht werden, Stirners Verabschiedung der gesamten Philosophie im Hinblick auf die politischen Dimensionen und emanzipatorischen oder moralischen Ansprüche der Junghegelianer zu deuten.“ [Von mir hervorgehoben, J. U.]</p>
<p>Und was heißt das? Stirner ist tauglich genug, wenn man ihn behandelt, meinethalben akademisch, auf seine Zeit reduziert, aber bloß nicht auf die Gegenwarts bezogen. Es könnte dabei herauskommen, daß er für uns ebenso wichtig ist wie das Gesamtwerk von Marx, sicherlich nicht wichtiger als Marx, aber auf hohem theoretischen Niveau.</p>
<p>Mit dieser ungewollt (?) herausgelassenen Katze fällt De Ridders Kartenhaus eigentlich in sich zusammen; nur, er merkt es nicht. Dumm ist sein „Argument“ nicht; es ist aber mehr so etwas wie Bauernschläue. Der kann man mit einem tatsächlichen Argument nicht beikommen, nicht einmal in einer Zeitschrift, die sich so nennt. Wer kennt nicht den Spruch: Was der Bauer nicht kennt, daß ißt er nicht.</p>
<p>Das kann man nur bedauern.</p>
<p>Was uns hier De Ridder bietet, ist eben die Fülle von absichtlichen [!] Mißverständnissen, gegen die Kast versucht anzugehen, wohl vergeblich, wenn wir uns die De Riddersche Kritik auf der Zunge zergehen lassen. In einem scheint De Ridder aber Recht zu haben: Bernd Kasts Bemühen, bisherige Rezeption von Stirners Einzigen gerade zu rücken, wirkt insoweit defensiv, weil es dem Ausschöpfen des Meeres mittels eines Siebes gleichkommt, wollte man versuchen, solchen „Besserwissern“ wie De Ridder und Co. von ihrer Arroganz mit solchen, den Kastschen Bemerkungen, eines Besseren belehren.</p>
<p>Statt also defensiv zu agieren, sollten wir Stirner nicht gegen jene verteidigen, die von ihren Vorurteilen nicht wegzubekommen sind, sondern wir können Stirners Bedeutung nur dadurch herausarbeiten, indem wir uns nicht mehr auf ein Verteidigungsgeplänkel einlassen, sondern durch eigene Studien nachweisen, was wir tatsächlich an Stirner haben.</p>
<p>De Ridder gehört übrigens, wie es scheint, immer noch zu den Marxisten, die auch eine Kleinigkeit nicht zur Kenntnis nehmen wollen, daß nämlich Max Stirner <strong>nicht</strong> G. Edward ist. [De Ridder hat den gegen Kuno Fischer gerichteten Artikel von G. Edward ins Englische übersetzt, welche in Saul Newmans Buch „Max Stirner (Critical Explorations in Contemporary Thought)“ abgedruckt wurde. Bei der Nennung des Autors werden Stirner und Edward als ein und dieselbe Person genannt.] <strong><a href="http://www.max-stirner-archiv-leipzig.de/max_stirner.html#edward" target="_blank">Siehe hier!</a></strong></p>
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		<title>Spurensuche als PDF</title>
		<link>http://www.leipziger-kritiken.de/2011/10/spurensuche-als-pdf/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 Oct 2011 14:42:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer die &#8220;Spurensuche&#8221; als PDF wünscht, um sie auszudrucken, der folge diesem Link:
Spurensuche
Ansonsten siehe auch hier!
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer die &#8220;Spurensuche&#8221; als PDF wünscht, um sie auszudrucken, der folge diesem Link:</p>
<p><strong><a href="http://www.pol-oek.de/spurensuche_Teil1.pdf">Spurensuche</a></strong></p>
<p><strong>Ansonsten siehe auch <a href="http://www.leipziger-kritiken.de/2011/10/spurensuche/">hier</a>!</strong></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Solidarischer Ratschlag eines Sympathisanten der DKP &#8230;</title>
		<link>http://www.leipziger-kritiken.de/2011/10/solidarischer-ratschlag-eines-sympathisanten-der-dkp/</link>
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		<pubDate>Sun, 09 Oct 2011 12:47:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230;  für deren theoretische Oktoberkonferenz 
Von Ingo Wagner
Im Oktober 2001 bin ich aus der PDS ausgetreten, da diese Partei sich auf dem Wege der völligen Entsorgung und Totalabsage des wissenschaftlichen Sozialismus &#8211; nachgeholfen mittels des Kampfbegriffs „Stalinismus als System“ &#8211; befand. Der Schritt ist mir nicht leichtgefallen, da ich mich bereits <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2011/10/solidarischer-ratschlag-eines-sympathisanten-der-dkp/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>&#8230;  für deren theoretische Oktoberkonferenz</strong> </em></p>
<p><em>Von Ingo Wagner</em></p>
<p>Im Oktober 2001 bin ich aus der PDS ausgetreten, da diese Partei sich auf dem Wege der völligen Entsorgung und Totalabsage des wissenschaftlichen Sozialismus &#8211; nachgeholfen mittels des Kampfbegriffs „Stalinismus als System“ &#8211; befand. Der Schritt ist mir nicht leichtgefallen, da ich mich bereits im Oktober 1945 der organisierten Arbeiterbewegung anschloß. Auf dem Chemnitzer Parteitag der PDS 2003 hat sich dann diese Partei vom Marxismus verabschiedet und sich „pluralisiert“. Die Marxisten waren jetzt von einem Wesensmerkmal zu einem geduldeten Unterscheidungsmerkmal geworden. Die PDS hatte sich in eine Sozialdemokratische Partei sui generis (besonderer Art) verwandelt. Und so agiert die Partei „Die Linke“ auch heute. Ich habe mich jahrelang &#8211; leider ohne Erfolg &#8211; mit den „theoretischen“ Positionen dieses Wandlungsprozesses und den dafür angebotenen „Demokratischen Sozialismus“ &#8211; de facto eine Mixtur von Ansätzen der bürgerlichen Moderne plus primitiver Verfälschung marxistischen Gedankengutes &#8211; auseinandergesetzt. Der Programmentwurf dieser Partei, der in Erfurt zur Diskussion stehen wird, ist in meiner Sicht eine „Weiterentwicklung“ des Berliner Parteiprogramms der SPD und des Chemnitzer Programms der PDS. Aber dieses Desaster in der Partei „Die Linke“ hat mich nie davon abgehalten, alle deren emanzipatorischen Forderungen, die Anliegen der marxistischen Linken in ihr und die rudimentären Elemente marxistischen methodischen Denkens in diesem nichtmarxistischen Programmentwurf zu unterstützen.</p>
<p>Als Sympathisant der DKP habe ich mich auch bemüht, an deren theoretischer Meinungsbildung mitzuwirken, da ich davon ausgehe, daß das DKP-Programm ein beachtliches und sicher das einzige in Deutschland auf dem Boden des wissenschaftlichen Sozialismus ist, vom dem künftig als Kristallisierungspunkt eine linke kommunistische Gegenbewegung und eine solche überschaubare Strategie erwartet werden kann, die den heutigen Erfordernissen entspricht. Deshalb war ich über das weitere Schicksal der DKP sehr besorgt, als der Parteivorstand mit dem (ersten) Entwurf „Politische Thesen des 19. Parteitages“ versuchte, die Bewegung und Entwicklung des historischen Zeitmaßes zu „überlisten“. Es verwunderte deshalb auch nicht, daß diese „Thesen“ auf mehr oder weniger fundamentale Ablehnung und Kritik stießen. Ich selbst habe mich grundsätzlich den diesbezüglichen Einwänden von Robert Steigerwald, Hans-Peter Brenner, Willi Gerns und vielen anderen angeschlossen und meine Besorgnis in einem Brief an den Parteivorstand vom 18. Januar 2010 geäußert, daß sich auf diesem Weg zu einer „pragmatischen Programmatik“ die Gefahr des Hinwendens zu einer solchen Partei ergibt, die schon vorhanden ist &#8211; ihr Name: Partei „Die Linke“.</p>
<p>Zugleich habe ich die Hoffnung und den Wunsch formuliert, dass die politische Vernunft letztlich Siegerin bleibt. Die theoretischen Meinungsverschiedenheiten, zu denen ich in vielen Publikationen eine Position bezogen habe, sollen hier allerdings außen vorbleiben. Sie stehen auf einem anderen Blatt, das hier nicht beschrieben werden kann. Mein Anliegen ist ein anderes.</p>
<p>In der „Diskussionstribüne“ habe ich mit Freude das Plädoyer von Georg für das weitere methodische Vorgehen der theoretischen Debatte gelesen. <em>(UZ vom 26. August 2011)</em> Er plädiert „für die konkrete Diskussion mit Fakten und Argumenten und für die Offenheit auch für neue Fragestellungen, auf die man vielleicht neue Antworten erst suchen muss.“ Und er spricht sich entschieden gegen „das Sich-Hineinsteigern in die Verbissenheit eines neuen ´Strömungskampfes´“ aus, an dessen Ende letztlich die Spaltung der Partei steht.</p>
<p>Eine solche Gefahr resultiert sicherlich auch daraus, daß die katastrophale Niederlage der kommunistischen Weltbewegung sowie die des europäischen Frühsozialismus auch involvierte, daß sich die Differenzen in der Arbeiterbewegung enorm zuspitzten und es zugleich daran mangelte, den Marxismus für das 21. Jahrhundert weiterzuentwickeln &#8211; vor allem hinsichtlich eines Sozialismusbildes heute und der Gestaltung eines Ausbruchsprogramms aus dem Spätkapitalismus in Form eines Übergangsprogramms.</p>
<p>Dieses Weiterschreiten kann jedoch nur gelingen, wenn man sich wieder auf die konsequente Anwendung der Denkmethode Lenins besinnt: Der dialektische „Zusammenhang mit den bestimmten praktischen Aufgaben der Epoche, die sich bei jeder neuen Wendung der Geschichte ändern können“ <em>(Werke, Bd. 17, S. 23),</em> war für ihn das Alpha und Omega der Weiterentwicklung des Marxismus. Dabei darf der „Marxist &#8230; als Prämisse seiner Politik nur genaue und unbestreitbar bewiesene Tatsachen annehmen.“ <em>(Werke, Bd. 35, S. 219)</em> Denn der Marxismus steht „auf dem Boden der Tatsachen und nicht der Möglichkeiten.“ <em>(ebenda)</em> Da diese Tatsachenerkundung der wissenschaftlichen Forschung unterliegt &#8211; welche die Nutzung von solchen Ergebnissen der bürgerlichen Wissenschaft keinesfalls ausschließt &#8211; involviert sie natürlich den wissenschaftlichen Meinungsstreit.</p>
<p>Der heutigen niedergegangenen kommunistischen Bewegung mangelt es neben politischen Führern ebenfalls an marxistischen Denkkoryphäen vom Typ Marx, Engels und Lenin, denen zu Recht das Attribut „Klassiker“ zukommt. Diese Lücke kann nur durch genossenschaftliche Kollektivität geschlossen werden, die ebenfalls eine neue Diskussionskultur involvieren muss, die den notwendigen Meinungsstreit mit der Kraft des logisch-dialektischen Arguments verbindet. Dieser Streit ist lebenswichtig für die Weiterentwicklung des Marxismus für das 21. Jahrhundert.</p>
<p>Mir scheint, daß heute Lenins Methodologie für das Weiterdenken des Marxismus mit seinem eigenen Beitrag zur Theorie von Marx und Engels etwas beiseitegelegt und durch seine Ignoranz ersetzt wird. In diesem Zusammenhang ist es lehrreich, dass Lenin selbst auf das wirkliche Übel hingewiesen hat. Er schrieb am 23. Dezember 1910, daß sich die Aufgaben des nächsten und unmittelbaren Handelns in dieser Zeit sehr schroff ändern, „so wie sich die konkrete, soziale und politische Situation ändert, und folglich mußten auch im Marxismus als einer lebendigen Lehre jeweils verschiedene seiner Seiten in den Vordergrund treten.“ <em>(Werke, Bd. 17, S. 24)</em> Und das waren in dieser Zeit Fragen, „die man als Fragen der Taktik zu bezeichnen pflegt.“ <em>(ebenda, S. 25)</em> Und sie signalisierten „eine sehr ernste innere Krise des Marxismus &#8230; Die entschiedene Abwehr dieses Zerfalls, der entschlossene und hartnäckige Kampf für die Grundlagen des Marxismus trat wieder auf die Tagesordnung. &#8230; Die Ursachen für die Unvermeidlichkeit dieses Zerfalls in der gegenwärtigen Zeit zu begreifen und sich zu seiner konsequenten Bekämpfung zusammenzuschließen ist deshalb für die Marxisten im unmittelbarsten und genauesten Sinne des Wortes die Aufgabe der Epoche.“ <em>(Ebenda, S. 27, 28)</em> Lenin vermittelte in seiner Arbeit „Die Differenzen in der europäischen Arbeiterbewegung“ &#8211; ebenfalls im Jahre 1910 &#8211; eine profunde Analyse zur Dialektik der Ursachen für das Entstehen unterschiedlicher Strömungen in der Arbeiterbewegung. (Werke, Bd. 16, S. 353-359) Sie wurde jüngst veröffentlich in <em>junge Welt</em> (20./21. August und 27./28. August 2011).</p>
<p>Nach dem Desaster der kommunistischen Weltbewegung und der Niederlage des europäischen Frühsozialismus sollten diese Ratschläge Lenins für die Konstituierung einer modernen revolutionären kommunistischen Partei zur Handlungsmaxime eines jeden Marxisten, Leninisten gehören. Die Weiterentwicklung der Lehren von Marx, Engels und Lenin &#8211; unserer Klassiker &#8211; kann allerdings heute nur durch genossenschaftliche Kollektivität erschlossen werden. Sie schließt den Meinungsstreit ein und involviert selbstverständlich ebenfalls unterschiedliche Auffassungen.</p>
<p>Aber auch hierfür gilt Lenins Rat: Grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten müssen diskutiert und theoretische Positionen geklärt werden. Jedoch müssen diese Auseinandersetzungen auf gediegenem Niveau, fair und ohne Unterstellungen und persönliche Verunglimpfungen geführt werden. „Es gibt Dispute, die in Schimpferei, Klatsch und Gezänk ausarten. &#8230; Ohne Diskussionen, Dispute und Meinungsstreit ist keine Bewegung, auch keine Arbeiterbewegung möglich. Ohne schonungslosen Kampf gegen die Ausartung der Dispute in Schimpferei und Gezänk ist keinerlei Organisation möglich.“ <em>(Werke, Bd. 19, S. 487)</em></p>
<p>Und noch etwas zu dieser Dialektik in der Analyse der Realität: In diese „darf der Marxismus als Weltanschauung vom historischen Verlauf der Menschheitsgeschichte &#8211; Parteilichkeit &#8211; nicht eindringen. In der Analyse gilt es vielmehr, die marxistische Methodologie anzuwenden.“ <em>(Jürgen Kuczynski)</em> Hiervon zeugt das gesamte Lebenswerk unserer Klassiker bei der Gestaltung des wissenschaftlichen Sozialismus!</p>
<p>Da ist Ideologie in abstracto fehl am Platz. Haß und Gunst haben in der Erforschung der Analyse der Realität nichts zu suchen. Da diese Realitätserforschung „nicht von Prinzipien, sondern von Tatsachen“ ausgeht <em>(F. Engels, Marx/Engels, Werke, Bd. 4, S. 321),</em> gilt die Maxime: „sine ira et studio“ (ohne „Haß und Gunst“, objektiv, sachlich, unvoreingenommen).</p>
<p>Gesellschaftliche Parteilichkeit ist also bei der Analyse abzulehnen. Es gilt heute in der Zeit des imperialistischen Spätkapitalismus strikt, die wissenschaftliche Wahrheit ohne Wenn und Aber zu verfolgen und zu erkunden.</p>
<p>Einerseits zeigt die komplexe Vielfachkrise von Finanzen, Wirtschaft, Energie und Klima, von Ernährung, Politik und Lebensweise eine Zeitenwende als Bankrott des kapitalistischen Zivilisationsmodells an, da sie offenlegt, daß der Spätkapitalismus die Grundfragen der weiteren Existenz der menschlichen Evolution nicht lösen kann. Die Barbarei in Form einer modernen Sklaverei erhebt gefährlich ihr Haupt.</p>
<p>Andererseits ist diese Zeitenwende gleichfalls dadurch gekennzeichnet, daß die gewaltige Entwicklung der Produktivkräfte als Folge der digitalen Revolution davon zeugt, daß der „naturgesetzliche“ <em>(Marx)</em> Gang der Weltgeschichte die Zukunft der Menschheit in Richtung Sozialismus/Kommunismus drängt. „In diesem Sinne ist die Perspektive des Klassenkampfes zu einer Frage des zivilisatorischen Überlebens der Menschheit geworden.“ <em>(Werner Seppmann)</em> Der Geschichtsverlauf war, ist und bleibt allerdings offen. Er hängt als neuer sozialistischer Anlauf von der geschichtsmächtigen Formierung eines progressiven subjektiven Faktors ab. Sie verlangt von einer heutigen kommunistischen Partei ein zeitgemäßes Sozialismusbild als historische Menschheitsperspektive in einem präzisen marxistischen Parteiprogramm &#8211; verbunden mit einem Ausbruchsprogramm (Übergangsprogramm) als historisch langfristigen Weg des Ausbruchs aus dem Spätkapitalismus, worin die strategischen und taktischen Erfordernisse und Probleme kulminieren.</p>
<p>Vor allem in dieser Sicht wünsche ich der theoretischen Konferenz Erfolg auf ihrem sicherlich langwierigen und komplizierten Entwicklungsweg zu einer solchen zeitgemäßen kommunistischen Partei, die es versteht den Marxismus für das 21. Jahrhundert weiterzudenken. So könnte sich als Ausdruck politischer Vernunft zugleich ein Weg für eine kommunistische Blockbildung in Deutschland als Gegenmacht &#8211; unabhängig von politischen und theoretischen Differenzen &#8211; öffnen.</p>
<p>In solidarischer Verbundenheit.</p>
<p><strong>Quelle: UZ, 30.09.2011</strong></p>
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		<title>UZ-Diskussionstribüne: Theoretische Konferenz der DKP</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Oct 2011 16:46:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit den Debattenbeiträgen von Beate Landefeld und Patrik Köbele begann die UZ in der Ausgabe Nr. 26 die Vorbereitung der theoretischen Konferenz der DKP, die am 30. Oktober in Hannover stattfinden wird.
Alle Diskussionsbeiträge sind unter der Rubrik &#8220;Marxistische Theorie und Geschichte&#8221; online auf der Seite der UZ zu finden.
Wir haben <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2011/10/uz-diskussionstribune-theoretische-konferenz-der-dkp/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Mit den Debattenbeiträgen von Beate Landefeld und Patrik Köbele begann die UZ in der Ausgabe Nr. 26 die Vorbereitung der theoretischen Konferenz der DKP, die am 30. Oktober in Hannover stattfinden wird.</em></p>
<p><em>Alle Diskussionsbeiträge sind unter der Rubrik &#8220;Marxistische Theorie und Geschichte&#8221; online auf der Seite der <a href="http://www.dkp-online.de/uz/" target="_blank">UZ</a> zu finden.</em></p>
<p><em>Wir haben die Links auf diese Artikel für unsere Leser zusammengestellt.</em></p>
<p><em></em><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4339/" target="_blank">Nr. 39</a> (30. September 2011)</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4339/s1501.htm" target="_blank">Solidarischer Ratschlag eines Sympathisanten der DKP für deren theoretische Oktoberkonferenz<br />
</a>Ingo Wagner</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4338/main.html" target="_blank">Nr. 38</a> (23. September 2011)</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4338/s1201.htm" target="_blank">Endlich inhaltlich diskutieren!<br />
</a>Fred Schmid</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4338/s1501.htm" target="_blank">Zur Imperialismusdebatte in unserer Partei<br />
</a>Klaus Stein</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4338/s1502.htm" target="_blank">Strategie und die Idee der &#8220;Antimonopolistischen Demokratie&#8221;<br />
</a>Zu &#8220;Wiederum nichts als Unterstellungen&#8221; (UZ vom 29. 7. 2011)<br />
Männe Grüß, Björn Blach, Thomas Kurth</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4337/main.html" target="_blank">Nr. 37</a> (16. September 2011)</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4337/s1501.htm" target="_blank">Antimonopolistische Veränderungen in der kapitalistischen Weltformation<br />
</a>Jörg Miehe</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4336/main.html" target="_blank">Nr. 36</a> (9. September 2011)</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4336/s1201.htm" target="_blank">Beitrag zur Diskussionstribüne<br />
</a>Günter Pohl</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4335/main.html" target="_blank">Nr. 35</a> (2. September 2011)</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4335/s1201.htm" target="_blank">Über nötige Klarstellungen<br />
</a>Robert Steigerwald</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4334/main.html" target="_blank">Nr. 34</a> (26. August 2011)</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4334/s1201.htm" target="_blank">So sollten wir die Debatte nicht führen<br />
</a>Georg Polikeit</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4334/s1503.htm" target="_blank">Marx-Engels-Lenin als Richt- und Orientierungspunkte<br />
</a>Hans-Peter Brenner</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4333/main.html" target="_blank">Nr. 33</a> (19. August 2011)</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4333/s1202.htm" target="_blank">Klassenkampf und EU<br />
</a>Thomas Mehner</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4333/s1203.htm" target="_blank">Anmerkung der Redaktion zur bisherigen Diskussion</a></p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4332/main.html" target="_blank">Nr. 32</a> (12. August 2011)</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4332/s1201.htm" target="_blank">Entstehung der Thesen und deren Verhältnis zum Parteiprogramm<br />
</a>Heinz Stehr<br />
<a href="http://www.dkp-online.de/uz/4331/main.html" target="_blank">Nr. 31</a> (5. August 2011)</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4331/s1201.htm" target="_blank">Gegen die Enttheoretisierung der DKP<br />
</a>Theoretische Konferenz der DKP Baden-Württemberg in Stuttgart</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4331/s1501.htm" target="_blank">Grundsätzliche Unterschiede brauchen Argumente<br />
</a>Zu Patrik Köbeles Artikel: &#8220;Zur Strategie des deutschen Imperialismus&#8221; (UZ vom 1. Juli 2011)<br />
Rainer Dörrenbecher</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4331/s1502.htm" target="_blank">Illusionen in den bürgerlichen Staat<br />
</a>Antwort auf den Artikel &#8220;EU &#8211; ja oder nein&#8221;<br />
Renate Münder</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4330/main.html" target="_blank">Nr. 30</a> (29. Juli 2011)</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4330/s1201.htm" target="_blank">&#8220;Wiederum nichts als Unterstellungen&#8221;<br />
</a>Anmerkungen zu einer &#8220;Fundamentalkritik&#8221; an der Strategie der DKP<br />
Willi Gerns und Robert Steigerwald</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4329/main.html" target="_blank">Nr. 29</a> (22. Juli 2011)</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4329/s1201.htm" target="_blank">EU &#8211; ja oder nein?<br />
</a>Bernd Bücking</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4327/main.html" target="_blank">Nr. 27/28</a> (8. Juli 2011)</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4327/s1201.htm" target="_blank">Zur aktuellen Parteidiskussion zu EU und EL-Kampagne<br />
</a>Thomas Mehner</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4327/s1202.htm" target="_blank">Altes Programm gegen die Krise<br />
</a>Ulrich Sander</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4327/s1501.htm" target="_blank">Gedanken zu gegenwärtigen internationalen Entwicklungstendenzen<br />
</a>Anton Latzo</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4327/s1502.htm" target="_blank">Zur Sozialstrategie der Großkonzerne<br />
</a>Hans-Peter Brenner<br />
<a href="http://www.dkp-online.de/uz/4326/main.html" target="_blank">Nr. 26</a> (1. Juli 2011)</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4326/s1501.htm" target="_blank">EU und Demokratie<br />
</a>Beate Landefeld</p>
<p><a href="http://www.dkp-online.de/uz/4326/s1502.htm" target="_blank">Zur Strategie des deutschen Imperialismus<br />
</a>Patrik Köbele</p>
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		<title>Marx-Engels-Lenin als Richt- und Orientierungspunkte</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Oct 2011 16:40:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Hans-Peter Brenner
Diskussion zur Vorbereitung der theoretischen Konferenz der DKP
Was sind eigentlich die Maßstäbe, Fixund Orientierungspunkte zur Klärung der in der DKP strittigen Fragen?
Unsere Programmatik und der &#8220;Marxismus-Leninismus&#8221;
Unser Parteiprogramm von 2006 sagt: &#8220;Sie (die DKP) versteht sich als revolutionäre Partei, &#8230; die ihr wissenschaftliches Fundament in der Theorie von Marx, <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2011/10/marx-engels-lenin-als-richt-und-orientierungspunkte/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Hans-Peter Brenner</em></p>
<p><strong>Diskussion zur Vorbereitung der theoretischen Konferenz der DKP<br />
Was sind eigentlich die Maßstäbe, Fixund Orientierungspunkte zur Klärung der in der DKP strittigen Fragen?</strong></p>
<p><em>Unsere Programmatik und der &#8220;Marxismus-Leninismus&#8221;</em></p>
<p>Unser Parteiprogramm von 2006 sagt: &#8220;Sie (die DKP) versteht sich als revolutionäre Partei, &#8230; die ihr wissenschaftliches Fundament in der Theorie von Marx, Engels und Lenin hat und diese für die heutigen Kampfbedingungen weiterentwickelt; die dem grundlegenden Bruch mit den kapitalistischen Eigentums- und Machtverhältnissen und den Sozialismus anstrebt.&#8221; (Programm S. 3) Und: &#8220;Die DKP gründet ihre Weltanschauung, Politik und ihr Organisationsverständnis auf den wissenschaftlichen Sozialismus, der von Marx, Engels und Lenin begründet wurde und ständig weiterentwickelt werden muss, damit er nicht hinter den Realitäten zurückbleibt. Sie kämpft für die freie Verbreitung des Marxismus-Leninismus.&#8221; (DKP-Programm S. 46) Unser Statut sagt außerdem in Artikel 3: &#8220;Die innerparteiliche Demokratie in der DKP wird geprägt von der marxistischen Weltanschauung &#8211; den Lehren des wissenschaftlichen Sozialismus von Marx, Engels und Lenin &#8211; und der Gemeinsamkeit der politischen Ziele.&#8221;</p>
<p>Eigentlich ist damit alles Notwendige erschöpfend gesagt. Wirklich?</p>
<p><em>Das Selbstverständnis der DKP und die &#8220;Thesen&#8221;</em></p>
<p>Die Ursprungsversion der &#8220;Thesen des Sekretariats&#8221; enthielt zu meinem größten Erstaunen eine Veränderung dieses Selbstverständnisses der DKP. In &#8220;These 12&#8243; innerhalb des Kapitels &#8220;Die DKP in der heutigen Zeit&#8221; hieß es in der Ursprungsfassung: &#8220;Die Theorien von Marx, Engels, Lenin, Luxemburg, Gramsci und andere Denker des wissenschaftlichen Sozialismus, lassen uns vieles begreifen, wenn wir sie nicht als ´starre Orthodoxie´, sondern im kritischen und dialektischen Sinne verstehen und anwenden.&#8221;</p>
<p>Rosa Luxemburg und Antonio Gramsci sollten also nach Auffassung der Ursprungsthesen auf demselben theoretischen Niveau wie unsere &#8220;Klassiker&#8221; Marx, Engels und Lenin stehen. In der dann veröffentlichten Fassung wird die Gleichwertigkeit von R. Luxemburg und A. Gramsci mit Marx, Engels und Lenin abgeschwächt. Es heißt jetzt in These 11: &#8220;Die Theorien von Marx, Engels, Lenin und anderer Denker des wissenschaftlichen Sozialismus wie Luxemburg, Gramsci, lassen uns vieles begreifen &#8230;&#8221;</p>
<p>Es bleibt aber auch nach dieser Version der &#8220;Thesen&#8221; bei fünf nahezu gleichrangigen Haupttheoretikern des Marxismus. Verbunden wird dies gleichzeitig mit der Kritik, dass der Marxismus-Leninismus mit dazu geführt habe, vieles &#8220;Neue&#8221; nicht rechtzeitig erkannt zu haben. Diese Kritik wurde durch Äußerungen von führenden Genossen auf den folgenden PV-Tagungen und durch den positiv kommentierten Abdruck der programmatischen Thesen des Generalsekretärs der KPUSA Sam Webb erweitert. Webb begründete unter anderem, warum seiner Meinung nach die KPUSA sich nur noch auf den &#8220;Marxismus&#8221; und nicht mehr auf den &#8220;Marxismus-Leninismus&#8221; beziehen solle.</p>
<p><em>&#8220;Fare Well&#8221; zum Marx, Engels und Lenin?</em></p>
<p>Wie ist es möglich, dass trotz klarer Festlegungen im Programm und Statut die &#8220;Corporate Identity&#8221; unserer Partei so in Frage gestellt wird?</p>
<p>Verschiedentlich ist jetzt sogar von älteren Parteimitgliedern zu hören, der Begriff &#8220;Marxismus-Leninismus&#8221; sei ohnehin eine &#8220;Erfindung Stalins&#8221;. Schon deshalb sei er nicht tragbar.</p>
<p>Das ist falsch. Der Begriff &#8220;Leninismus&#8221; bzw. &#8220;Leninisten&#8221; wurde im innerparteilichen Kampf in der Sozialdemokratischen Arbeiter Partei Russlands zuerst als Kampfbegriff gegen die Bolschewiki eingesetzt. Nach Lenins Tod wurde der Begriff &#8220;Leninismus&#8221; im Nachruf des Zentralkomitees der KP Russlands benutzt. Im Februar 1924 sprach der Philosoph Georg Lukács in einem ausführlichen Gedenkartikel ebenfalls von &#8220;Leninismus&#8221;. Gregorij Sinowjew, Vorsitzender der Komintern, prägte kurz danach den Terminus &#8220;Marxismus-Leninismus&#8221;. Etwa zeitgleich rief der ungarische Revolutionsführer Bela Kun in der April-Ausgabe der Zeitung der Kommunistischen Internationale (Heft 33, 1924) alle Parteien zur Propaganda des &#8220;Leninismus&#8221; auf.</p>
<p>Erst danach folgte Stalin mit seinen berühmten Vorlesungen &#8220;Über die Grundlagen des Leninismus&#8221;. Diese haben inhaltlich absolut nichts &#8220;Stalinistisches&#8221; an sich &#8211; was immer mit diesem Kampfbegriff auch sonst verbunden wird. Sie sind eine sachliche Einführung in die Grundlagen des Marxismus-Leninismus.</p>
<p>Ich betone: Die Lehre von Marx, Engels und Lenin &#8211; ihre Anwendung und wissenschaftliche Weiterentwicklung &#8211; bildet unabhängig davon, ob es bei deren Rezeption und Propagierung in der Geschichte Einseitigkeiten gegeben haben mag &#8211; das entscheidende und unverzichtbare Orientierungswissen und den Maßstab für die kollektive Klärung der für uns wichtigen Fragen. Nur auf dieser Grundlage wird die Einheit der Partei gefestigt werden können.</p>
<p><em>Politische Funktionalisierung von Luxemburg und Gramsci</em></p>
<p>Die stillschweigend geplante Ernennung von R. Luxemburg und A. Gramsci zum vierten oder auch fünften &#8220;Klassiker&#8221; des &#8220;Marxismus&#8221; neuer Prägung ist keine Vokabel-Frage. Warum wurden gerade diese beiden und warum nicht andere prominente Kommunisten? Warum ein Italiener und kein Kubaner oder Portugiese? Die Liste potentieller &#8220;Kandidaten&#8221; wäre relativ lang: Franz Mehring, Karl Liebknecht, Clara Zetkin, Ernst Thälmann, Wilhelm Pieck, Georg Lukács, Eugen Varga, Nikolai Bucharin, Josef Stalin, Leo Trotzki, Fidel Castro, Alvaro Cunhal, Ché Guevara, Ho Tschi Minh, Mao Tse tung, etc., pp.</p>
<p>Dass R. Luxemburg und A. Gramsci zu politischen Zwecken eingesetzt und uminterpretiert werden, ist nicht neu. R. Luxemburg &#8211; so auch nachlesbar im neuen Programmentwurf der Partei &#8220;Die Linke&#8221; &#8211; wird traditionell zu einer Protagonistin des &#8220;freiheitlichen&#8221; und &#8220;demokratischen Sozialismus&#8221; mystifiziert. An dieser Legende wird bereits seit Jahrzehnten gestrickt. Und der vom Eurokommunismus und Linkssozialdemokratismus zu einem &#8220;Anti-Lenin&#8221; stilisierte Kommunist A. Gramsci muss ebenfalls schon lange mit seiner angeblich &#8220;unorthodoxen&#8221; Hegemoniekonzeption den Mythos eines &#8220;neuen Marxismus&#8221; bedienen.</p>
<p>Mit der Favorisierung von R. Luxemburg und A. Gramsci wird ein Zeichen gesetzt. Ich werte es als eine inhaltliche Distanzierung von der Organisations-, Staats- und Revolutionstheorie Lenins. Dies wird zunehmend gekoppelt auch mit einem &#8220;Fare Well&#8221; zu seiner Imperialismus-Theorie.</p>
<p>Ich wäre froh, wenn ich mich täuschte. Aber meine Skepsis ist groß.</p>
<p><strong>Quelle: dkp.de</strong></p>
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		<title>Spurensuche</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Oct 2011 18:38:59 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Eine digitale Studienreise in „Das Kapital“ von Karl Marx – eine spannende Lektüre; schade nur, daß sie nicht auch als Buch vorliegt!
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.pol-oek.de/#spurensuche.html" target="_blank"><strong>Eine digitale Studienreise in „Das Kapital“ von Karl Marx</strong></a> – <em>eine spannende Lektüre; schade nur, daß sie nicht auch als Buch vorliegt!</em></p>
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		<title>Theoretische Konferenz der DKP</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Oct 2011 18:29:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
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		<description><![CDATA[Kapitalstrategien und Gegenwehr
Sonntag, 30.10.2011 ,11.00 bis 17.30 Uhr, Hannover, FZH Linden
Tagung nach der Eröffnung im Plenum in den Arbeitsgruppen:

Aktuelle politische, ökonomische und soziale Strategien des Kapitals
Arbeiterklasse – neue Strukturen, neue Bedingungen des Kampfes: Wie lernt die Klasse wieder zu kämpfen?
Rolle der DKP in der heutigen Zeit

Voranmeldung bis spätestens 10. Oktober – <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2011/10/theoretische-konferenz-der-dkp/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kapitalstrategien und Gegenwehr</strong></p>
<p>Sonntag, 30.10.2011 ,11.00 bis 17.30 Uhr, Hannover, FZH Linden</p>
<p>Tagung nach der Eröffnung im Plenum in den Arbeitsgruppen:</p>
<ul>
<li>Aktuelle politische, ökonomische und soziale Strategien des Kapitals</li>
<li>Arbeiterklasse – neue Strukturen, neue Bedingungen des Kampfes: Wie lernt die Klasse wieder zu kämpfen?</li>
<li>Rolle der DKP in der heutigen Zeit</li>
</ul>
<p>Voranmeldung bis spätestens 10. Oktober – nur über die Bezirks- bzw. Landesvorstände der DKP</p>
<p><a href="http://www.kommunisten.eu/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=3061:uz-diskussionstribuene-zur-vorbereitung-der-theoretischen-konferenz-der-dkp&amp;catid=38&amp;Itemid=74" target="_blank"><strong>Zur UZ-Diskussionstribüne</strong></a></p>
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		<title>Produktivkräfte – Wachstumsgrenzen</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Aug 2011 16:45:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
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Gibt es Grenzen des Wachstums? Eine solche Frage wird man wohl unbedarft und ganz selbstverständlich bejahen. Die Welt ist endlich. Alles, was wächst, wird irgendeinmal an eine Grenze stoßen und aufhören (müssen) zu wachsen. So kann sich der Weise zurücklehnen, die Augen schließen und sich mit der Endlichkeit und der <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2011/08/produktivkraefte%e2%80%93wachstumsgrenzen/'>[...]</a>]]></description>
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<p>Gibt es Grenzen des Wachstums? Eine solche Frage wird man wohl unbedarft und ganz selbstverständlich bejahen. Die Welt ist endlich. Alles, was wächst, wird irgendeinmal an eine Grenze stoßen und aufhören (müssen) zu wachsen. So kann sich der Weise zurücklehnen, die Augen schließen und sich mit der Endlichkeit und der Begrenztheit allen menschlichen Handelns abfinden.</p>
<p>So leicht wie Buddha oder Laotse wollten wir es uns als Marxisten nicht machen. Wir fragen vielmehr, wo gibt es in der Geschichte, in der kapitalistisch organisierten Gesellschaft der Jetztzeit Grenzen des Wachstum für die Menschheit. Wo zeichnen sie sich in der näheren und ferneren Zukunft ab? Welches Wachstum wird durch die Natur oder auch durch menschliches Handeln beschränkt und welches Wachstum muss durch menschliches Handeln beschränkt werden, soll die Menschheit nicht in die Katastrophe schlittern?</p>
<p>Die Gattung Mensch ist auf dem Planeten, den sie bewohnt, derart dominant geworden, dass sich diese Fragen mittlerweile mit einiger Dringlichkeit stellen, jedenfalls mit größerem Nachdruck als vor 50 oder gar vor 100 Jahren. Typisch für Wachstumsgrenzen ist es, dass man zwar mit Sicherheit sagen kann, dass es sie gibt, nicht jedoch, wo genau sie liegen. Das Höhenwachstum des einzelnen Individuums ist begrenzt, aber unbekannt. Die Zahl der Menschen, die auf dieser Erde leben können, ist ebenfalls begrenzt. Wir wissen aber nicht, wo sie liegt. Immerhin geschieht zu unseren Lebzeiten bereits Erstaunliches. Nicht nur gingen die Wachstumsraten der Weltbevölkerung zurück, auch der jährliche Zuwachs an Menschen nimmt derzeit etwas ab. Vorsichtigen demographischen Schätzungen zufolge dürfte die Weltbevölkerung von den derzeit knapp sieben Milliarden Menschen nicht über zehn Milliarden hinaus wachsen.</p>
<p>Dies ist nur eine Wachstumsfrage. Heute stellen viele die Frage nach den Grenzen des wirtschaftlichen Wachstums und des Naturverbrauchs dabei. Da der Kapitalismus, wie Marx und Engels im Kommunistischen Manifest feststellten, im Vergleich zu früheren Produktionsweisen, die Produktivkräfte der menschlichen Arbeit geradezu revolutionär entwickelte, wird man ihn auch für wirtschaftliches Wachstum haftbar machen. Ist das Wachstumszwang, und ist dieser Zwang zum Wachstum ein weiterer Grund, auf die Überwindung des Kapitalismus hinzuarbeiten?</p>
<p>Bei diesem Thema schien uns viel Begriffsklärung notwendig. Was ist Wirtschaftswachstum, was sind Produktivkräfte, was ist menschliche Arbeit? Das wollten wir mit diesem Heft vor allem bieten. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass die Auffassungen zu diesem Thema auch unter Marxisten so weit auseinanderklaffen, wie es in den folgenden Aufsätzen deutlich wird. Wir stellen fest: die hier gestellten Fragen sind unter uns alles andere geklärt. Das ist nicht erfreulich. Erfreulich ist allenfalls, dass sich beim Lesen keine Langeweile einstellt und dafür die Lust, die Fragen auch in den Marxistischen Blättern weiter zu diskutieren.</p>
<p><a href="http://www.neue-impulse-verlag.de/mbl/ausgabe/id-411.html" target="_blank"><strong>Neue Ausgabe der Marxistischen Blätter!</strong></a></p>
</div>
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