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	<title>Leipziger Kritiken &#187; Theater</title>
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	<description>Lose Blätter für Theater, Bücher und Musik</description>
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		<title>Offener Brief</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 14:28:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Jung,
sehr geehrte Mitglieder des Betriebsausschusses Kulturstätten!
Als Kuratorium der Peter-Welzel-Stiftung und Freundeskreis des Schauspiel Leipzig e.V. verfolgen wir die Diskussion – oder besser – die nicht stattfindende Diskussion über die Leipziger Kulturlandschaft, insbesondere über ihr Theater, mit großer Sorge. Entscheidungen müssen bald getroffen und sie müssen transparent <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2012/02/offener-brief/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Jung,<br />
sehr geehrte Mitglieder des Betriebsausschusses Kulturstätten!</p>
<p>Als Kuratorium der Peter-Welzel-Stiftung und Freundeskreis des Schauspiel Leipzig e.V. verfolgen wir die Diskussion – oder besser – die nicht stattfindende Diskussion über die Leipziger Kulturlandschaft, insbesondere über ihr Theater, mit großer Sorge. Entscheidungen müssen bald getroffen und sie müssen transparent getroffen werden. Hier sehen wir erheblichen Handlungsbedarf auf der Ebene der Stadtverwaltung.</p>
<p>Worum geht es? Letztlich doch vor allem darum, den Kulturstandort Leipzig stetig zu verbessern. Eine Stadt wie Leipzig darf nicht in die Situation gebracht werden, dass man sie lediglich noch als Musikstadt sieht, auch wenn es sich dabei unbestritten um eine besonders wichtige &#8220;Profilierung&#8221; handelt. Aber eine Stadt mit mehr als 500000 Einwohnern benötigt auch eine Theaterkultur, die diesen Namen verdient.</p>
<p>Wir bitten Sie deshalb dringlich, die Nachfolgeentscheidung für Sebastian Hartmann als Chance für Leipzig zu begreifen und entsprechend professionell vorzubereiten.</p>
<p>1. Wichtig wäre insbesondere den immensen Zeitdruck zu begreifen, der in der Nachfolgeentscheidung bereits jetzt eingetreten ist.</p>
<p>Ein Intendant braucht erfahrungsgemäß mindestens ein Jahr, um sein Haus zu bestellen und das Programmkonzept zu entwickeln. Das bedeutet im Hinblick auf die Spielzeit 2013/14, die Nachfolgeentscheidung müsste spätestens im März/April dieses Jahres getroffen sein, damit bestimmte Personalentscheidungen noch greifen können. Wer – wie wir und hoffentlich auch der Betriebsausschuss Kulturstätten – ein Haus mit überregionaler Bedeutung will, weiß, dass dies ohne eine überregional und hochkarätig besetzte Findungskommission nicht geht.</p>
<p>Hinzu kommt, dass in der deutschen Theaterlandschaft eine große Dynamik mit vielen Intendantenwechseln zu beobachten ist. Es besteht die Gefahr, dass Wunschkandidaten sich schon anderweitig verpflichtet haben. Der Findungsprozess muss deshalb zwingend beschleunigt werden.</p>
<p>2. Dem lässt sich nicht entgegenhalten, bevor man sich auf die Intendantensuche begebe, müsse eine Konzeption für das Haus und künftige Strukturen vorliegen. Dies schon deshalb, weil nicht zu sehen ist, dass derzeit jemand eine solche Konzeption, die auch künstlerische Belange beinhalten müsste, erarbeiten könnte. Wer käme denn in Betracht: der scheidende Intendant, der Betriebsauschuss Kulturstätten, andere Gremien? Angesichts der Zeitnot erscheint es allenfalls angemessen, einen groben Rahmen (z.B. Wahrnehmung eines Bildungsauftrages, Ansprechen eines breiten Publikums, lokale Bezüge, dosiert experimentelles Theater) für ein Konzept vorzugeben, das die Kandidatinnen und Kandidaten dann der Findungskommission vorzustellen hätten.</p>
<p>3. Der grobe Rahmen eines Konzeptes mag auch finanzielle Eckdaten enthalten. Aber: Es muss bei der Aussage des actori-Gutachtens bleiben, wonach im Schauspiel Leipzig keine Möglichkeiten für Kürzungen bestehen. Wir unterstützen diese Aussage mit Nachdruck. Weitere finanzielle Kürzungen träfen voll den künstlerischen Bereich. Die Folge? Weniger Produktionen müssten länger laufen, Gastspiele und Kooperationen wären reduziert. Beides würde sich unmittelbar negativ auf die  Besucherzahlen auswirken. Das Ansehen des Theaters würde geschädigt; auch betriebswirtschaftlich wäre eine solche Maßnahme nicht vertretbar.</p>
<p>Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Jung,<br />
sehr geehrte Mitglieder des Betriebsausschusses Kulturstätten,<br />
aus unserer Sicht gehören zu einem Theater der Größenordnung des Schauspiels Leipzig unverzichtbar mehrere Aufführungsstätten. Dies bedeutet unter heutigen Bedingungen: Die Skala als kleine Spielstätte muss jedenfalls so lange erhalten bleiben, bis eine neue kleine Spielstätte zur Verfügung steht. Es gibt nun einmal Literaturen und Stücke sowie entsprechende zeitgenössische Stoffe, die auf einer großen Bühne nicht aufgeführt werden können. Außerdem ist eine kleine Spielstätte unver zichtbar für die unmittelbare Kommunikation, für das Gewinnen jugendlicher Besucher, kleinere Projekte, experimentelles Theater, Lecture Performance u.a., zudem stellt sie auch eine wichtige Schnittstelle zur Hochschule für Musik und Theater dar. Die Existenz einer kleinen Spielstätte wird die Entscheidung möglicher Intendantenkandidaten sicherlich beeinflussen. Deshalb bitten wir Sie um ein klares Bekenntnis zum Erhalt der Skala und zu ihrer Finanzierung, bis eine neue Spielstätte deren Funktion unmittelbar übernehmen kann.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Doris Flagmeyer<br />
für das Kuratorium der Peter-Welzel-Stiftung und den Freundeskreis des Schauspiels Leipzig</p>
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		<title>Bergman, Hartmann und zwei Kinder</title>
		<link>http://www.leipziger-kritiken.de/2011/09/bergman-hartmann-und-zwei-kinder/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 14:07:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Kurt W. Fleming
Kaum war das Stück zu Ende, kam – eher spärlicher Applaus. Ihm fehlte das Frenetische früherer Ovationen. Und die SchauspielerInnen traten nur dreimal vor das Publikum, um sich zu verbeugen. Das sind also nur drei Vorhänge. Es waren mal mehr.
Woran hat es gelegen? Schwingt da schon das <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2011/09/bergman-hartmann-und-zwei-kinder/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Kurt W. Fleming</em></p>
<p>Kaum war das Stück zu Ende, kam – eher spärlicher Applaus. Ihm fehlte das Frenetische früherer Ovationen. Und die SchauspielerInnen traten nur dreimal vor das Publikum, um sich zu verbeugen. Das sind also nur drei Vorhänge. Es waren mal mehr.</p>
<p>Woran hat es gelegen? Schwingt da schon das Damokles-Schwert der Hartmannschen Ankündigung über diese Inszenierung, nach 2013 nicht mehr zur Verfügung stehen zu wollen? Oder steckt in dieser Inszenierung so etwas wie Wut, welcher aber nicht immer produktiv ist, manchmal eher hemmend, weil kein guter Ratgeber.</p>
<p>Und/oder wegen der drohenden künstlerischen Einengung, dem Versuch, die Skala zu schließen, wo besonders experimentelles Theater für Furore sorgte, ein unbedingtes Verdienst des bald gehenden (oder fliehenden?) Intendanten Hartmann?</p>
<p>Irgendwie wirkte da etwas, das die Überzeugungskraft dieser Inszenierung zu hemmen schien.</p>
<p>Es dauerte auch eine geraume Zeit, so mein Eindruck, bis die SchauspielerInnen in Fahrt gerieten. Am Anfang erschien deren Agieren sehr „laienhaft“. Dies ist nicht abwertend gemeint, sondern es drängte sich der Eindruck auf, daß das von Hartmann gewollt schien. Vielleicht war dies auch eine indirekte Drohung gegen die kulturresistenten Geldgeber der Stadt, daß das Theater qualitativ verkommt, wenn man diesem den Geldhahn immer mehr abdreht, damit den Raum künstlerischen Gestaltends abwürgt.</p>
<p>Als ich vor Jahren vom verkannten Rolf Engert dessen Vorlesungen über Lessing vorbereitete, die 2005 im Verlag Max-Stirner-Archiv Leipzig erschienen, las ich in seinen Vorlesungen über Werden und Vergehen des Hamburger Theaters, an dem Lessing arbeitete.</p>
<p>Es waren reiche Hamburger Kaufleute, die es sich leisten konnten und wollten, von ihren Reichtümern einiges an die Wissenschaft und an die Künste abzugeben. So wurde das Hamburger Nationaltheater gegründet. Da dann aber diese neunmalklugen Kaufleute der Meinung waren, eine kulturelle Einrichtung müsse sich selbst tragen, also marktwirtschaftlich arbeiten, stellten sie ihre finanzielle Unterstützung wieder ein. Das Ergebnis ist bekannt: Das Nationaltheater wurde wegen Ineffizienz geschlossen.</p>
<p>Engert erwähnte in seiner Vorlesung den am dänischen Theater wirkenden Johann Elias Schlegel, der den Vorschlag machte – es war aber vergeblich –, den Schauspielern nicht selbst die Sorge zu überlassen, für ihren Verlust oder Gewinnst arbeiten zu lassen und die Prinzipalschaft, die eine freie Kunst zu einem Handwerk herabgesetzt hatte, durch ein ständiges subventioniertes Theater zu ersetzen.</p>
<p>Aber bringe mal dies in die Köpfe derer, die nicht mehr in der Lage sind, eine Stadt zu regieren, sondern nur mehr schlecht als recht zu verwalten. Und wo wird zuerst beim Sparen angesetzt? Beim Sozialen <em>und</em> bei der Kultur!</p>
<p>Es scheint fast wie eine Ironie, daß sich bei der Verfilmung von Fanny und Alexander drei Länder beteiligten: Schweden, Frankreich und Deutschland, demnach auch in die Kosten. Und daher war es auch möglich, diesen Film geradezu exzessiv üppig zu gestalten.</p>
<p>Ein geradezu schreiender Gegensatz – ein Schrei von Verzweiflung? – war die dennoch ausgezeichnete Gestaltung der Bühne. Es schien wie ein Fingerzeig. Aber ich möchte nicht der Versuchung erliegen, noch mehr hineinzudeuten, als tatsächlich drin ist.</p>
<p>Es kann nicht angenommen werden, daß Hartmann Ingmar Bergman einfach nur nachmachen wollte. Das entspräche nicht seiner bisherigen Handschrift, die ich übrigens nicht die „Leipziger Handschrift“ nennen würde, sondern die Hartmannsche. Denn wenn er geht, und er wird wohl gehen, nimmt er seine Handschrift mit, während sein Nachfolger eben eine andere, seine eigene, haben wird.</p>
<p>Wie in anderen Stücken, so dreht sich auch dieses Stück, so scheint es, um Hartmanns immer wieder aufgegriffenes Problem des Individuums in dieser immer mehr zerfallenden Gesellschaft.</p>
<p>Um dies darzustellen, geht Hartmann aufs Ganze. Sein Ensemble ist ihm wie Lehm, den er sich zurechtformt, wobei aber eben dieser SchauspielerInnen-Lehm ein Eigenleben hat. Besonders Peter René Lüdicke zeigte dies in ganz besonderer Weise. Er vereinigte in sich gleich zwei Personen: Gustav Adolf und Carl, zwei Onkel von Alexander. Der erste Onkel ist der Lebemann und Schürzenjäger, der zweite Onkel ist der hochverschuldete.</p>
<p>Ich hatte den Eindruck, daß er an diesem Abend das Beste war, was das Leipziger Theater bot.</p>
<p>Unbedingt zu nennen ist aber auch Manolo Bertling, der als Alexander II spielte. Besonders verzweifelt seine lautlosen Schreie, als seine Mutter (Cordelia Wege) offenbarte, die Inkarnation der religiösen Heuchelei (das erinnert sehr an die letzten zwei Päpste, die die Menschheit heimsuchten und noch immer heimsucht), Bischof Edvard Vergerus, zu heiraten, was sie auch später als größten Fehler ihres Lebens erkennt.</p>
<p>Was generell Bergmans Fanny und Alexander ausmacht, auch die Inszenierung von Hartmann, ist die Krassheit des Gegensatzes: einmal das Theater, das wie eine kleine Welt für sich ist, in der man sich scheinbar vor allem Wirklichen abschotten kann, zum andern die extrem karge Welt im Hause des Bischofs (in der Bergman-Verfilmung besonders gut zu sehen).</p>
<p>So oder so scheint das Individuum verloren, egal in welcher dieser Welten es sich aufhält. Auch Alexanders Ausbruchversuche, an der Bühnenhinterwand hinauf zu klettern, war mehr als nur symbolisch. Es schien eher zu zeigen, daß weder Bergman noch Hartmann in der Lage sind, über die Beschreibung der bürgerlichen Dekadenz hinauszugehen.</p>
<p>Auf die Dauer ist aber ein Theater für sich genommen wertlos, wenn es sich als in sich geschlossene Welt sehen will, die, wenn auch in kritischer Absicht, nur beschrieben wird. Mittlerweile hat es sich sogar unter konservativen Ideologen herumgesprochen, daß die gegenwärtige Gesellschaft auf dem besten Wege ist, sich abzuschaffen.</p>
<p>Oder anders gesagt: es müßte endlich genügen, daß die Wirklichkeit beschrieben wurde, und es sei auch ab und an kritisch. Verändert werden muß sie.</p>
<p>Theater kann dazu beitragen. So gesehen wäre es auch für Leipzig gut, Hartmann würde bleiben und kämpfen und nicht weggehen. Es könnte wie eine Flucht aussehen.</p>
<p>Künstlerische Qualität entsteht durch Reibung und nicht durch Ausweichen.</p>
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		<title>Rücktrittsankündigung von Sebastian Hartmann</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Sep 2011 14:41:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[Presseerklärung zum Ausscheiden des Leipziger Theaterintendanten 2013
Mit großem Bedauern hat der Vorstand des Freundeskreis Schauspiel Leipzig e.V. die Entscheidung Sebastian Hartmanns, seinen Vertrag als Intendant des Centraltheaters Leipzig nicht über die Spiel-zeit 2012/2013 zu verlängern, aufgenommen. Wir erlebten in den vergangenen drei Jahren ein spannendes, leidenschaftliches, bildgewaltiges, musikalisches, kritisches,  kontroverses <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2011/09/rucktrittsankundigung-von-sebastian-hartmann/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Presseerklärung zum Ausscheiden des Leipziger Theaterintendanten 2013</strong></p>
<p>Mit großem Bedauern hat der Vorstand des Freundeskreis Schauspiel Leipzig e.V. die Entscheidung Sebastian Hartmanns, seinen Vertrag als Intendant des Centraltheaters Leipzig nicht über die Spiel-zeit 2012/2013 zu verlängern, aufgenommen. Wir erlebten in den vergangenen drei Jahren ein spannendes, leidenschaftliches, bildgewaltiges, musikalisches, kritisches,  kontroverses Theater und vor allem überregional beachtetes Theater. Leider beschränkten sich die Diskussionen um Centraltheater &amp; Skala immer nur auf die Person Sebastian Hartmann. Dabei steht das Centraltheater auch für ein engagiertes Ensemble und verschiedene Regiehandschriften. Außerdem für  Dramaturgie, Bühnen – und Kostümbildner, Hausphilosophen, Musiker und viele andere. Bemerkenswert bleibt für den Vorstand die Verbindung zwischen Theater und bildender Kunst, das Durchbrechen der „vierten Wand“, das „aus der Rolle treten“ und Eingehen auf Reaktionen des Publikums und eine Konzentration auf Leipziger Theaterstoffe in Verbindung mit dem Autor Clemens Meyer.</p>
<p>Ohne Experimentierfreude ist keine künstlerische Entwicklung möglich. Und selbst wenn neue For-men die Bürger einer Stadt scheiden, darf das kein Hindernis für die Befürwortung eines sich auch in ungewohnte Richtungen bewegenden Theaters sein – sonst würde Stillstand zum Programm erhoben!</p>
<p>Der Vorstand des Freundeskreis Schauspiel Leipzig e.V. hat sich immer eine sachliche Argumentation bei der Auseinandersetzung um das Leipziger Theater und eine klare Linie der Kulturpolitik unserer Stadt gewünscht, die jedoch die Auseinandersetzungen in der Stadtverwaltung vermissen ließen. Die Zukunft des Leipziger Theaters bleibt schwierig und verbreitet wenig Grund zu Optimismus, wenn wegen mangelnder finanzieller Absicherung die betriebswirtschaftliche und künstlerische Handlungsfähigkeit des Hauses nicht mehr gewährleistet ist. Die Unstimmigkeit von Seiten der Stadt über die ästhetische Ausrichtung des Theaters trägt zu weiterer Verunsicherung bei. Ein Zustand, der nun schon über viele Jahre andauert.</p>
<p>Der Vorstand des Freundeskreis Schauspiel Leipzig e.V. freut sich zusammen mit Centraltheater &amp; Skala auf die zwei kommenden Spielzeiten. Wir werden weiter mit den Theatermachern einen regen Austausch pflegen und freuen uns, mit Sebastian Hartmann einen spannenden und engagierten Theaterregisseur, sein Ensemble sowie interessante Gastspiele zu erleben.</p>
<p><strong>Der Vorstand des Freundeskreis Schauspiel Leipzig e.V.</strong></p>
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		<title>Intendant Sebastian Hartmann beendet 2013 sein Engagement in Leipzig</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Sep 2011 16:10:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[Centraltheater-Intendant Sebastian Hartmann informiert, dass er nicht beabsichtigt, seinen Vertrag über die Spielzeit 2012/2013 zu verlängern. Dies teilte er dem Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, Burkhard Jung, bereits am 09.09.2011 in einem persönlichen Gespräch mit.
Angesichts der politischen Verhältnisse im Leipziger Stadtrat steht bis heute kein Einvernehmen mit der Stadtverwaltung über grundlegende <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2011/09/intendant-sebastian-hartmann-beendet-2013-sein-engagement-in-leipzig/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Centraltheater-Intendant Sebastian Hartmann informiert, dass er nicht beabsichtigt, seinen Vertrag über die Spielzeit 2012/2013 zu verlängern. Dies teilte er dem Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, Burkhard Jung, bereits am 09.09.2011 in einem persönlichen Gespräch mit.</p>
<p>Angesichts der politischen Verhältnisse im Leipziger Stadtrat steht bis heute kein Einvernehmen mit der Stadtverwaltung über grundlegende Notwendigkeiten für die zukünftige betriebswirtschaftliche und künstlerische Handlungsfähigkeit des Eigenbetriebs in Aussicht. Mit Beginn der Spielzeit 2011/2012 ist somit eine Planung für die Folgejahre nicht möglich.</p>
<p>In der Schließung von Spielstätten oder der signifikanten Reduzierung der künstlerischen Produktion mit Verlust der Repertoirefähigkeit sieht Intendant Sebastian Hartmann keine gesicherte Perspektive für das Theater, geschweige denn seinen künstlerischen und kulturpolitischen Auftrag.</p>
<p>Auch mit Blick auf die angespannte Haushaltslage der Stadt Leipzig ist die bloße Umsetzung von Sparmaßnahmen im Kulturbereich unter Auslassung der wichtigen Investitionsentscheidungen für die Zukunft keine erfolgversprechende Strategie. Der Intendant bedankt sich für die bisherige vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und insbesondere bei Oberbürgermeister Burkhard Jung für seine kontinuierliche Unterstützung.</p>
<p>Sebastian Hartmann setzt sich als Intendant weiterhin dafür ein, dass es dem Eigenbetrieb ermöglicht wird, eine moderne Zweitspielstätte im Centraltheater auszubauen und zu betreiben. Es ist das Anliegen des Intendanten, seinem Nachfolger möglichst optimale Startbedingungen zu hinterlassen.</p>
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		<title>Ich miete einen Auftragskiller!</title>
		<link>http://www.leipziger-kritiken.de/2011/06/auftragskiller/</link>
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		<pubDate>Mon, 27 Jun 2011 14:36:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Skala-Inszenierung I HIRED A CONTRACT KILLER des Schauspiel-Studios der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig hat am Wochenende beim Theatertreffen deutschsprachiger Schauspielstudierender 2011 auf kampnagel Hamburg den Publikumspreis gewonnen.
Die Inszenierung von Michael Schweighöfer nach dem gleichnamigen Film von Aki Kaurismäki erzählt die Geschichte des lebensmüden Büroangestellten <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2011/06/auftragskiller/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Skala-Inszenierung I HIRED A CONTRACT KILLER des Schauspiel-Studios der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig hat am Wochenende beim Theatertreffen deutschsprachiger Schauspielstudierender 2011 auf kampnagel Hamburg den Publikumspreis gewonnen.</p>
<p>Die Inszenierung von Michael Schweighöfer nach dem gleichnamigen Film von Aki Kaurismäki erzählt die Geschichte des lebensmüden Büroangestellten Henri Boulanger, der zunächst einen Killer auf sich ansetzt und sich anschließend in das Blumenmädchen Margret verliebt. Als Boulanger erkennt, dass das Leben durch die Liebe doch einen ganz universellen Sinn ergibt, versucht er, Kontakt zum Killer aufzunehmen, um den Auftrag rückgängig zu machen.</p>
<p>Das Leipziger Ensemble besteht aus den Schauspielstudierenden Mareike Beykirch, Carolin Haupt, Zenzi Huber, Jacob Keller, Benjamin Kiesewetter, Janco Lamprecht, Benjamin Lillie, Hanna Werth und Raimund Widra.</p>
<p>Mit dem ersten Preis der Fachjury wurde die Inszenierung HELDEN der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin ausgezeichnet. Das Theatertreffen deutschsprachiger Schauspielstudierender findet seit 1990 statt und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.</p>
<p>Die nächsten Vorstellungen von I HIRED A CONTRACT KILLER in der Skala des Schauspiel Leipzig finden statt am 1. und 8. Juli, jeweils um 20 Uhr. Karten sind unter Tel. 0341/1268-168 erhältlich. Informationen zum Stück stehen unter <a href="https://freemailng9904.web.de/jump.htm?goto=www.schauspiel-leipzig.de" target="_blank">www.schauspiel-leipzig.de</a> zur Verfügung.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Sirk the East</title>
		<link>http://www.leipziger-kritiken.de/2011/05/sirk-the-east/</link>
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		<pubDate>Mon, 23 May 2011 17:20:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Anette Runge
Der Traum von Hollywood (UA) Ein Melodram LEIPZIG IST HOLLYWOOD! 
„Sirk hat gesagt, Film, das ist Blut, das sind Tränen, Gewalt, Haß, der Tod und die Liebe. Und Sirk hat Filme gemacht, Filme mit Blut, mit Tränen, mit Gewalt, Haß, Filme mit Tod und Filme mit Liebe.“ Rainer Werner <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2011/05/sirk-the-east/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Anette Runge</em></p>
<p><strong>Der Traum von Hollywood (UA) Ein Melodram LEIPZIG IST HOLLYWOOD! </strong></p>
<p><em>„Sirk hat gesagt, Film, das ist Blut, das sind Tränen, Gewalt, Haß, der Tod und die Liebe. Und Sirk hat Filme gemacht, Filme mit Blut, mit Tränen, mit Gewalt, Haß, Filme mit Tod und Filme mit Liebe.“ Rainer Werner Fassbinder</em></p>
<p>3 Stunden und 15 Minuten Sprachengewitter, Redeorkan, ein Wörterausstoß der Superlative. In diesem Traum von Hollywood hatte die laute Sprache Oberhand. Babylonisch. Zwei Welten stießen aufeinander und verwirbelten sich in dieser turbulenten Inszenierung von Sascha Hawemann. Das Bühnenbild von Wolf Gutjahr  machte es klar, auf einer Drehbühne (welch eine historische Andeutung an die Theatergeschichte!) ausgestellt, diese Zwei-Welten-Theorie. Rücken an Rücken.</p>
<p>Auf der einen Seite: die Reminiszenz an Sirk, bürgerlich Hans Detlef Sierck. Der Leipziger Intendant des Alten Theaters (1929 bis 1935) aus Hamburg machte unter dem Namen Douglas Sirk Karriere in Hollywood.</p>
<p>Er war ein bekannter Theaterregisseur und Intendant, als die nationalsozialistische Machtergreifung seiner Bühnenkarriere ein Ende setzte: Er hatte am 18. Februar 1933 Georg Kaisers / Kurt Weills SILBERSEE herausgebracht, der folgten unverblümte Drohungen in der Nazi-Presse. Sierck schlüpfte beim Film unter. Bei der Ufa drehte er STÜTZEN DER GESELLSCHAFT und SCHLUSSAKKORD, machte Zarah Leander mit ZU NEUEN UFERN und LA HABANERA zum Star.“ (Douglas Sirk, Imitation of Life, Ein Gespräch mit Jon Halliday, Frankfurt / Main: Verlag der Autoren, 1997) Besonders seine Melodramen wurden sein Markenzeichen. Der Einzelne und die überkommenen Normen – das war sein Spielfeld. Besonders mit A Time to Love and a Time to Die, der einfühlsamen Adaption des gleichnamigen Romans von Erich Maria Remarque mit Liselotte Pulver, gewann Sirk den besonderen Respekt von Jean-Luc Godard und François Truffaut.</p>
<p>Die Hollywood- Welt der 50er Jahre trifft also auf ein Nachwendeszenario des Leipziger Schriftstellers Clemens Meyer. Sein Debütroman „Als wir träumten“ erhielt zahlreiche Preise, darunter den Mara-Cassens-Preis. Amerikanische Autoren haben es ihm angetan.</p>
<p>Rücken an Rücken. Goldene Riesenlettern „OIL“ stemmen sich übergroß gegen eine heruntergekommene enge Ost-Kneipe mit „einarmigen Banditen“. Der Traum von Glamour und der Traum vom Überleben werden eins.</p>
<p>Vorgestellt von zehn Schauspielern, die schon mit dem ersten Ton die Verzweiflung ihrer Existenz in den Zuschauerraum schmettern. Das Wort-Bombardement hält sich. Die Charaktere entwickeln sich auf beiden Seiten, je nach Bühnendrehung das große Hollywood oder Kneipe mit Klo und Schlafzimmer. Eindrücklich jede einzelne Suche nach Glück geht doch in diesem Chor der Darsteller die erste Stimme den weitesten Weg. Eine kleine Figur, obwohl groß und schlank, eine zarte Figur, obwohl mitunter am lautesten, eine bizarre Figur, obwohl am Ende erklärbar. Eine Mädchenfigur, früh kaputtgevögelt, sucht nach ihrem Leben. Naive Hülle, versteht sie alles. Kann dieser Sopran im Chor glücklich enden? Ein Bariton: Elvis, der Kerl, der, der sie alle haben kann, wenn er seinen Kamm über die Tolle streicht, verliert seine Frau, ist der Kneiper, der nicht rechnen kann, ein Looser der Wende. Viele Schicksale verklittern sich zu einem Netz.</p>
<p>Auf der anderen Seite ein Paar, eine verfehlte Liebe, verfitzte Gefühle zwischen Goldbuchstaben. Die amerikanische Frau der 50er. Schön und unsicher läßt sie sich durch das Geld eines amerikanischen Ölmagnaten zu einem Traumleben verführen. Unglücklich wird sie. Der Dritte im Bunde verzweifelt an seiner Liebe. Alle suchen die Liebe  – ein Melodram (griech. melos: „Lied, Sprachmelodie), das laut von den Gefühlen erzählt.</p>
<p>Ein altes amerikanisches Klischee prallt auf ein neues Ost-Klischee auf eine anstrengend-wortreiche expressive Art und verwandelt sich zu einer Geschichte, die glaubhaft ans Herz geht. Später, nach den Wörtern.</p>
<p><strong>Weitere Vorstellungen: 25.05., 08.06., 25.06., 09.07.</strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Ein verfremdeter Brecht?</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 11:13:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Brecht beschreibt seinen Verfremdungseffekt etwa dergestalt, daß neue Einsichten dadurch gelingen, wenn gewohnte Denkweisen durch eingefädelte Unterbrechungen zerstört werden. Das Gewöhnliche wird ungewöhnlich. Es wird nicht mehr herkömmlich gesehen, sondern – das ist Brechts Ansinnen und Hoffnung – neu! An dieser Stelle soll das Staunen beginnen, das nach Aristoteles den <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2011/04/ein-verfremdeter-brecht/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Brecht beschreibt seinen Verfremdungseffekt etwa dergestalt, daß neue Einsichten dadurch gelingen, wenn gewohnte Denkweisen durch eingefädelte Unterbrechungen zerstört werden. Das Gewöhnliche wird ungewöhnlich. Es wird nicht mehr herkömmlich gesehen, sondern – das ist Brechts Ansinnen und Hoffnung – neu! An dieser Stelle soll das Staunen beginnen, das nach Aristoteles den Beginn des Denkens darstellt. Hier bleibt Brecht Aristoteles treu, wenn er auch sonst dessen Ansichten zum Drama ablehnt.</p>
<p>Der von den Göttern gesuchte <em>gute</em> Mensch soll sich in der Provinz Sezuan aufhalten. Er wird gefunden in der Prostituierten Shen Te. Sie ist, wenn man so will, der Idealtyp eines Menschen, der nur durch den Verkauf – nicht seiner Arbeitskraft – seines Körpers zu überleben versucht.</p>
<p>Gespielt wird Shen Te von Kathrin Angerer, der man allein nur ihrer Stimme wegen zuhören möchte. Diese Stimme ist derart zart, das sie an den Gesang der Annett Louisan erinnert.</p>
<p>Mitunter hatte ich den Eindruck, daß die Angerer viel zu gut ist – für diese Inszenierung; andererseits aber eine ideale Besetzung. Gerade wohl wegen der Zartheit ihrer Stimme, der Zartheit ihres Aussehens, eben sehr verletztlich.</p>
<p>Obwohl Shen Te selbst dringend Geld benötigt, um ihre Miete zu zahlen, nimmt sie die Götter bei sich auf, die sie später mit Geld beschenken, mit dem sie einen Tabakladen kauft.</p>
<p>Weil Shen Te ein Mensch ist, der schwer Nein sagen kann, wird sie bald von Schmarotzern regelrecht belagert (wunderbar gespielt von Linda Pöppel und Guido Lambrecht; dieser auch als schmierig erscheinender Friseur). Es dauert nicht lange, und sie verstrickt sich in Schulden, versucht diesen durch weitere Schulden zu entkommen, ein Teufelskreis.</p>
<p>Um sich selbst zu helfen, treiben die konkreten ökonomischen Verhältnisse, die Brecht zwingend kritisiert und begriffen wissen will, Shen Te zu einer Spaltung ihrer Persönlichkeit. Sie gebiert den eiskalten, ausbeutenden Shui Ta.</p>
<p>Diese Figur entwickelt sich dergestalt, daß wir es mit einer zerrissenen Persönlichkeit zu tun haben, die entweder nur durch totale Anpassung an die konkreten Ausbeutungsverhältnisse existieren kann oder darin untergeht, es sei denn, die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse werden umgeworfen, „in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. Verhältnisse, die man nicht besser schildern kann als durch den Ausruf eines Franzosen bei einer projektierten Hundesteuer: Arme Hunde! Man will euch wie Menschen behandeln!“ (Marx, Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung, 1843/44)</p>
<p>Diese Zerrissenheit wird auch noch in dem Verhältnis dieser zerrissenen Persönlichkeit zu dem arbeitslosen Flieger (ausgezeichnet gegeben von Peter René Lüdicke) gezeigt; einerseits liebt Shen Te ihn, andererseits lehnt Shui Ta ihn ab.</p>
<p>Noch zu nennen sind Maximilian Brauer als der Wasserverkäufer Wang, Barbara Trommer als die, na ja, geldgierige Mutter, die ihren Sohn, den arbeitslosen Flieger, fest in Griff zu haben scheint.</p>
<p>Die technischen Umstände des Stückes, Bühne, Kostüm, Videoprojektionen, paßten ganz gut.</p>
<p>Wenn man sich die gesamte Inszenierung ansieht, so bin ich selbst etwas hin und her gerissen, inwieweit tatsächlich hier dergestalt Entfremdungen erzeugt wurden, die das Publikum nachdenklich nach Hause gehen ließ.</p>
<p>Natürlich sehen wir keine werksgetreue Darstellung; da arbeitet Baumgarten mit sehr viel Überspitzungen. Das ist das gute Recht eines Regisseurs, ein solch klassisches Werk eigenständig, eigenwillig in Szene zu setzen.</p>
<p>Ich für mich vermißte dennoch das unbedingt Politische; das Emotionale schien zu überwiegen. Zwar sind es unsere Emotionen, die meist zuerst angesprochen werden, bevor das Denken dann seinen gewichtigen Teil dazu tut, dennoch wäre hier mehr Nähe zu Brecht vonnöten.</p>
<p>Möglich auch, daß ich der einzige bin, der das so sieht, und die anderen KritikerInnen eben in dieser Inszenierung schon fast das Alpha und Omega zu sehen scheinen. Ach, was soll’s.</p>
<p><em>Kurt W. Fleming</em></p>
<p>Weitere Aufführungen: 19.4., 28.4., 7.5., 24.5., jeweils ab 19.30 Uhr</p>
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		<title>Queer-Empfang</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Mar 2011 10:54:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[2. Queer-Empfang im Zeichen des vor 20 Jahren verstorbenen Dichters Ronald M. Schernikau

Zum zweiten Mal luden die Berliner Abgeordnetenhausfraktion und die Fraktion DIE LINKE. im Bundestag zum Queer-Empfang in das Berliner SchwuZ ein. Nach dem letztjährigen fulminantem Start konnten wir diesmal etwa 250 Gäste begrüßen. Gloria Viagra, Berliner Drag-Queen, führte <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2011/03/queer-empfang/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>2. Queer-Empfang im Zeichen des vor 20 Jahren verstorbenen Dichters Ronald M. Schernikau</h3>
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<p>Zum zweiten Mal luden die Berliner Abgeordnetenhausfraktion und die Fraktion DIE LINKE. im Bundestag zum Queer-Empfang in das Berliner SchwuZ ein. Nach dem letztjährigen fulminantem Start konnten wir diesmal etwa 250 Gäste begrüßen. Gloria Viagra, Berliner Drag-Queen, führte durch den Abend. Der rechtspolitische Sprecher der Abgeordnetenhausfraktion, Klaus Lederer, berichtete über die Umsetzung der bundesweit einmaligen Initiative &#8220;Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und die Akzeptanz sexueller Vielfalt&#8221; und die Vorhaben der Berliner Linksfraktion in der kommenden Legislaturperiode.</p>
<p>Barbara Höll, queerpolitische Sprecherin der Fraktion im Bundestag, sprach über die Bewegungsunfähigkeit der Bundesregierung in puncto Gleichstellungspolitik und kritisierte die konservative Mauern, beispielsweise beim gemeinsamen Adoptionsrecht für Lesben und Schwule.</p>
<p>Gregor Gysi interviewte die Ehrengäste des Abends, Ellen Schernikau und Thomas Keck, die Mutter und den Lebensgefährten des vor 20 Jahren verstorbenen Literaten Ronald M. Schernikau. Schernikau gehörte zu den wohl schillerndsten Gestalten der deutsch-deutschen Literaturlandschaft. Geboren in Magdeburg, wuchs er nach der gemeinsamen Flucht mit seiner Mutter im Kofferraum eines Diplomatenfahrzeugs in Lehrte bei Hannover auf. Vor seinem Abitur verfasste er den viel beachteten schwulen Coming-Out-Roman &#8220;Kleinstadtnovelle&#8221;. Er war Teil der Westberliner Alternativkultur, studierte in Leipzig Literatur und wurde am 1. September 1989 Staatsbürger der DDR. 1991 starb er an den Folgen seiner HIV-Infektion.</p>
<p>Einige seiner Theateraufführungen feierten ihre Premiere im SchwuZ, dass sich damals noch in der Kulmer Straße in Schöneberg befand. Das SchwuZ ist eine Westberliner Szenelokalität, gegründet von der sozialistisch orientierten Homosexuellen Aktion Westberlin, es wollte eine Alternative zum kommerziellen schwulen Mainstream bieten und dafür steht es auch heute noch. So fand der Empfang an einem Ort statt, wo sich biographischen Linien wiederfanden.</p>
<p>20 Jahre nach dem Tod von Ronald M. Schernikau ist es an der Zeit, das literarische Werk des schwulen sozialistischen Außenseiters wieder stärker zu beleuchten. </p>
<p>Die Abgeordnetenhausfraktion und die Fraktion DIE LINKE. im Bundestag freuten sich über einen ungezwungenen Gedankenaustausch und zahlreiche Anregungen zur Verzahnung von parlamentarischer Arbeit, außerparlamentarischem Engagement und kultureller Kreativität. Die etwa 250 Personen aus den Bereichen Kunst, Wissenschaft, Journalismus, Verwaltung sowie Bundestagsabgeordnete anderer Parteien nutzten diese Möglichkeit.</p>
<p>Gregor Gysi ging auch auf die dramatische Situation des Atomreaktors in Fukushima ein und betonte &#8220;Alle Atomkraftwerke müssen stillgelegt werden! Diese Technik ist nicht beherrschbar.&#8221; Dem stimmten die Gäste zu.</p>
<p><strong>Quelle: linksfraktion.de</strong></p>
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		<title>„Pension“ierter Wahnsinn</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Feb 2011 18:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[Die „Pension Schöller“ ist so etwas wie ein Klassiker in der „Sparte“ der Komödie. Es wundert daher nicht, daß es vielfach verfilmt, öfters in diversen Theaterstätten aufgeführt wurde.
Das Stück geht auf die Idee von Wilhelm Jacoby zurück, während Carl Laufs den Text lieferte. Ungeizig, wie Laufs nun einmal war, überließ <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2011/02/pensionierter-wahnsinn/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die „Pension Schöller“ ist so etwas wie ein Klassiker in der „Sparte“ der Komödie. Es wundert daher nicht, daß es vielfach verfilmt, öfters in diversen Theaterstätten aufgeführt wurde.</p>
<p>Das Stück geht auf die Idee von Wilhelm Jacoby zurück, während Carl Laufs den Text lieferte. Ungeizig, wie Laufs nun einmal war, überließ er Jacoby die Hälfte der Tantiemen.</p>
<p>Das Stück, das am 7. Oktober 1890 in Berlin uraufgeführt wurde, hatte zur damaligen Zeit so etwas wie einen sozialkritischen Touch; es ging um die zunehmende „Nervosität“, die der aufkommende Imperialismus vielen Menschen als „Mode“krankheit aufzwang. Kein Wunder, daß das Interesse an psychiatrischen Einrichtungen zunahm, das Interesse an der Psychiatrie überhaupt.</p>
<p>Bei späteren Aufführungen und Verfilmungen konnte man nur ahnen, daß es diese Querverbindung gab.</p>
<p>Es ist gut möglich, daß auch Sebastian Hartmann dies im Hinterkopf hatte – diese gesellschaftskritischen Querverbindungen –, als er das Stück ansetzte und es am 10. Februar zur Premiere führte.</p>
<p>Wer einigermaßen auf dem Laufenden war ob der kulturpolitischen Streitereien zwischen dem Kulturbürgermeister Michael Faber, der erst staatsstreichmäßig abgesetzt, dann aber wieder ins Amt zurückkehrte, dennoch nicht das Vertrauen der Mehrheit der städtischen Abgeordneten besitzt. (Mag das daran liegen, daß er vehement seinen – streitbaren – Standpunkt vertritt – den ich in seiner Gänze nicht teile –, sei es, daß er ein Kandidat der Linken war/ist?)</p>
<p>Auf jeden Fall gab es diverse Spitzen ob dieser kulturpolitischen Kalamität, die sehr herausragend Holger Steinhaus vortrug. Überhaupt war das wohl einer seiner Glanzrollen. Daneben die herausragende Leistung von Peter René Lüdicke, der mit seiner kratzigen Art für Begeisterung sorgte.</p>
<p>Die Inszenierung des Stückes, neben der schon erwähnten Attitude ob der kulturpolitischen Ärgerlichkeiten, war eine typische: Sebastian wäre nicht Hartmann, wäre es eine Inszenierung geworden, wie man sie boulevardisch als Fernsehaufführung im ZDF aufgeführt hätte.</p>
<p>Es mußte eben ganz anders sein, als man allgemein gewöhnt ist, wenn man im Hinterkopf die mehr unpolitisch motivierten Inszenierungen hat.</p>
<p>Zum Glück gab es aber keine langweiligen Brüste und Schwänze und andere langweiligen Nacktheiten (von dem Ständer des Eugen Rümpel mal abgesehen zu Beginn des Stückes).</p>
<p>Nicht ganz erschließt sich mir der Slapstick mit den Torten, wie überhaupt unsinnigerweise (siehe: Die Räuber, 16.9.2010) viel Lebensmittel zerstört werden, um einen „dramatischen“ Effekt zu erhaschen. Daß der Einsatz von Torten Lacher erzeugt, ist eine alte Wahrheit, nichtsdestotrotz wirkt das nicht immer. Und es macht eine gute Inszenierung nicht besser und sehenswerter.</p>
<p>Aber sei’s drum. Der Beifall bewies die sehr gute Leistung der Akteure. Es war anzusehen, daß alle, besonders beim Werfen der Torten, einen riesigen Spaß miteinander hatten.</p>
<p><strong>Weitere Aufführungen: 20.02., 06.03., 12.03., 20.03., 30.03.2011</strong></p>
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		<title>Cirque Zébré</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Dec 2010 09:17:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>max-stirner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[Cirque Zébré präsentiert:
Denken wir uns: Das ist eigentlich alles
am 14. und 15. Januar 2011 (offizielle Premiere) um je 20 Uhr von und mit Raschid D. Sidgi und Larsen Sechert, eine Produktion von Cirque Zébré (in Kopr. mit Knalltheater) in der Tangomanie (Ernst-Poeche-Str. 2-4)
Eintritt: 7/9 Euro
Inhalt:
Eines Tages ging ein Mann zur <a href='http://www.leipziger-kritiken.de/2010/12/cirque-zebre/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Cirque Zébré </strong>präsentiert:<br />
<strong>Denken wir uns: Das ist eigentlich alles</strong><br />
am <strong>14.</strong> und <strong>15. Januar 2011</strong> (offizielle Premiere) um je <strong>20 Uhr </strong>von und mit Raschid D. Sidgi und Larsen Sechert, eine Produktion von Cirque Zébré (in Kopr. mit Knalltheater) in der <strong>Tangomanie</strong> (Ernst-Poeche-Str. 2-4)</p>
<p>Eintritt: 7/9 Euro</p>
<p><strong>Inhalt</strong>:<br />
Eines Tages ging ein Mann zur Arbeit, und unterwegs begegnete er einem anderen Mann, der ein polnisches Weißbrot gekauft hatte und auf dem Heimweg war. Das ist eigentlich alles. (Daniil Charms, Begegnung)<br />
Denken wir uns scheinbar widersinnige Begegnungen, monströse Erscheinungen, missglückte Auftrittsversuche, über die Bühne fliegende Körperteile, Kurzszenen im Splitterformat, akrobatische Einlagen, erotische Splitter, mimische Slapstik und tiefenpsychologische Abhandlungen über das menschliche Sein &#8211; alles mit weißem Klebeband verbunden. Ein skurriles Selbstfindungsprogramm der beiden Männern Gabi und Heidrun. Dabei steigen sie im Beat ihrer große-Jungen-Phantasien in ihre Phantasieräume und finden dort ein Weißbrot. Das ist eigentlich alles.</p>
<p>siehe auch <a href="https://freemailng5501.web.de/jump.htm?goto=www.knalltheater.de" target="_blank">www.knalltheater.de</a> / Gepäck / Cirque Zébré<br />
Trailer: <a href="https://freemailng5501.web.de/jump.htm?goto=http%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3D6ZWQQGAr36M" target="_blank">http://www.youtube.com/watch?v=6ZWQQGAr36M</a></p>
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